VCI fordert Nachbesserungen Chemieindustrie warnt vor EU-Plänen zu kohlenstoffarmem Wasserstoff

Quelle: VCI 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Die EU hat neue Kriterien für kohlenstoffarmen Wasserstoff vorgestellt – doch der Verband der Chemischen Industrie hält die Vorgaben für zu praxisfern. Der VCI warnt vor Investitionshemmnissen für die Industrie und fordert von der Bundesregierung Nachbesserungen in Brüssel.

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisiert die neuen EU-Kriterien für kohlenstoffarmen Wasserstoff als zu bürokratisch und praxisfern.(Bild:  frei lizenziert / Unsplash)
Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisiert die neuen EU-Kriterien für kohlenstoffarmen Wasserstoff als zu bürokratisch und praxisfern.
(Bild: frei lizenziert / Unsplash)

Die Europäische Kommission hat am 08. Juli mit ihrem „Low Carbon Fuels Delegated Act“ Kriterien für kohlenstoffarme Brennstoffe wie Wasserstoff festgelegt. Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) kritisiert den Regelungsrahmen als „zu bürokratisch und strikt“. Matthias Belitz, Leiter des Bereichs Energie, Klimaschutz und Nachhaltigkeit im VCI, sagt: „Leider sind die Regelungen wieder zu streng und schlicht nicht praxistauglich – ähnlich wie bei den Grünstromkriterien für grünen Wasserstoff. Die dringend notwendigen Investitionen in die Wasserstofferzeugung werden damit erschwert oder könnten im schlimmsten Fall ganz ausbleiben. Das ist besonders für die chemisch-pharmazeutische Industrie eine schlechte Nachricht. Unsere Unternehmen sind heute schon die größten Wasserstoffnutzer in Deutschland – und der Bedarf wird sich in Zukunft noch vervielfachen.“

Der VCI appelliert jetzt an die Bundesregierung, sich in Brüssel für Nachbesserungen einzusetzen. VCI-Energieexperte Belitz erläutert: „Wir brauchen sinkende Kosten und mehr Pragmatismus beim Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft. Das ist im deutschen Koalitionsvertrag festgehalten und sollte auch auf europäischer Ebene umgesetzt werden. Kohlenstoffarmer Wasserstoff ist ein ‚Übergangs-Wasserstoff‘. Er ist besser fürs Klima als der klassische fossile Wasserstoff – aber nicht ganz so sauber wie der grüne Wasserstoff aus Wind- oder Sonnenstrom. Trotzdem kann er helfen, Emissionen schnell und wirksam zu senken – vor allem in der Industrie.“

Flexiblere und praxisnähere Kriterien müsse es etwa bei der Kalkulation der Emissionen aus dem Strombedarf für kohlenstoffarmen Wasserstoff geben. Auch die Bewertung der Methanemissionen, die bei Förderung und Transport von Erdgas anfallen, dürften die Wirtschaftlichkeit gasbasierter Wasserstoffprojekte nicht verhindern, so Belitz. Darüber hinaus fordert er ein transparentes und praxistaugliches Zertifizierungssystem für kohlenstoffarmen Wasserstoff, das auch Importe anerkennt.

(ID:50480359)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung