Batterie Hochtemperatur-Batterie verspricht größeren Stromspeicher als Lithiumionen-Batterie

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Größere Stromspeicher als bei einer Lithiumionen-Batterie – das verspricht eine Hochtemperatur-Batterien auf der Basis von Metall-Metalloxid-Verbindungen. In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 4,5 Millionen Euro geförderten Projekt Memo untersuchen Wissenschaftler des Forschungszentrums Jülich das Potential und die Grenzen dieses neuen Batterietyps.

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Der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel, zusammen mit Dr. Hans Peter Buchkremer, Direktor (komm.) des Instituts für Energie- und Klimaforschung, Prof. Harald Bolt, Mitglied des Vorstands und Projektkoordinator Dr. Norbert Menzler (v.l.n.r.) vom Forschungszentrum Jülich beim Projektstart von Memo.
Der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Thomas Rachel, zusammen mit Dr. Hans Peter Buchkremer, Direktor (komm.) des Instituts für Energie- und Klimaforschung, Prof. Harald Bolt, Mitglied des Vorstands und Projektkoordinator Dr. Norbert Menzler (v.l.n.r.) vom Forschungszentrum Jülich beim Projektstart von Memo.
(Bild: Forschungszentrum Jülich)

Jülich – Für Elektrofahrzeuge sind Lithiumionen-Batterien die erste Wahl. Sie sind für den Einsatz bei Umgebungstemperaturen optimiert. Aber wenn es darum geht, Schwankungen der Stromversorgung im großen Maßstab aufzufangen, sind Aspekte wie Kosten, Sicherheitsfragen und Umweltverträglichkeit von größerer Bedeutung.

In dem Projekt Memo erforschen jetzt Wissenschaftler des Forschungszentrum Jülich Hochtemperatur-Batterien, die einen Speicher von mittlerer bis großer Kapazität haben sollen. „Metall-Metalloxid-Speicher, wie sie das Forschungszentrum Jülich erforscht, versprechen ein großes Speicherpotenzial und hohe Lade- und Entladeströme bei kurzen Ansprechzeiten“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF Thomas Rachel.

Die Forscher begleiten in dem Projekt die komplette Entwicklung der Batterien: Von werkstoffwissenschaftlichen Aspekten über die Prozessentwicklung bis hin zum Test und der Bewertung des Gesamtsystems, wie Prof. Harald Bolt, Mitglied des Forschungszentrums, erläutert. „Die Erkenntnisse werden zum Aufbau einer Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur genutzt, die der Industrie zukünftig für eine rasche Kommerzialisierung zur Verfügung stehen soll“, so Bolt.

Vorteile der Hochtemperatur-Batterien

Die Materialien für die Batterie sind konstengünstig, nicht explosiv und höchstens leicht giftig. Sie zeichnen sich durch ein hohes Maß an Sicherheit bei der Herstellung, dem Betrieb und dem späteren Recycling aus. Untersucht wird die Kombination aus Eisen und Eisenoxid sowie eine Reihe weiterer Metalle und Legierungen.

Sie lassen Speicherdichten erwarten, die mit etwa 1000 Wattstunde pro Kilogramm deutlich höher sind als die von derzeitigen Lithiumionen-Batterien, die bei rund 200 Wattstunde pro Kilogramm liegen. Ein weiterer Vorteil: Der Reaktionspartner ist Sauerstoff und kann beim Entladen der natürlichen Umgebung entzogen und an diese beim Laden einfach wieder zurückgegeben werden.

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