Kritik an „Dream Production“

Ist die stoffliche Nutzung von Kohlendioxid Öko-Schwindel?

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Stellungnahme des Covestro-Pressesprechers Stefan Paul Mechnig: „Das neue Verfahren zur Nutzung von Kohlendioxid in der Kunststoffproduktion, das Covestro gemeinsam mit Partnern bis an die Schwelle der Marktreife entwickelt, ist nachhaltig und ökologisch wie ökonomisch sinnvoll. Der Hauptzweck: Damit kann teilweise Erdöl ersetzt werden, auf dem Kunststoffe üblicherweise komplett beruhen. Ein Beitrag zur Ressourcenschonung und zur Erweiterung der Rohstoffbasis in der chemischen Industrie. Das Klimaschutzpotenzial des neuen Verfahrens ist naturgemäß gering, doch ist dies auch keineswegs die Hauptintention.

Die Ökobilanz dieses Verfahrens wurde eingehend von Wissenschaftlern der RWTH Aachen University am Lehrstuhl für Technische Thermodynamik untersucht. Das Ergebnis: Das neue Verfahren zur Herstellung CO2-haltiger Polyole benötigt deutlich weniger fossile Rohstoffe und weniger Energie als das herkömmliche Verfahren. Somit emittiert es insgesamt auch weniger CO2. Der Hauptgrund für diese Einsparung liegt darin begründet, dass im neuen Verfahren ein energie- und emissionsintensiver Ausgangstoff für die Polyol-Synthese, das sogenannte Epoxid, eingespart und durch CO2 ersetzt werden kann.

Generell gilt: Je mehr Epoxid durch CO2 ersetzt werden kann, umso besser ist die CO2-Bilanz. Da jedoch der CO2-Gehalt Einfluss auf die vielfältigen Eigenschaften des späteren Produkts haben wird, variiert der genaue Gehalt abhängig vom individuellen Einsatzzweck der Produkte. Theoretisch möglich wären bis zu 43 Prozent CO2-Anteil im Polyol, realistischer Bereich für die geplanten Polyurethan-Produkte ist ein deutlich zweistelliger Prozent-Betrag.

Eine detaillierte Beispielrechnung: Bei einem CO2-Gehalt von 20 Prozent ergeben sich entlang der gesamten Wertschöpfungskette Einsparungen in der Größenordnung von 0,3 kg Öl-Äquivalenten (entspricht -15% fossile Rohstoffe gegenüber 0% CO2-Gehalt) und größenordungsmäßig 0,4 bis 0,6 kg CO2-Äquivalenten (entspricht -13% Treibhausgas-Emissionen) pro kg Polyol. Bezogen auf die verwendete CO2-Menge werden Emissionen in Höhe von ca. 2 kg CO2-Äquivalente pro kg verwendetem CO2 eingespart.

Wichtig vor allem: Es braucht keine Energie von außen zugeführt werden, um das thermodynamisch extrem stabile und damit reaktionsträge CO2 zur Reaktion zu bringen. Die nötige Energie liefert der Reaktionspartner Propylenoxid selbst. Um die Reaktion zu steuern und die Aktivierungsenergie niedrig zu halten, ist zudem ein spezieller Katalysator nötig. Diesen Katalysator hat Covestro zusammen und wissenschaftlichen Partnern entdeckt.“

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