Schüttgut-Logistik in der Pharmaindustrie

Innerbetrieblicher Rohstofftransport aus einer Hand

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Sichere Fassentleerung

Für die Entleerung von Fässern hat sich die Containment Fassentleerung CFE-K einen Namen gemacht. Die in Fässern gelieferten Pulver sind zum Bediener- und Produktschutz zusätzlich in zwei Folien, auch Liner genannt, verpackt. Bei der Variante mit Kippvorrichtung wird das Fass durch eine spezielle Hubvorrichtung auf der Rückseite der Glovebox angehoben und an dem vorgesehenen Anschluss-Port angedockt. In der Ausgangsstellung verschließt ein Restliner die Glovebox. Der Anwender fixiert den äußeren Folienschlauch am Doppel-O-Ring-Port des Isolators über den Restliner.

Im Anschluss zieht der Bediener den Restliner mit den Gloves in den Isolator hinein. Nun zieht er den Spannring an die äußere Nut des Isolators, an der sich zuvor der Restliner befand, und schiebt die Fassöffnung in den Isolator. Im Isolator öffnet er den inneren Liner und leert den Inhalt mithilfe der Gloves. Nach dem Entleeren des Inhalts wird der Folienschlauch mittels Doppelverschluss zum Fass und Isolator abgedichtet. So ist sowohl der Isolator als auch das Produkt vor unerwünschtem Produktaustritt (oder auch –eintritt) geschützt.

Im Schongang gefördert

Die anspruchsvollste Anwendung der innerbetrieblichen Rohstoffversorgung ist der Transport zum nachgelagerten Prozessschritt. Natürlich kann eine Abfüllung in Gebinde erfolgen und diese können wieder aufgegeben werden, jedoch werden so zusätzliche Schnittstellen zwischen Bediener und Produkt geschaffen. Die elegantere Lösung ist eine mechanische oder pneumatische Förderung über Rohre und Schläuche.

Eine Anwendung in der Pharmaindustrie ist das Fördern des Granulates aus einem Container in eine Tablettenpresse. Mit der pneumatischen Förderung ist es möglich, den Container neben anstatt über der Tablettenpresse zu positionieren. Auch der Transport aus einem anderen Bereich, z.B. der direkte Ein- oder Austrag eines Mischers, ist möglich.

Der dafür entwickelte Proclean Conveyor PCC erfüllt alle cGMP Anforderungen. Das Prinzip des Geräts unterscheidet sich im ersten Anschein nur unwesentlich von herkömmlichen Vakuum-Fördergeräten. Vakuum wird angelegt, um die Sicherheit eines geschlossenen Systems zu gewährleisten. Eine schonende Förderart des PCC ist die Pfropfenförderung. Durch diese wird weniger Förderluft benötigt.

Die Förderanlage arbeitet mit einer im Vergleich zu anderen Vakuumförderern relativ kleinen Filterfläche. Durch den Einsatz der Ringfiltertechnologie, stellt der Körper des Filters eine Verlängerung des Abscheidebehälters dar. Beim Fördervorgang wird das Produkt-Gas-Gemisch durch ein Schlauch- oder Rohrleitungssystem von der Aufgabestelle angesaugt und gelangt durch die Produkteintrittsklappe in den Abscheidebehälter. Per Umkehrung der Gas-Flussrichtung werden die Partikel am Filter abgereinigt und gelangen ebenfalls in den Abscheider. Mittels Absperrklappe oder Schleuse kann nun die Tablettenpresse mit einer bestimmten Menge an Pulver beschickt werden.

* Der Autor ist Produktmanager Marketing & Vertrieb bei Hecht Technologie, Pfaffenhofen. Kontakt: Tel. +49-8441-8956-0

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