Die Transformation zur Klimaneutralität ähnelt der beliebten Frage: Wie esse ich einen Elefant? Hier wie dort ist der Erfolg eine Strategie der kleinen Schritte und Einzelmaßnahmen, die sich zum gewünschten Ergebnis „Zero Emission“ summieren. Ein Besuch bei Evonik in Essen zeigt, wie der Konzern die Mammutaufgabe anpackt.
Kolonnen der C4 Anlage von Evonik in Antwerpen.
(Bild: Evonik Industries AG)
Dürre in Italien, Griechenland und Spanien, Tornados und Starkregen in Slowenien und Österreich – die Wetterphänomene, die im Sommer die Medien dominierten, sollten auch den letzten Zweifler überzeugen: Der Klimawandel ist da. Politik, Gesellschaft und Industrie – alle müssen an einem Strang ziehen, um den CO2-Ausstoß zu begrenzen und das 1,5 Grad-Ziel noch zu erreichen. Doch die Zeit rennt. Vor allem die energieintensiven Branchen sind gefordert ihre Hausaufgaben zu machen, allen voran die Chemieindustrie, obwohl die starke Fokussierung auf die Fossilen der Branche eine harte Nuss zu knacken gibt.
Von der Strategie zum Konkreten
Wer wissen will, wie einer der Big Player es ganz konkret anpackt CO2-neutral zu werden, dem sei ein Besuch bei Evonik empfohlen. Der Konzern hat im letzten Jahr ein Großprojekt gestartet und will bis 2050 komplett Treibhausgas neutral produzieren. Ein Viertel der Scope 1 und Scope 2-Emissionen sollen bis 2030 schon weg sein. Eine Alternative gibt es nicht und der Zeitpunkt momentan scheint günstiger denn je. Selten waren Konzernspitze und Belegschaft so einig über eine strategische Entscheidung, wie den Beschluss klimaneutral zu werden.
In den Räumen der verschachtelten Essener Konzernzentrale in der Rellinghauser Straße empfangen Guido Skudlarek und Mikko Meyder zum Gespräch. Die beiden Evonik-Manager wollen von den Plänen und Zielen des Spezialchemiekonzerns in den nächsten Jahren erzählen. Wie die Verantwortlichen die Umsetzung des ehrgeizigen Unterfangens in einem so verzweigten und internationalen Konzern angehen. Und welche Rolle das EAGER-Projekt und die Next Generation Technologies dabei spielen.
Wie schafft die Prozessindustrie die grüne Transformation?
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Aber zunächst zu den Zahlen und Fakten, die hinter dem Vorhaben stehen. Der Capital Market Day im Juni 2022 markiert für Evonik die nächste Phase einer Transformation zu „grünem Wachstum und Nachhaltigkeit als zentralem Treiber der Innovationen“, wie es in der Pressemitteilung steht. CEO Christian Kullmann gibt eine Portfolio-Bereinigung bekannt. Superabsorber, Functional Solutions und Performance Intermediates sollen verkauft werden. Künftig will Kullmann mit Specialty Additives, Nutrition & Care und Smart Materials Geld verdienen.
Das Geld aus dem Verkauf der drei Bereiche will der CEO in die grüne Transformation und Produkte stecken, die er als Next Generation Solutions bezeichnet – drei Milliarden Euro bis 2023 und noch einmal 700 Millionen Euro sollen in Next Generation Technologies fließen – also in die Weiterentwicklung von Produktionsprozessen und Infrastruktur zur Einsparung von CO2-Emissionen. Das übergeordnete Ziel: die CO2-Emissionen der Scopes 1 und 2 im Unternehmen bis 2030 um ein Viertel senken und bis 2050 Treibhausgas neutral produzieren.
In Summe bedeutet das eine Reduktion der Scope 1 und Scope 2-Emissionen von 6,3 Millionen Tonnen CO2 auf 4,7 Millionen Tonnen in den nächsten sieben Jahren.
Definition der Emissionskategorien
Der meistgenutzte Methodenstandard zur Identifikation der wesentlichen Emissionsquellen eines Betriebs ist das Greenhouse Gas (GHG) Protocol, das 2001 vom World Resources Institute, einer Denkfabrik zum Thema Umweltschutz, und vom World Business Council for Sustainable Development, einem Unternehmensverband zum Thema „Nachhaltige Entwicklung“, entwickelt wurde. Der Methodenstandard definiert drei Emissionskategorien:
Scope 1: alle direkten, also durch energie- und prozessbezogene Aktivitäten an den Standorten erzeugten Emissionen;
Scope 2: alle Emissionen, die mit eingekaufter Energie wie Strom, Fernwärme, Dampf oder Kühlung verbunden sind;
Scope 3: alle indirekten Emissionen, die der eigenen Produktion vor- oder nachgelagert sind. Dazu zählen etwa Emissionen durch gekaufte Waren oder Dienstleistungen,Geschäftsreisen und Pendelverkehr zur Arbeitsstätte.
Rund eine Million Tonnen des Treibhausgases sollen die Produktionsbetriebe einsparen, durch bessere und neue Technologien, und/oder den Einsatz von Grünstrom z.B. bei der Trocknung. Womit jetzt die beiden Protagonisten in der Rellinghauser Straße und das erwähnte EAGER-Projekt wieder ins Spiel kommen. Mikko Meyder hat einen Teil der Arbeit bereits hinter sich gebracht. Drei Monate lang haben er und weitere Teams letztes Jahr in virtuellen Meetings die Evonik-Welt erkundet: „Wir haben Emissions-, Energieeffizienzzahlen ermittelt, mit den Kollegen vor Ort gesprochen und gesammelt, welche Ideen zur CO2-Reduktion es an den Standorten gibt,“ erzählt Meyder.
Stand: 08.12.2025
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Mikko Meyder ist Senior Process Consultant Sustainability bei Evonik
(Bild: Evonik)
Jede Menge Aufbruchstimmung habe es im Konzern gegeben sagt er, das Thema Nachhaltigkeit habe viele Türen geöffnet. Die Kollegen seien kreativ und unterstützend gewesen.
Wieviel Treibhausgasemissionen gehen auf das Konto von Evonik-Betrieben?
EAGER, so lautet das Kürzel unter dem das Projekt im Konzern gelaufen ist, steht für: „Evonik Assessment for Greenhouse Gas Emission Reduction” und ist damit eigentlich selbsterklärend. Denn es geht unter anderem darum, den Überblick über die an den Standorten entstehenden Emissionen zu bekommen und wie diese im Verhältnis zum Ausstoß an Chemikalien, also der Produktivität des Standortes stehen. Klar, dass dazu eine Menge Statistiken mit Energieverbräuchen, Produktionszahlen und eben Emissionen an klimarelevanten Gasen gehören.
EAGER auf einen Blick
Identifikation von CO2-Reduktionsmaßnahmen in den Scopes 1 und 2 in Höhe von 1 Million Tonnen CO2
Damit Beitrag zum neuen Klimaziel von Evonik (Scope 1 & 2) im Einklang mit SBTi (Science Based Targets initiative)-Ziel („well below 2 °C“)
Laufzeit: erstes Halbjahr 2022
20 beteiligte Standorte weltweit mit 120 Betrieben
Hochengagierte Kollegen in den Betrieben identifizierten 400 Maßnahmen
2022 – 2030: 700 Millionen Euro für Next Generation Technologies vorgesehen (Weiterentwicklung von Produktionsprozessen/Infrastruktur zur Einsparung von CO2-Emissionen)
Maßnahmennachverfolgung und Kontrolle durch existierende Steuerungsgremien
„Wir waren dabei sehr genau“, sagt Meyder. Aus welcher Quelle stammt der Strom? Wo kommt das Erdgas her? Ist es Frackinggas oder gar aus Russland? Solche und weitere Daten mussten auf den Tisch und bewertet werden.
Von den 100 Standorten, die Evonik weltweit betreibt, hat sich das Eager-Team die 20 größten Emittenden herausgepickt, darunter Marl, Wesseling und Antwerpen. „Damit haben wir etwas über 80 Prozent unserer CO2-Emissionen erfasst“, erklärt Guido Skudlarek, der bei Evonik den Titel Vice Präsident Operations trägt und für die Projektsteuerung im Opex-Umfeld zuständig ist. Sein Team hat jetzt den Job, im Nachfolgeprojekt die Umsetzung der Maßnahmen zu steuern und die Teams zu koordinieren.
Was ist eigentlich neu an EAGER?
Energieeffizienz und Emissionsreduktion sind für Evonik natürlich nichts Neues sondern seit Jahrzehnten gelebte Praxis. „Wir setzen uns schon lange Nachhaltigkeitsziele und halten diese auch nach“, sagt Skudlarek und verweist auf die jährlichen Nachhaltigkeitsberichte.
Guido Skudlarek ist Senior Vice President Operations bei Evonik Industries
(Bild: Evonik)
Evonik profitiert in mehrfacher Hinsicht vom Streben nach Klimaschutz: Viele Nachhaltigkeitsmaßnahmen verbessern nicht nur den Prozess sondern senken dadurch Kosten und den CO2-Ausstoß. Und Ideen gäbe es an den Standort bereits sehr viele, betont der Manager.
Doch wer nun denkt EAGER sei bloß alter Wein in neuen Schläuchen gewesen, den belehrt Skudlarek eines Besseren. „EAGER bringt uns das Gesamtbild. Wir verzahnen die strategischen Ziele der Konzern-Ebene mit der immer größer werdenden Zahl an Einzelprojekten und Initiativen an den Standorten, um den größten Nutzen für den Konzern daraus zu ziehen“, erklärt Skudlarek. Man wolle wissen, ob man auf dem richtigen Weg sei oder die Anstrengungen erhöhen müsse. „Wir müssen jetzt schon eine gute Idee haben, wie der Fahrplan bis 2030 aussehen soll. Wenn wir zwei Jahre vorher feststellen, es reicht nicht, ist es zu spät“, konkretisiert er. Die bisher als Puzzleteile im Konzern verstreuten Maßnahmen und Ideen sollen daher schön geordnet ihren Platz finden und in der Reihenfolge priorisiert werden.
Und es geht ums Geld. Auch das gehört zur Wahrheit dazu: Evonik will mit dem Projekt nicht nur seine Energieeffizienz steigern, sondern auch seine jährlichen Kosten nachhaltig senken, um im internationalen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben. Zielvorgabe: Mit den 700 Millionen Euro Investitionen in Prozessverbesserungen und Next Generation Technologies will Evonik bis zum Jahr 2030 die operativen Kosten um mehr als 100 Millionen Euro pro Jahr reduzieren.
Die Kurve gibt die Roadmap vor
400 Maßnahmen haben die EAGER-Kollegen zusammengetragen, evaluiert, Daten gesichtet und validiert, Studien gemacht und dabei Ideen auch wieder verworfen, z.B: wenn für den Einbau einer Wärmepumpe der Platz nicht reichte. Was dabei für Skudlarek und Meyder ganz klar geworden ist: „Die einfachen Themen sind weitestgehend abgearbeitet.“ Je weiter man die CO2-Vermeidung treibe, desto höher werde der Einsatz und die Mittel, die investiert werden müssen.
Und beide denken bereits über das Jahr 2030 hinaus. „Wir werden, um dann weiter zu kommen, noch einmal grundlegende verfahrenstechnische Prozesse überarbeiten müssen, wie z.B. Trockner die Strom statt Erdgas nutzen. Das ist grundsätzlich möglich wurde aber in den benötigten Größenordnungen noch nicht gebaut.“ Womit die Next Generation Technologies ins Spiel kommen, die dann beim ganzen großen Sprung in die Klimaneutralität helfen sollen.
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Meinungen, Ansichten und Lösungen zum Thema Nachhaltigkeit in der Prozessindustrie: Die PROCESS-Redaktion im Gespräch mit den Nachhaltigkeitsspezialisten der Prozessindustrie
In den Monaten nach der Datenerhebung ist die Vermeidungskostenkurve entstanden, hinter der sich eine ziemlich ausgeklügelte Kosten-Nutzen-Rechnung verbirgt, die für jede Maßnahme Energiekosten, Capex-und Opex-Kosten und vieles mehr miteinbezieht und so ermittelt, was jede Tonne eingespartes Kohlendioxid kostet. Das Ganze Standort spezifisch, denn gerade bei den Energiepreisen sind die regionalen Spannen hoch: so bekommt man in den USA, seit Fracking dort in Mode ist, Gas förmlich „hinterher geworfen“, während Europa diesbezüglich eine Hochpreisregion ist – noch verschärft durch den Ukrainekrieg.
Nun aber ist die Basis für die Roadmap der nächsten sieben Jahre gelegt und an den Standorten steigt die Spannung – schließlich kann nicht jeder zum Zug kommen. Enttäuschungen sind vorprogrammiert und damit die Vermittlungsfähigkeiten von Skudlareks Team, das die Roadmapergebnisse kommuniziert. Es gehe nämlich ausdrücklich nicht um den Wettbewerb zwischen den Standorten, wer als erster grün sei, betont der Manager. „Wir müssen Evonik im Blick haben und uns fragen, wo wir mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen den größten Nutzen erzielen“, ergänzt Skudlarek.
Große Visionen für Antwerpen und Herne
Im Visier ist beispielsweise der Standort in Antwerpen, wo Evonik auf 109 Hektar elf Produktionsanlagen betreibt, darunter die weltweit größte Produktion der essentiellen Aminosäure Methionin. Hier arbeiten die Ingenieure gerade an Möglichkeiten einer effizienteren Dampfversorgung, die interne und externe Abwärme nutzt. Eine Maßnahme, die mit Blick auf die Vermeidungskostenkurve gute Chancen hat, da der Erdgasverbrauch des Standortes und damit die CO2-Emissionen deutlich sinken würden.
Am Standort Herne, dem wichtigsten zur Isophoronherstellung, dreht man die ganz großen Klimaräder und strebt die Klimaneutralität des ganzen Standortes an. Wichtige Bausteine dabei: Wasserstoff und Sauerstoff, die statt wie bisher aus fossilen Quellen nun aus dem PEM-Elektrolyseur kommen sollen – mit regenerativ erzeugtem Strom versteht sich.
Blick auf den Evonik- Standort Herne, dem wichtigsten zur Isophoronherstellung.
(Bild: Evonik Industries AG)
Der PEM-Elektrolyseur von Siemens Energy mit einer Nennleistung von acht Megawatt kann bis zu 45 Prozent des Bedarfs an Wasserstoff durch grünen Wasserstoff decken und zusätzlich 100 Prozent des am Standort benötigten Sauerstoffs liefern.
Solche Vorzeigeprojekte passen bestens zur Evonik-Strategie. Aber es geht auch eine Nummer kleiner. Die hohen Energiepreise und die sukzessive steigende CO2-Bepreisung verändern nämlich auch die Sichtweise auf Projekte, die in der Vergangenheit abschlägig beschieden wurden. Dazu gehören z.B. Klassiker wie Wärmepumpen, Brüdenkompression oder eine noch intensivere Abwärmenutzung, „Vorhaben, die sich in der Vergangenheit nicht gerechnet haben, jetzt aber schon“, sagt Skudlarek. Etwas platt ausgedrückt, geht es darum mit wenig viel zu erreichen. Sensortechnik und Digitalisierung seien dabei wichtige Hebel: Advanced Process Controll erlaube es, Prozesse mit geringeren Schwankungen zu fahren. Das führe zu niedrigeren variablen Kosten und zahle auch auf die CO2-Emissionen ein.
Und welche nächsten Schritte sind nun geplant? „Das erste Maßnahmenpaket 2023 “, sagt Skudlarek. Die Vorhaben in Antwerpen und Herne seien gesetzt. Über weitere Vorhaben wollen die beiden Evonik-Manager erst einmal nicht sprechen. Doch der Pfad sei klar und das Ziel 2030 vor Augen und erreichbar. (agk)