Service-Offensive steigert die Produktivität Hersteller von Tablettenpressen startet Service-Offensive

Autor / Redakteur: Der Autor ist Marketing Manager Service bei der Fette Compacting GmbH. / Anke Geipel-Kern

Verluste in der Produktion bedingt durch ungeplanten Stillstand der Anlagen, mangelnden Ausstoß oder unzureichende Qualität sind in vielen Unternehmen ein kritisches Thema. Um dem

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Verluste in der Produktion bedingt durch ungeplanten Stillstand der Anlagen, mangelnden Ausstoß oder unzureichende Qualität sind in vielen Unternehmen ein kritisches Thema. Um dem abzuhelfen, startet ein namhafter Hersteller von Tablettenpressen eine auf die betriebliche Praxis zielende Service-Offensive.

Zwischen Theorie und Praxis beziehungsweise zwischen der Ist-Aufnahme zur Ermittlung der Gesamtanlageneffizienz (OEE) und der konsequenten Umsetzung der Verbesserungsansätze in die Produktion liegen oft große Unterschiede. Mit einem direkt gezielten Service-Angebot, das bei den ganz individuellen Gegebenheiten des Kunden ansetzt, stehen nun konkrete Dienstleistungen zur Minimierung der Verluste und damit zur Steigerung der Gesamtanlageneffizienz (OEE) im Produktionsumfeld der Tablettenpressen zur Verfügung. Diese beinhalten eine konsequente Prozessoptimierung, gestützt auf jahrzehntelange Erfahrung, detaillierte Kenntnisse des Press-prozesses von Tabletten und ausgefeilte Technologien.

Die Formel für Leistung lautet: OEE = V x P x Q (V = Verfügbarkeit, P = Leistung, Q = Qualität), mit dieser Gleichung werden drei Einflussfaktoren verknüpft, welche die Effizienz einer Anlage oder Maschine bestimmen:

V steht für die tatsächliche Produktionszeit, also die geplante Gesamtlaufzeit reduziert um alle Stillstandszeiten.

P ist der Leistungsgrad und beziffert die Güte der Anlagennutzung, 100 Prozent bedeutet hier die Anlage läuft im Voll-Lastbetrieb.

Q ist ein Qualitätsfaktor und bewertet die in der Produktion erzielte Gutmenge in Relation zur tatsächlichen Einsatzmenge.

Schnelle Umsetzung

Für die Praxis heißt das, Instrumente griffbereit zu haben, mit denen die erkannten Schwachstellen nachhaltig verbessert werden. In Bezug auf die Anlagenverfügbarkeit sind ein maschinen-, produkt- und produktionsbezogenes Ersatzteilmanagement, eine erfahrungsgeprägte und definierte Instandhaltung sowie die vorbeugende Wartung von Bedeutung.

Die Produktivitätssteigerung einer Anlage bedarf einer produktspezifischen Leistungsoptimierung, die mit Parameternachstellungen und spezieller, neuester Technologie erreicht werden kann und die mit einer rechenbaren Steigerung des Durchsatzes einhergeht. So eine Optimierung kann betriebsintern nicht geleistet werden, da das fachliche Know-how nur aus der Erfahrung des Anlagenherstellers kommen kann.

Unter Q wie Qualitätsfaktor fällt dann im Rahmen der optimalen Pressenbedienung das gesamte Personal am Ort des Geschehens. Hier herrscht oft die Diskrepanz zwischen möglichst geringen Personalkosten in Relation zu modernster und meist kostenintensiver Maschinentechnik und oft recht teuren Wirkstoffen der zu pressenden Tabletten.

Dabei ist jede Investition in besser geschultes Personal eine Investition in gesteigerte Wertschöpfung und längere Erhaltung des Maschinenparks.

Anhand von drei ausgewählten Beispielen werden die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung in den drei OEE-Feldern praxisnah aufgezeigt.

Verfügbarkeit sicherstellen

Geplante Unterbrechungen der Produktion sind die kostengünstigsten; dazu ist jedoch eine regelmäßige Pflege der Tablettenpressen erforderlich. Daher bietet Fette individuell mit den Kunden ausgehandelte Wartungsverträge, die auf einzelne Pressen und Produktionen abgestimmt sind.

Kurze Vertragslaufzeiten mit klar definiertem Umfang machen den Service, der in Modulen erweitert werden kann, zu einer übersichtlichen Rechengröße. Dazu gehört auch der weltweite Telesupport mit 24-Stunden-Hotline in englisch und deutsch sowie Fernwartung und Ferninstandsetzung der Softwarekomponenten.

Instandsetzungen und Reparaturen verlangen nach einem effektiven Ersatzteilmanagement. Der Pressenhersteller bietet hier ein breites Angebot an lagerhaltigen oder „Production on demand“ OEM-Ersatzteilen von hoher Qualität für alle Pressentypen.

Der elektronische Ersatzteilekatalog basiert auf einer Software, die individuell für die beim Kunden eingesetzten Tablettenpressen eine Bauteilansicht erstellt und eine schnelle, zeichnungsgestützte und sichere Auswahl der richtigen Ersatzteile ermöglicht.

Damit eignet sich dieses Tool als Schnittstelle zum Lieferanten, um die Verfügbarkeit aller kritischen Teile und Baugruppen zu prüfen und sicherzustellen.

Gezielt optimieren

Jede Tablettenpresse verlässt das Werk des Herstellers mit optimaler Grundeinstellung für die Anwendung beim Kunden. Im Laufe der Produktionszeit und speziell bei veränderten Bedingungen wie zum Beispiel bei anderen und neuen Granulaten kann es zu Veränderungen im Produktionsprozess kommen. Mit dem Ziel die Leistungsverluste zu eliminieren, werden an der Presse Einstellungen und Parameter optimiert oder im Einzelfall produktivitätsrelevante Komponenten gegen Produktinnovationen ausgetauscht, um den veränderten Einsatzbedingungen gerecht zu werden.

Unter dem Stichwort „Produkt angepasstes Füllsystem“ werden beispielsweise Räder an der Fill-O-Matic angepasst. Mit optimalen Werten für Dosierung, Verpressung, Druckhaltezeit und Ausstoß werden höchstmögliche und eben nicht auf Standards basierende Leistungen erzielt. Statistisch belegt ist, dass sich die Ausbringung dadurch um mehr als 50 Prozent steigern lässt. Daneben werden selbstverständlich auch Vorschläge, die sich auf das Pressenumfeld beziehen, erarbeitet.

In Qualität investieren

Ein modulares Trainingskonzept sorgt für ein strukturiertes Training, angepasst an bestimmte Pressen, an die Vorkenntnisse der Maschinenbediener und die besonderen Produktionsgegebenheiten im eigenen Betrieb. Fette bietet stufenweise die drei Trainingsmodule „Basic“, „Operation for Beginners“ und „Operation for Advanced Users“ als konzentrierte Intensivschulungen an.

Jedes Training schließt mit dem Erhalt der entsprechenden Personalqualifikation gemäß 21CFR Part 11 §211.25 ab. Weitere Trainingsmodule vermitteln Spezialwissen zu Themen wie Maintenance, Calibration, Multi-Layer Tablet oder Galenics.

Die Kombination aus der Analysemethode OEE und den maßgeschneiderten Angeboten wirkt: Das Ergebnis der OEE-Faktoren zeigt die Verlustquellen auf und liefert Verbesserungsansätze. Erfolgreich werden diese Ansätze jedoch erst, wenn der Anwender die Maßnahmen gezielt einsetzt, um die aufgedeckten Potentiale in höhere Wertschöpfung zu verwandeln und sich damit einen Wettbewerbsvorteil schafft.

Halle 03, Stand D23/D27

Nachgefragt

„Eindeutige Signale aus der Pharmaindustrie“

„Eindeutige Signale aus der Pharmaindustrie“

Um die Produktivität einer Anlage nachhaltig zu steigern, bedarf es neben der neuesten Technologie auch eines gezielten Schulungskonzeptes. Im PharmaTEC-Interview äußert sich Thomas Jeschke, Marketing Manager Service bei Fette Compacting über die Ursprünge des neuen Service-Konzeptes und wie dies in der Praxis umgesetzt wird.

Wie kam es zu der Service-Offensive?

Jeschke: Die Service-Offensive ist eingebettet in das Gesamtkonzept Dienstleistungen bei Fette Compacting. Die Signale der Kunden in der pharmazeutischen Industrie sind eindeutig: Sie wünschen Unterstützung in der Projektphase und in der laufenden Produktion. Wir haben unsere Serviceabteilungen mit dem Ziel aufgestellt, in beiden Phasen nahe am Kunden zu sein und einen effektiven Support zu leisten.

Wie ist bislang die Resonanz Ihrer Kunden darauf?

Jeschke: Das Service-Angebot wird von unseren Kunden sehr gut angenommen. Die hohe Auslastung in der Trainingsakademie wie auch in unserem Technikum zeigen, dass Schulung und Beratung sehr gefragt sind. Die Flexibilität des Wartungsvertrages „Service Flex“ hinsichtlich des Leistungsumfangs und der Terminierung der Wartungsintervalle wird von unseren Kunden sehr geschätzt. Hier erhoffen wir uns kurzfristig weiteres Wachstum. Die insgesamt positive Entwicklung im Geschäftsfeld „Services“ zeigt, dass wir auf einem guten Weg sind.

Können Sie ein konkretes technisches Beispiel für eine bereits erfolgreiche Umsetzung nennen?

Jeschke: Bei einem namhaften pharmazeutischen Unternehmen im europäischen Raum haben unsere Verfahrenstechniker jüngst im Rahmen einer umfassenden Prozessoptimierung den Produktverlust bei der Tablettierung um 48 Prozent verringert und damit ein jährliches Einsparungspotential bei den Produktkosten von mehr als 80 000 Euro je Tablettenpresse erreicht. Die Maßnahmen betrafen u.a. das Füllsystem, die Presswerkzeuge, die Matrizenscheibe sowie die Aussortierung. Das Maßnahmenpaket wird sich nach 16 Monaten amortisiert haben.

Planen Sie weitere Maßnahmen innerhalb dieses Dienstleistungsangebotes?

Jeschke: Die wachsenden Herausforderungen in der Pharmazie hinsichtlich Kosteneinsparungen bedingt u.a. durch Standortwettbewerbe deuten darauf hin, dass es insbesondere bei den „BigPharma-Unternehmen“ zu Produktverlagerungen zwischen den Standorten kommen wird. Hier zeichnet sich ein Bedarf an Dienstleistungen ab, die über die Prozessoptimierung hinausgehen. Wir bereiten uns darauf vor, die Kunden beim Verlagerungsmanagement gezielt zu unterstützen. Wie diese Maßnahmen genau aussehen werden, analysieren wir derzeit noch. Diese Thematik werden wir auf der Interpack im Gedankenaustausch mit der Industrie weiter vertiefen.

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