Antriebstechnik Hohe Fertigungstiefe bestimmt Nord-Antriebselektronik

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

„Unser wichtigstes Produkt ist – die beste Lösung!“ Getreu diesem Motto bietet Getriebebau Nord nicht allein Getriebe und Umrichter, sondern komplette Antriebslösungen. Die eigene Elektronikfertigung der Tochter Nord Electronic Drivesystems am Standort Aurich erlaubt die hierfür erforderliche hohe Flexibilität.

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Hell, clean und absolut transparent – so lässt sich die 3000 Quadratmeter große Produktionsfläche in Aurich kurz und prägnant beschreiben. Und in der Tat, bei näherer Betrachtung hinterlässt das Werk von Nord Electronic Drivesystems (NED), das Ende 2005 bezogen wurde, den Eindruck einer gläsernen Manufaktur, in welcher der Besucher die Produktion hautnah miterleben und sich von der professionellen Fertigung überzeugen kann. Über sieben Millionen Euro flossen u.a. in den kreisförmigen Materialfluss, saubere Umgebungsbedingungen und Schutzvorkehrungen gegen elektrostatische Entladung.

Frequenzumrichter, dezentrale Antriebstechnik und Servocontroller treten aus dem Emsland ihren Weg in die weite Welt an. Rund 5000 Umrichter pro Monat produziert NED zurzeit; in der jetzigen Ausbaustufe bringt es das Werk auf die stolze Kapazität von etwa 100 000 Umrichtern pro Jahr. Ein Teil der gängigen Umrichter werden für das Lager bei Getriebebau Nord in Bargteheide produziert, von wo aus sie an die weltweiten Standorte geliefert werden, viele Produktvarianten gehen aber auch direkt von Aurich aus an die Kunden.

Starken Einfluss auf die Lieferperformance, die zurzeit bei 98 Prozent liegt, hat die Strategie der hohen Fertigungstiefe. Sie versetzt Nord in die Lage, gegenüber den Kunden flexibel reagieren und Prioritäten setzen zu können. Zudem können die Antriebsspezialisten dank der hohen Fertigungstiefe alles aus einer Hand liefern sowie Getriebe, Motor und Elektronik perfekt aufeinander abstimmen.

In die Zukunft blickt man in Aurich äußerst optimistisch. Zwar nimmt die Elektronik, gemessen am Gesamtumsatz von Nord, erst etwa zehn Prozent ein. „Der Anteil ist aber deutlich steigerungsfähig“, ist NED-Chef Frank Wiedemann überzeugt. Die Chancen liegen für Wiedemann zum einen in energieeffizienter Antriebstechnik, schließlich ist das Thema Energiesparen heutzutage der Dauerbrenner schlechthin. Zum anderen würden viele Industriezweige derzeit ihre Prozesse automatisieren, bemerkt Wiedemann. Damit verbunden sei auch der Trend zur Dienstleistung: „Immer mehr Kunden fragen mehr als nur die Komponente nach“, so die Erfahrung Wiedemanns. Der Weg von Komponentenanbieter hin zum Komplettanbieter ist bei der Nordgruppe daher ein strategisches Ziel. Erste Meilensteine haben Wiedemann und seine Mannschaft auf diesem Weg bereits gesetzt. So ist z.B. ein Steuerungssystem in der Entwicklung, das die Leistungselektronik mit Servoregler und Frequenzumrichter ergänzen soll. Mit der Möglichkeit einer SPS auf der Hutschiene im Schaltschrank oder einer Visualisierung kommt Nord dem Wunsch vieler Anwender nach, ein Gesamtsystem aus einer Hand liefern zu können. Und auch im Bereich der Servocontroller geht der Weg in Richtung Komplettlösung.

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