Chemieunfall im Erzgebirge Explosion in Unipetrol-Raffinerie in Tschechien
Im tschechischen Litvinov hat sich am vergangenen Donnerstag ein Chemieunfall ereignet. In einem Werk von Unipetrol ist nach ersten Erkenntnissen Propen in Brand geraten, nachdem ein Kühlkreis ausgefallen war. Die Anlage befindet sich rund 20 km von der deutschen Grenze entfernt.

Litvinov/Tschechien – Nach Berichten von n-tv und MDR ist am Donnerstagvormittag nach zwei Explosionen ein Feuer in dem Werk von Unipetrol ausgebrochen. Wie ein Feuerwehrsprecher bekannt gab, konnte die Feuerwehr die Lage in der Anlage nach fünf Stunden unter Kontrolle bringen. Die Polizei evakuierte Anwohner in einer Umgebung von einem Kilometer. Litvinov im südlichen Erzgebirge hat rund 25 000 Einwohner.
Laut der Verwaltung von Litvinov ereignete sich der Chemieunfall bei der Produktion von Ethen, das austretende Propen müsse jetzt vollständig abbrennen. Schwarze Rauchschwarzen zogen südöstlich in Richtung der Stadt Hora Svate Kateriny. Bewohner in der Region wie auch in der sächsischen Grenzgemeinde Olbernhau klagten über einen Geruch nach verbranntem Plastik.
Unipetrol-Pressesprecher Mikulás Duda sagte, dass keine Gesundheitsgefahr für Bewohner in der Region rund um die Anlage bestehe. Es sei aber mit einer „unangenehme Rußbildung“ zu rechnen. Im Verlauf der Löscharbeiten kollabierten vier Feuerwehrleute und mussten ärztlich behandelt werden. Im Werk selbst sei nach Angaben der Behörden ein Fahrer eines Tanklasters in die Druckwelle der Explosion geraten, woraufhin er eine Trommelfellverletzung erlitt.
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