Radar-Füllstandmessung

Geführte Mikrowelle: So vermeiden Sie Probleme bei Störsignalen und schlechten Installationspraktiken

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Geführte Mikrowellen und Quellen elektrischer Störsignale

Transiente Energie kann auf verschiedene Arten in einen Füllstandmessumformer eindringen. Sie kann durch natürliche Ereignisse – wie Blitze – entstehen, durch RFI von in der Nähe befindlichen Maschinen oder statisch, hervorgerufen durch die Messung von Feststoffen wie Kunststoff-Pellets.

Hersteller haben ihre elektronischen Schaltkreise in einer geführten Mikrowelle so ausgelegt, dass sie diesen Überspannungen standhalten können. Bei sehr großer Überspannung, wie etwa bei einem durch Blitz verursachten Transienten, kann die Entladung jedoch stark genug sein, um die geführte Mikrowelle zu beschädigen. Um den höchsten Transientenschutz zu erreichen, sollte ein Transienten-Anschlussblock dort eingesetzt werden, wo diese Gefahr besteht. Emersons Transienten-Anschlussblock ist so ausgelegt, dass er ein hohes Maß an Schutz gegen Transienten bietet und in Verbindung mit einer guten Erdung die Überspannung von der Elektronik fernhält. Eine gute Erdung für extern zugeführte Transienten kann durch eine leitfähige Verbindung zwischen dem Flansch und einem Erdspieß oder Gitter geschaffen werden.

Elektrische Störungen durch in der Nähe befindliche Ausrüstung, z.B. von Antrieben variabler Geschwindigkeit, kann in nichtmetallischen Silos ein besonderes Problem sein, da die Störsignale möglicherweise von der Sonde aufgefangen werden. Dies kann vermieden werden, indem man Filter einsetzt, die die am häufigsten auftretenden EMI von rotierender Ausrüstung, Motorsteuerungen und anderen Quellen ausfiltern. Bei Metallsilos besteht keine Gefahr, da die Metallwände die Sonde vor den Geräuschen schützen.

Geführte Mikrowellen und die Bedeutung der Erdung

Ungenügende Erdung kann zu Signalstörungen führen, die es dem Messumformer erschweren, das richtige Echo zu erkennen. Wenn die Echos der Störgeräusche groß genug sind, können sie die Ursache für einen Ausfall der Geräteelektronik sein.

In Metalltanks ist es wichtig, eine „Metall zu Metall“-Verbindung zwischen der Sonde und dem Tank herzustellen. Zudem ist die Dimension des Erdungskabels von Bedeutung, da es auf direktem Weg zum Grund führt. Kabel mit größeren Durchmessern und kurze Entfernungen bieten die besten Ergebnisse. Anwender sollten sich an der Betriebsanleitung orientieren und den Empfehlungen des Herstellers Folge leisten. Bei Behältern mit möglicher interner Überspannung, wie etwa statischer Entladung, bietet ein internes Erdungskabel im Behälter, zwischen Flanschen befestigt und mit der Erde verbunden, eine Alternative.

Nichtmetallische Tanks stellen geführte Mikrowellen vor besondere Probleme, da Überspannungen oft durch die Sonde in den Messumformer eindringen. Daher ist es wichtig, in solchen Anwendungen ein externes Erdungskabel zu nutzen. Weiterhin ist es wichtig, dass der Inhalt des nichtmetallischen Tanks effektiv geerdet ist. Wird der Tank vom Boden aus gefüllt, wird dies normalerweise durch eine Erdung über die Verrohrung geschehen. Wird der Tank allerdings von oben gefüllt, ist es möglich, dass der Inhalt nicht effektiv geerdet ist, und es kann erforderlich sein, eine Erdung über die gesamte Höhe des Behälters zu installieren.

Fazit

Um die besten Messergebnisse zu erreichen und um die geführte Mikrowelle im täglichen Gebrauch vor Beschädigung zu schützen, ist eine korrekte Installation unerlässlich. Auch die Behandlung möglicher durch Störsignale verursachter Probleme ist ein wichtiger Aspekt für die Installation. Vorausgesetzt, die Empfehlungen des Herstellers werden befolgt, bieten korrekt installierte geführte Mikrowelle-Füllstandmessgeräte eine hohe Messleistung, geringen Instandhaltungsaufwand und hohe Zuverlässigkeit.

* Der Autor ist Produktspezialist bei Emerson Process Management.

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