Neuausrichtung Evonik strukturiert um: Fokussierung auf Kernbereiche und strategische Verkäufe

Quelle: Evonik 3 min Lesedauer

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Evonik treibt den Umbau voran: Der Spezialchemiekonzern richtet seine Geschäftsbereiche Coating & Adhesive Resins sowie Health Care neu aus und konzentriert sich auf Kernkompetenzen. Geschäfte außerhalb dieser Schwerpunkte sollen verkauft, in Partnerschaften überführt oder in Einzelfällen eingestellt werden.

Evonik will die Geschäftsbereiche Coating & Adhesive Resins sowie Health Care straffen.(Bild:  Evonik)
Evonik will die Geschäftsbereiche Coating & Adhesive Resins sowie Health Care straffen.
(Bild: Evonik)

Der Spezialchemiekonzern Evonik ordnet zwei Geschäftsgebiete neu. Die Business Lines Coating & Adhesive Resins sowie Health Care werden auf ihre jeweiligen Kerngeschäfte konzentriert, um Investitionen künftig darauf zu fokussieren. Für die Geschäfte außerhalb dieser Kerne werden verschiedene Lösungen umgesetzt. Der überwiegende Teil soll an neue Eigentümer verkauft oder in Partnerschaften eingebracht werden. In Einzelfällen sollen Geschäfte eingestellt werden. Insgesamt handelt es sich um Geschäfte mit einem Umsatz von 350 Millionen Euro.

„Unsere Branche befindet sich weltweit in einem grundlegenden strukturellen Wandel“, sagt Christian Kullmann, Vorstandschef von Evonik. „Wir werden unsere Ressourcen aller Art auf unsere stärksten Geschäfte ausrichten. Nur dann können wir in diesen Märkten in der notwendigen Geschwindigkeit Wachstumschancen nutzen. Im Umkehrschluss heißt das auch: Für Geschäfte, denen wir unter dem Dach von Evonik nicht die angemessenen Zukunftsperspektiven bieten können, werden wir Lösungen außerhalb von Evonik umsetzen.“

Die Business Line Health Care soll sich künftig auf die Wachstumsbereiche Lipide für mRNA- und Gentherapien, Systeme zur Freisetzung von Wirkstoffen und Inhaltsstoffe für Zellkulturen fokussieren. Die Herstellung von Ketosäuren für Pharma-Anwendungen in Hanau soll Ende 2025 eingestellt werden. Die insgesamt rund 260 betroffenen Mitarbeiter will das Unternehmen bei der Suche neuer Optionen in anderen Bereichen von Evonik oder außerhalb des Konzerns unterstützen. Für die im selben Geschäft tätigen Standorte in Ham (Frankreich) und Wuming (China) werden mehrere strategische Optionen geprüft. Der gesamte Bereich der Amino- und Ketosäuren erwirtschaftete im Durchschnitt der vergangenen Jahre Umsätze von rund 100 Millionen Euro. „Unsere Amino- und Ketosäuregeschäfte in Ham und Wuming sind stark und bieten großes Potenzial“, sagt Caspar Gammelin, Leiter der zuständigen Division Nutrition & Care. „Wir denken deshalb nicht an Schließung. Mit Investitionen in diese Standorte könnten diese Geschäfte ihr volles Potenzial entfalten und florieren. Wir prüfen deshalb Optionen wie Partnerschaften oder Verkauf, die den Geschäften erlauben würden zu prosperieren.“

Die Business Line Coating & Adhesive Resins soll nach derselben Logik weiterentwickelt werden. Um ihr Wachstum zu gewährleisten, soll sie sich künftig auf zwei Kernbereiche konzentrieren: Zum einen flüssige Polybutadiene als Additive etwa für Kleb- und Dichtstoffe oder Autoreifen, zum anderen Spezial-Acrylate für die Medizintechnik und Verpackungsindustrie. Das bestehende Polyolefine-Geschäft der Business Line mit einem Umsatz von etwa 100 Millionen Euro wird innerhalb von Evonik in den Bereich C4-Chemie überführt. Hiervon verspricht sich Evonik eine bessere Nutzung von Vorteilen aus den bestehenden Lieferbeziehungen der beiden in Marl beheimateten Einheiten. Perspektivisch wird das Geschäft dann als Teil der C4-Chemie verkauft. Das Geschäft mit Polyestern für Lack- und Klebstoffanwendungen soll an neue Eigentümer abgegeben werden. Global umfasst es rund 330 Mitarbeiter in Deutschland und China. Größter Standort mit rund 250 Beschäftigten ist Witten (Nordrhein-Westfalen). Daneben besteht eine kleinere Anlage in Shanghai mit rund 30 Mitarbeitern. Das Geschäft steht für einen Jahres-Umsatz von etwa 150 Millionen Euro. „Die technologischen Kompetenzen unseres Polyester-Geschäfts sind groß“, sagt Lauren Kjeldsen, Leiterin der zuständigen Division Smart Materials. „Aber um dauerhaft im globalen Wettbewerb erfolgreich zu sein und die notwendigen Margen zu erwirtschaften, bedarf es Investitionen – und die können andere Unternehmen, bei denen Polyester zum Kernbereich gehören, besser realisieren als wir.“ Die Suche nach Interessenten soll noch im Jahr 2024 gestartet werden.

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