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Potenziale im Bestand nutzen
Die Umsetzung der Ökodesign-Richtlinie bedeutet für Unternehmen der Prozessindustrie, dass sie ihre Prozesse in Zukunft energieeffizienter betreiben werden. Das erhöht die Wertschöpfung und verbessert die Wettbewerbsfähigkeit. Konsequenterweise sollten auch ältere Anlagen auf ihr Einsparpotenzial abgeklopft werden.
Beispiele aus der Praxis belegen eindrucksvoll, welche Optimierungsmöglichkeiten sich im Anlagen-Bestand bieten. Dazu ist jede Pumpeninstallation als Ganzes zu betrachten und als System zu optimieren. Dieser Systemansatz bietet als Belohnung die größten Energieeinsparungen. Nicht zuletzt profitiert der Betreiber in vielen Fällen quasi als Zusatz-Bonbon von stabileren Prozessen und Produktqualitäten.
Allein in der chemischen Industrie sind geschätzt 490 000 Pumpen installiert – und alle bereits vor Jahren installierten Pumpen können unter Generalverdacht gestellt werden: Auch wenn sie unverdrossen zuverlässig arbeiten, sind sie oft genug wenig effizient. Das liegt zum einen an der früher üblichen Überdimensionierung jeglicher Technik. Zudem war es über Jahre Standard, Pumpen über eine Drossel- oder Bypass-Regelung an den Förderbedarf anzupassen.
Hinzu kommt: Anlagen verändern sich im Laufe der Zeit, doch wird erfahrungsgemäß die Pumpeninstallation selten entsprechend angepasst. Deshalb ergibt sich nahezu bei jeder Anlage automatisch ein Anpassungs-Potenzial im Hinblick auf die Energieeffizienz.
Die schon immer empfohlenen Details einer guten Pumpenauslegung (Arbeitspunkt nahe dem optimalen Betriebspunkt der Pumpe, hydraulisch korrekte Dimensionierung der Rohrleitungen) und die heute verfügbaren Technologien zur Energieeinsparung (effiziente Motoren, Frequenzumformer zur Drehzahlregelung, wirkungsgradoptimierte Hydraulik, Reduktion der Verluste in den Wicklungen und in den Lagern) müssen dazu nur konsequent umgesetzt bzw. genutzt werden.
Es lohnt sich: Das ermittelte Einsparpotenzial von rund 21 TWh/a entspricht der Leistung von zwei Kernkraftwerken. Durch den Austausch von Standardpumpen durch geregelte Hocheffizienzpumpen kann die CO2-Emission allein in den zwei Beispielbranchen Chemische Industrie und Automobilindustrie um neun Millionen Tonnen reduziert werden. Noch einmal in aller Deutlichkeit: Dieses Einsparpotenzial kann sofort realisiert werden!
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