BDO-Standort Marl in Gefahr Ineos warnt: Europas Arzneimittelproduktion durch Billigimporte aus China bedroht

Quelle: Ineos 2 min Lesedauer

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Europa steht vor einem gefährlichen Wendepunkt: Der Chemiekonzern Ineos warnt, dass die Herstellung lebenswichtiger Medikamente in Europa bald zum Erliegen kommen könnte – verdrängt durch billige, kohlenstoffintensive Importe aus China.

BDO-Produktion in Marl: Der Ineos-Standort gilt als eine der saubersten Anlagen weltweit.(Bild:  Ineos)
BDO-Produktion in Marl: Der Ineos-Standort gilt als eine der saubersten Anlagen weltweit.
(Bild: Ineos)

Der Spezialchemiekonzern Ineos warnt vor einem drohenden Aus für seine BDO-Produktion im nordrhein-westfälischen Marl – eine Anlage, die zentrale Vorprodukte für lebenswichtige Medikamente wie Antibiotika, Statine und Vitamin B6 liefert. Der Standort stehe zunehmend unter Druck durch billige Importe und Produktdumping aus China, heißt es. Damit geraten nicht nur mehr als 200 qualifizierte Arbeitsplätze, sondern auch Europas Versorgungssicherheit bei strategisch wichtigen Chemikalien in Gefahr.

BDO (1,4-Butandiol) ist ein wichtiger chemischer Zwischenstoff, der bei der Herstellung von Medikamenten wie Antibiotika, antiretroviralen Mitteln, Statinen und Vitamin B6 verwendet wird.

Die europäische Produktion bricht einer Unternehmensmitteilung zusammen. Der Markt werde derzeit von Importen aus Xinjiang, China, dominiert. Diese Importe würden mit Energie aus Kohle hergestellt, dann um die halbe Welt verschifft und in Europa zu spottbilligen Tiefstpreisen gedumpt. Ihre CO2-Bilanz ist enorm, noch bevor sie überhaupt die europäischen Küsten erreichen.

Ineos betreibt eine der saubersten und CO2-ärmsten BDO-Anlagen der Welt. Trotzdem muss das Unternehmen die CO2-Abgaben in Europa tragen, die sonst niemand auf der Welt zahlen muss.

Ohne dringende Unterstützung durch die Regierung und die EU-Kommission zur Blockierung unfairer Importe hätte dieser Standort und seine 200 Arbeitsplätze keine Zukunft. „Einmal verschwunden, wird die Kapazität zur Herstellung wichtiger pharmazeutischer Produkte in Europa verloren gehen, sodass Patientinnen und Patienten auf unzuverlässige ausländische Lieferketten von unbekannter Qualität angewiesen sind. Im schlimmsten Fall könnten lebensrettende Medikamente einfach nicht mehr verfügbar sein,“ so Ineos.

Andrew Brown, CEO Ineos Enterprises: „Es muss dringend gehandelt werden. Während China und die USA ihre Industrien verteidigen und subventionieren, begräbt Europa seine eigenen mit extrem hohen Energiekosten, CO2-Abgaben und erdrückender Bürokratie. Ohne schnelle und starke Handelsbarrieren kann Europa nicht mit staatlich geförderten Importen konkurrieren. Dies ist kein Problem, das nur ein einzelnes Produkt betrifft. Es sind Maßnahmen erforderlich, um die gesamte Lieferkette zu schützen. Diese müssen ehrgeizig, unbürokratisch und schnell umsetzbar sein. Wenn wir nicht handeln, verliert Europa die Fähigkeit, viele seiner eigenen Medikamente herzustellen, was die medizinische Grundversorgung gefährdet.“

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