Wasser: Mögliche Nebenwirkung von Fluorid Fluorid im Trinkwasser: Studie schafft Klarheit

Quelle: Pressemitteilung Universität Basel 2 min Lesedauer

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Fluorid wird oft für die Zahngesundheit eingesetzt, in den USA wird deswegen sogar das Trinkwasser in weiten Teilen des Landes fluoriert. Ob diese Praxis gesundheitliche Risiken für Neugeborene birgt, hat nun eine Studie anhand von 11,5 Millionen Geburten untersucht.

Fluorid im Trinkwasser gilt als wirksame Maßnahme der Kariesprävention. Eine Schweizer Studie hat nun überprüft, ob dies im Zusammenhang mit niedrigeren Geburtsgewichten und mehr Frühbeurten steht. Ergebnis: Man fand keine solchen negativen Effekte auf Neugeborene. (Symbolbild)(Bild: ©  Andreas Schuepbach - stock.adobe.com)
Fluorid im Trinkwasser gilt als wirksame Maßnahme der Kariesprävention. Eine Schweizer Studie hat nun überprüft, ob dies im Zusammenhang mit niedrigeren Geburtsgewichten und mehr Frühbeurten steht. Ergebnis: Man fand keine solchen negativen Effekte auf Neugeborene. (Symbolbild)
(Bild: © Andreas Schuepbach - stock.adobe.com)

Fluorid schützt die Zähne, indem es den Zahnschmelz stärkt, beginnende Schäden repariert und so Karies vorbeugt. Neben Zahnpasta und Mundspülungen wird Fluorid auch gezielt eingesetzt, um die Zahngesundheit in der gesamten Bevölkerung zu verbessern – insbesondere bei Kindern aus einkommensschwächeren Familien.

In der Schweiz geschieht dies seit den 1980er-Jahren vor allem durch die Zugabe von Fluorid zu Speisesalz. In den USA hingegen setzen die Behörden Fluorid seit dem Ende der 1940er-Jahre dem Trinkwasser zu. Die Einführung erfolgte schrittweise auf Gemeindeebene und erreicht heute mehr als 60 Prozent der Bevölkerung.

Daten von 11,5 Millionen Geburten ausgewertet

Diese Praxis steht allerdings immer wieder in der Diskussion. Kritiker befürchten etwa mögliche negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Neugeborenen. Schädliche Folgen wären demnach ein geringeres Geburtsgewicht oder ein erhöhtes Risiko für Frühgeburten. Ein internationales Forschungsteam hat nun untersucht, ob die Aufnahme von Fluorid über das Trinkwasser solche Effekte haben könnte. Grundlage der Analyse bildeten die Daten von rund 11,5 Millionen Geburten in den USA über einen Zeitraum von 21 Jahren.

Das Ergebnis ist eindeutig: „Wir konnten keine negativen Effekte feststellen“, sagt Dr. Benjamin Krebs der Universität Basel, Erstautor der Studie. Weder das durchschnittliche Geburtsgewicht noch die Dauer der Schwangerschaft oder das Risiko für Frühgeburten unterschieden sich messbar im Vergleich der Entwicklung vor und nach der Einführung gegenüber Regionen, die keine Fluoridierung einführten.

Kausalität und Korrelation werden leicht verwechselt

Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit stehen derzeit in den USA unter kritischer Beobachtung: Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. lobte kürzlich den Staat Utah, der das Zusetzen von Fluorid ins Trinkwasser verboten hat. Zudem forderte er dazu auf, die Empfehlungspraxis zur Trinkwasser-Fluoridierung neu zu evaluieren. Genau da setzt die aktuelle Studie der Schweizer Forscher an: „Es ist wichtig, solche bevölkerungsweiten Maßnahmen methodisch sauber zu überprüfen“, sagt auch Erstautor Krebs.

Immer wieder sorgen Studien für Aufsehen, die Fluorid als schädlich bezeichnen. „Dabei ist es aber wichtig zu verstehen, was Studien tatsächlich messen und vergleichen. Oft zeigen diese lediglich, dass bestimmte Effekte gemeinsam auftraten. Das bedeutet aber nicht zwingend, dass das Fluorid die Ursache war – andere Faktoren können ebenfalls eine Rolle spielen“, erläutert der Wissenschaftler.

Geburtsgewicht als etablierter Gesundheits-Indikator

Für ihre Analyse werteten die Forschenden Daten aus über 670 so genannten Counties in den USA aus, die zwischen 1968 und 1988 erhoben wurden. Sie verglichen Geburten vor und nach der Einführung von Fluorid im Trinkwasser und setzten diese Entwicklung in Beziehung zu Regionen ohne Einführung, um regionale Unterschiede sowie allgemeine zeitliche Entwicklungen ausschließen zu können.

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„Das Geburtsgewicht gilt als anerkannter Indikator für die Gesundheit von Neugeborenen“, erklärt Krebs. „Es eignet sich besonders gut, um mögliche Effekte während der Schwangerschaft zu untersuchen. Auch, weil wir genau wissen, wie lange die ungeborenen Kinder dem Fluorid ausgesetzt waren.“ Mit ihren Ergebnissen stützen die Forschenden die Empfehlungen der Behörden zur Unterstützung der Karies-Prävention durch Fluorid-Zugabe.

Dieser Beitrag erschien zuerst bei unser Schwestermarke LABORPRAXIS

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