Abgasreinigung Entfernung von Quecksilber in Rauchgasen
Bayer Industry Services (BIS) präsentierte auf der „Woche der Umwelt“ im Berliner Schlosspark Bellevue eine neue Technologie zur Entfernung von Quecksilber aus Rauchgasen.
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Leverkusen – Auf der „Woche der Umwelt“ im Berliner Schlosspark Bellevue präsentierte der Bayer-Konzern zwei Projekte einem. Bayer Industry Services stellte ein Verfahren zur Entfernung von Quecksilber in Rauchgasen. Bayer Materialscience leitet ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördertes Verbundprojekt, das den Energiebedarf bei der Herstellung des chemischen Grundstoffes Chlor um bis zu 30 Prozent reduzieren soll.
Rauchgasreinigungsverfahren
Das neue Rauchgasreinigungsverfahren von Bayer Industry Services funktioniert so: Durch die genau dosierte Zugabe von geringen Mengen einer bromhaltigen Verbindung in den Verbrennungsprozess wird das metallische, wasserunlösliche Quecksilber im Rauchgas von Verbrennungsanlagen in Quecksilberbromid überführt. Die gasförmige Verbindung ist nicht nur gut wasserlöslich, sondern zugleich auch an Aktivkohle gut abzuscheiden. Nach der Rauchgaswäsche kann das gelöste Quecksilberbromid in der anschließenden Abwasserbehandlung in eine umweltfreundlichere wasserunlösliche Quecksilberverbindung überführt werden. Sie wird abschließend in einer Sonderabfalldeponie sicher eingelagert – und das Quecksilber wird somit aus dem weltweiten atmosphärischen Kreislauf entfernt.
In Klärschlamm-Verbrennungsanlage eingesetzt
„Mit dem neuen Verfahren von Bayer Industry Services können bis zu 99,99 Prozent des Quecksilbers aus Rauchgasen entfernt werden“, erklärt Dr. Walter Leidinger, Leiter der Umweltdienste von Bayer Industry Services. Das ist ein wichtiger Beitrag gegen die globale Belastung der Nahrungskette durch diesen Stoff.“
Das Patent wird von Bayer und auch anderen Firmen bereits eingesetzt: Bayer Industry Services reinigt Rauchgase bereits auf diese Weise von Quecksilber. Darüber hinaus werde das Verfahren in Deutschland in einer großen Klärschlamm-Verbrennungsanlage mit jährlichen Einsparungen von 300 000 Euro eingesetzt, so das Unternehmen. Und in den USA wurden mit dem Anlagenbauer ALSTOM-ECS und dem Energieversorger Southern Company Services Lizenzverträge abgeschlossen. Der weltweite Vertrieb von Lizenzen erfolgt exklusiv durch die Firma Vosteen Consulting. Professor Bernhard Vosteen war in seiner Zeit als Bayer-Mitarbeiter Haupterfinder dieses Verfahrens.
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