Mühlen in der Pharmaindustrie Feinstvermahlung für Suspensionen und hochviskose Produkte
Hohe Produktivität, hygienisch einwandfrei, variable Einsatzmöglichkeiten – dies sind die drei wichtigsten Eigenschaften für Mühlen in der Pharmaindustrie. Da kein Einsatz dem anderen gleicht, müssen insbesondere die Mahlwerkzeuge variabel sein und sich präzise auf die zu verarbeitenden Produkte abstimmen lassen. Der folgende Beitrag gibt einen Überblick über die technischen Details verschiedener Mühlentypen und über deren Anwendungsbereiche.
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Mühlen sind ein wichtiges Instrument in der pharmazeutischen Produktion. Da kaum ein Einsatz dem anderen gleicht, bietet das Neuenburger Unternehmen Fryma Koruma die unterschiedlichsten Mühlentypen an. Unabhängig davon, welcher Mühlentyp zum Einsatz kommt, werden die Produkte der Mühle über einen Trichter oder mit einer Pumpe zugeführt. Der Produktraum der Mühlen ist mit einer einfach oder doppelt wirkenden Gleitringdichtung in Cartridge-Ausführung abgedichtet und ist totraumfrei. Alle produktberührten Oberflächen sind ohne Demontage sehr gut zu reinigen (CIP). Da eine optimale Restentleerung gewährleistet ist und alle statischen Dichtungen beim Reinigungsprozess gut gespült werden, erfüllen alle Mühlen die höchsten Hygiene-Vorgaben (GMP, DIN EN 1672).
Ideal für Nassvermahlungen
Zahnkolloidmühlen stehen hauptsächlich zum Nassvermahlen von flüssigen und hochviskosen Suspensionen oder Emulsionen im Einsatz. Mit verschiedenen Kolloidmahlsätzen lässt sich die Mühle optimal an das zu verarbeitende Produkt anpassen. Der Standardmahlsatz ist universell einsetzbar. Der grobverzahnte Mahlsatz ist ideal für die Zerkleinerung von groben Feststoffen in Suspensionen. Der kreuzverzahnte Mahlsatz bietet dagegen eine erhöhte Zerkleinerungs- und Dispergierwirkung. Um den Mahlspalt optimal auf die jeweilige Applikation einzustellen, ist eine feste Spaltbreite zwischen Rotor und Stator vorgesehen. Optional ist eine stufenlose Mahlspaltverstellung zur manuellen bis hin zur automatisierten Regelung erhältlich.
Starke Scherkräfte
Korundscheibenmühlen werden vor allem beim Dispergieren und bei der Nassvermahlung von flüssigen bis pastösen Produkten eingesetzt. Kern dieser Mühlen sind die Korundscheiben, die je nach Anforderungen mit unterschiedlichen Körnungen verfügbar sind. Das Rotorelement dreht mit hoher Geschwindigkeit gegen den feststehenden Stator. Im Mahlspalt wird das Produkt durch starke Scher- und Schneidkräfte vermahlen. Aufgrund der axialen Mahlspaltverstellung kann der Stator während des Betriebes mit dem erforderlichen Druck gegen die mit hoher Drehzahl rotierende Korundscheibe gepresst werden (Negativspalteinstellung). Optional können die Maschinen mit einer automatischen Mahlspaltverstellung ausgerüstet werden.
Für feinste Produkte
Die Ringspaltkugelmühle CoBall-Mill wird zur Feinstvermahlung von Suspensionen und hochviskosen Produkten eingesetzt. In einen konischen Arbeitsbehälter (Stator) taucht ein ebenfalls konischer Mitnahmekörper (Rotor) ein. Der Spalt zwischen diesen beiden Körpern ist zwischen 6,5 und 13 mm breit. Darin werden die Mahlkugeln durch die Rotorbewegung radial von innen nach außen beschleunigt. In gleicher Richtung steigt auch ihre Bewegungsenergie, weshalb die Scherbelastung des Produkts vom Produkteintrag bis zum Austrag stetig ansteigt. Das Produkt wird mithilfe externer Pumpen mit verstellbarer Förderleistung dem Arbeitsbehälter zugeführt. Mit einer Trennvorrichtung am Produktauslass werden die Mahlkugeln vom Produkt separiert und werden dem Produktstrom beim Eintritt in den Mahlraum automatisch wieder zugeführt.
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