Stellen wir die Systemfrage – denn alle Komponenten, von der Pumpe bis zum Elektrolyseur laufen nur so gut, wie es das Gesamtsystem der Anlage zulässt. Betriebsspezialisten müssen daher ganzheitlich denken und über den Tellerrand der Strömungsmaschinen hinaus schauen.
Pumpen aber auch Wasserstoff stehen im Mittelpunkt.
(Bild: Stefan Bausewein)
Strömungsmaschinen wie etwa Pumpen sind erhebliche Kostenfaktoren im Betrieb. Dabei geht es, klar um die Anschaffung, aber auch um die Peripherie aus Rohrleitungen, Ventilen und Einbauten. Erfahrene . Pumpeningenieure wissen: Jede Pumpe ist nur so gut, wie das Gesamtsystem der Anlage es zulässt. Mit dieser Ereknntnis sind aber die Strömungs-Spezialisten keineswegs alleine: Auch beim Megathema Wasserstoff ist es nicht einfach mit einem Elektrolyseur getan – zunehmend gerät auch die Peripherie aus Wasseraufbereitung, Dichtung, Mess- und Sicherheitstechnik sowie Leistungen und Co. in den Blick.
Daher können Pumpen im Betrieb nicht isoliert betrachtet werden, sondern müssen als Bestandteil eines Systems, auf die Förderaufgabe und die Anlagenperipherie abgestimmt werden. Rohrleitungsführung, Prozesstechnik und Medium spielen eine entscheidende Rolle bei der Auslegung des Pumpenaggregats und der entscheidenden Frage: Funktioniert es oder nicht? Eine Steilvorlage für den Vortrag von Jens-Christian Poppe auf dem diesjährigen Pumpenforum der PROCESS. Der Vertriebs- & Projektingenieur bei Paul Bungartz nimmt unter die Lupe, wie selbstregelnde Pumpen Planung und Projektierung einfacher machen und die Investitionskosten einer verfahrenstechnischen Anlage erheblich reduzieren können.
Als Teil der Förderprozess-Foren vom 19. bis 20. November 2024 ist das Pumpen-Forum die Expertenplattform für Pumpen, Kompressoren und Systeme. Sammeln Sie als Betreiber oder Hersteller wertvolle Erfahrungen und bringen Sie Ihr Expertenwissen auf den neusten Stand. Im Vordergrund des anwendungsbezogenen Forums stehen dabei konkrete Best Practices aus den Prozessindustrien sowie Wasser und Abwassertechnik.
Der häufigste Pumpentyp in der Chemie ist die Kreiselpumpe. Diese fördert hoch aggressive Medien und hält das Medium im Kreislauf. Um die Pumpe herum sind eine große Anzahl an Regelventilen, Frequenzumrichtern, Trockenlaufschutzsignalen, Filtern, Dichtungssystemen usw. installiert, welche die Funktion des Aggregats sicherstellen sollen. Wie Poppe erklärt, lassen diese Maßnahmen den Schluss zu, dass es sich im Grunde um ein „System Kreiselpumpe“ handelt. Jede beteiligte Komponente in diesem „System“ kann eine potenzielle Fehlerquelle darstellen und erfordert Aufwand zur Planung, Beschaffung, Programmierung, Instandhaltung und Dokumentation. Selbstregelnde Pumpen können hier vieles vereinfachen.
Bei Frank Pillekat von Heidepumpen geht es um mobile Entwässerungspumpen. Sie sind das Mittel der Wahl, wenn es um die Entwässerung von Oberflächenwasser oder Grundwasser geht. Der Einsatz erfolgt überall da, wo Wasser den Betrieb der Baustelle behindert. Im Vortrag geht es um die entscheidenden Fragen, vor denen Unternehmen stehen, die Entwässerungspumpen einsetzen wollen: z. B. welche Eigenschaften Entwässerungspumpen mitbringen müssen und wie man die richtige Pumpe wählt?
Die Förderprozess-Foren 2024 finden am 19. und 20. November im Vogel Convention Center in Würzburg statt. Diese Veranstaltung bietet eine Plattform für Instandhaltungs- und Betriebsingenieure, die den reibungslosen Betrieb verfahrenstechnischer Anlagen sicherstellen möchten.
Die Foren bestehen aus zwei Hauptveranstaltungen:
Pumpen-Forum: Hier stehen Pumpen, Kompressoren und Systeme im Mittelpunkt. Teilnehmer können wertvolle Erfahrungen sammeln, um teure Reparaturen und Produktionsausfälle zu vermeiden. Es werden konkrete Anwendungsfälle aus dem Berufsalltag der Teilnehmer vorgestellt.
Wasserstoff-Forum: Dieses Forum konzentriert sich auf Wasserstofftechnologien und -lösungen aus industrieller Perspektive. Themen wie Erzeugung, Transport, Speicherung und Nutzung von Wasserstoff werden in praxisorientierten Vorträgen und Workshops behandelt.
Wenn der Betreiber Treiber ist
Die Förderung von abrasiven und korrosiven Medien ist eine echte Herausforderung für Pumpensysteme, nicht nur was den Verschleiß und die Wartungsintensität angeht. Auch die Komplexität des Systems steigt und damit der Energieverbrauch. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Energieeinsparungen in Unternehmen sei es von großer Relevanz, effiziente Lösungen für diese anspruchsvollen Anwendungen zu finden, erklären die Experten von WP-ARO. Sie stellen das innovative EVO Pumpensystem von Ingersoll Rand ARO vor, das die Vorteile einer Druckluft-Doppelmembranpumpe mit einem energieeffizienten elektrischen Antrieb und den positiven Eigenschaften von Verdrängerpumpen vereint.
Eine Möglichkeit, Pumpen für den Einsatz bei abrasiven als auch korrosiven Bedingungen fit zu machen, thematisiert Massi Saber, Leiter des Kompetenzzentrums, bei Habermann Aurum. Sein Ziel ist es, ein tiefes Verständnis für die Auswahl und Optimierung von Werkstoffen zu vermitteln, um den Herausforderungen in abrasiven und korrosiven Umgebungen zu begegnen. Im Detail werden die Mechanismen des Reibprozesses untersucht, wobei zwischen Reib- und Gleitverschleiß differenziert wird. Darüber hinaus analysiert er in seinem Vortrag die Wirkung verschiedener Korrosionsarten, die die Langlebigkeit und Leistungsfähigkeit der Pumpen beeinträchtigen können. Anhand einer vertikalen Pumpe verdeutlicht er den Teilnehmern, wie kritisch das Zusammenspiel von Werkstoffauswahl und Betriebsbedingungen ist, insbesondere wenn die Pumpe in ein korrosives Medium eingetaucht wird.
Antriebslos? Für Pumpen-Experten keine Option
Der Pumpenantrieb versetzt die Pumpe in Bewegung und ermöglicht so die Förderung des Mediums. Als Kupplungen zwischen Antriebsmotor und Pumpe kommen in der Prozess- und Petrochemie häufig doppelkardanische Kupplungen zum Einsatz, da sie bei einer Störung relativ einfach ausgewechselt werden können ohne den Antrieb auseinander nehmen zu müssen. Eine weitere Anforderung an Kupplungen für Pumpen ist die Konformität mit branchenspezifischen Vorschriften (API, Atex etc.) und Werksnormen. Welche weiteren Anforderungen bei der Entwicklung einer innovativen Elastomer-Wellenkupplung Pate standen, erklärt René Pottmann, Branchenmanager Pumpen bei KTR in seinem Vortrag.
Stand: 08.12.2025
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Die Experten von WP Aro sind seit Jahren Aussteller und Referenten des Pumpenforums – auch in diesem Jahr.
(Bild: Stefan Bausewein)
Welches Zukunftspotenzial in der additiven Fertigung schlummert, erzählt Stefan Braun von KSB, dem Vorreiter in dieser Technologie. Als erster Hersteller weltweit haben die Frankentaler eine TÜV-Zertifizierung für die Additive Fertigung von Bauteilen nach Druckgeräterichtlinie erhalten. Das große Potenzial der Zukunftstechnologie Additive Fertigung wird an Bauteilen deutlich, die nur mit diesem Verfahren hergestellt werden können. So integrierten die KSB-Experten in das Gehäuse einer Pumpe Heizkanäle – und das in einem einzigen Arbeitsgang.
Kommt Wasserstoff nicht vom Fleck?
Ebenfalls nicht losgelöst vom umgebenden System betrachtet werden kann das Megathema Wasserstoff – immerhin ist es alleine mit der Erzeugung des Gases nicht getan. Deswegen kommt auch 2024 das Wasserstoff-Forum auf die Förderprozessforen nach Würzburg. In zwei Tagen untersucht die Veranstaltung die zentralen Fragen bei Wasserstoffprojekten – was sind die passenden Technologien? Wie kommt man an Fördermittel? Welche Rolle spielen Zertifizierungen und Genehmigungen und wie muss die passende Infrastruktur beschaffen sein?
So stellt Alexander Detke von Quest One die Elektrolyse auf den Prüfstand und untersucht mit PEM-Elektrolyseuren eine der wichtigsten Trendtechnologien. Und nicht nur das: Der Vortrag macht klar, warum manche Wasserstoffprojekte schneller wachsen als andere und wo die Chancen, Risiken und Stolpersteine für Wasserstoffprojekte liegen. Denn: Nicht jedes vollmundig angekündigte Projekt ist auch der erhoffte große Wurf. Spätestens, wenn es zum Schwur in Form der „Final Investment Decision” kommt, machen viele Verantwortlichen einen Rückzieher. Dass es anders ginge, zeigt der Vortrag von Andrea Stachel von VTU Engineering.
Simone Aschendorff-Manentzos von PA-Solution und Ulf Lemke von Ingenion erläutern, wie H2-Projekte schlüsselfertig geplant werden können, während Dr. Sebastian Lange zeigt, welche Fördermöglichkeiten es beim Thema Wasserstoff gibt. Anschließend wird Dr.-Ing. Ralph-Uwe Dietrich vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt Technologien und Importoptionen vergleichen, um aufzuzeigen, woher das grüne Gas kommen könnte. Schließlich erklärt Georg Benhöfer vom Gas-Netzbetreiber VNG, wie Wasserstoff-Importe gelingen und was das für die Farbenlehre des Gases bedeutet.
Exkursion zum Pumpwerk Hubland
Abgerundet wird das Pumpenforum in diesem Jahr durch eine Exkursion, die exklusive Einblicke in das Neubauprojekt Pumpwerk Hubland in Würzburg gibt. Unter Führung von Oliver Janietz und Jens Lüke von der Trinkwasserversorgung Würzburg erfahren die Teilnehmer, welche Herausforderungen es bei der Projektierung und beim Bau des Pumpenwerks gab und welche Kriterien die eingesetzten Pumpen erfüllen müssen.
Denn allen Unkenrufen zum Trotz: Auch in Zukunft wird die Industrie nicht auf Pumpen und Strömungsmaschinen verzichten können. Gepumpt wird schließlich immer.