Kreislaufwirtschaft in Aktion Grüner Wasserstoff aus Abfall: Neue Bioraffinerie in Rheinfelden gestartet

Quelle: Fraunhofer IGB 2 min Lesedauer

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Am 3. August 2024 eröffnete Umweltstaatssekretär Dr. Andre Baumann die Demonstrationsanlage Smartbio-H2-BW in Rheinfelden, Baden. Die vom Fraunhofer-Institut koordinierte Bioraffinerie am Evonik-Standort nutzt Spülwässer und Reststoffe zur Herstellung von „grünem“ Wasserstoff und organischen Grundstoffen. Nun beginnt der Testbetrieb unter realen Bedingungen.

Eröffnen am 3. August 2024 die SmartBioH2-Bioraffinerie (v.l.): Marion Dammann (Landrätin Landkreis Lörrach), Staatssekretär Dr. Andre Baumann, Hermann Becker (Standortleiter Evonik), Dr.-Ing. Ursula Schließmann (Projektkoordinatorin, Fraunhofer IGB)(Bild:  Katharina Fraune/ Evonik)
Eröffnen am 3. August 2024 die SmartBioH2-Bioraffinerie (v.l.): Marion Dammann (Landrätin Landkreis Lörrach), Staatssekretär Dr. Andre Baumann, Hermann Becker (Standortleiter Evonik), Dr.-Ing. Ursula Schließmann (Projektkoordinatorin, Fraunhofer IGB)
(Bild: Katharina Fraune/ Evonik)

Abfall und Abwasser sind weltweit eine bisher nur wenig genutzte Ressource. Mit dem Förderprogramm „Bioökonomie – Bioraffinerien zur Gewinnung von Rohstoffen aus Abfall und Abwasser – Bio-Ab-Cycling“ will Baden-Württemberg dies ändern. Seit Oktober 2021 fördert das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg mit Landesmitteln und Mitteln aus dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (Efre) den Aufbau modularer Bioraffinerien, um zu erproben, wie mittels nachhaltiger Bioökonomie hochwertige Rohstoffe aus Abfall und Abwasser zurückgewonnen werden können.

Eine der geförderten Demonstrationsanlagen ist die Bioraffinerie des Projekts Smart-Bio-H2-BW, die am 3. August 2024 von Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Umweltministerium, im Rahmen seiner Sommertour eingeweiht wurde. Auch zahlreiche Politiker aus Rheinfelden, dem Landkreis Lörrach sowie einige Abgeordnete im Landtag nahmen die Gelegenheit zur Besichtigung der Anlage wahr.

Seit ein paar Wochen steht die Anlage auf dem Gelände von Evonik in Rheinfelden, die als assoziierter Partner im Projekt beteiligt ist. Evonik Industries ist eines der weltweit größten Hersteller von Spezialchemikalien. An ihrem Standort in Südbaden produziert Evonik unter anderem Wasserstoffperoxid, das als Desinfektionsmittel – etwa für Joghurtbecher – eingesetzt wird. Hierfür wird, ebenso wie für andere Produktionsprozesse im Werk, Wasserstoff benötigt, den das Unternehmen seit Jahrzehnten direkt vor Ort aus Erdgas produziert.

„Der Standort von Evonik in Rheinfelden hat sich auf die Fahne geschrieben, die grüne Transformation unserer Branche voranzutreiben“, so Hermann Becker, Standortleiter von Evonik. „Mit dem gemeinsamen Forschungsprojekt und der zukunftsweisenden Pilotanlage wollen wir zeigen, wie das im Sinne der Kreislaufwirtschaft gehen kann – sauberer Wasserstoff gewonnen aus Spülwasser und Reststoffen ist eine Win-win-win-Situation für die Umwelt, die Chemieindustrie und die Wissenschaft.“

Die Bioraffinerie wurde vom Fraunhofer-Institut IGB in Stuttgart entwickelt und aufgebaut. Sie kombiniert zwei biotechnologische Verfahren zur Wasserstoffproduktion: fermentative Dunkelphotosynthese durch Purpurbakterien und einen zweistufigen Mikroalgenprozess. Die Anlage nutzt industrielle Reststoffe, um Wasserstoff und biobasierte Produkte herzustellen. Vor Ort wurden Spülwässer und deren Eignung untersucht. Das Purpurbakterium Rhodospirillum rubrum verwendet Ethanol aus diesen Spülwässern als Energiequelle, während Mikroalgen CO2 binden und Stärke produzieren. Ein neues Photobioreaktorsystem soll die Wasserstoffausbeute weiter erhöhen. Das Fraunhofer IPA entwickelt ein Prozessmodell zur Bewertung und Optimierung der Bioraffinerie.

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