E+H-Bilanzmedienkonferenz 2010 Endress und Hauser zieht Bilanz nach einem schwierigen Krisenjahr

Redakteur: Frank Jablonski

Erstmals in der jüngeren Geschichte von Endress und Hauser konnte die Führungscrew keine Wachstumsmeldungen verkünden. Doch die Aussichten für die nahe Zukunft sind nicht schlecht. Lesen Sie, welche Themen genau angegangen wurden.

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Basel - Obwohl das laufende Jahr mit einem deutlich über dem Vorjahr liegenden Auftragseingang und einem Nettoumsatzwachstum von mehr als sechs Prozent recht gut gelaufen ist, legt Klaus Endress, CEO von Endress und Hauser, den Schwerpunkt seiner Rede zur Bilanzmedienkonferenz 2010 auf die derzeitige Krisensituation: „Ich glaube schon, dass wir gut beraten sind, uns noch etwas mit diesem unbequemen Thema zu beschäftigen. Ein „Weiter so“ darf es nicht geben. Nein, wir müssen neue Wege gehen!“

Bevor er diese Wege aufzeigt, geht der Blick jedoch erst noch einmal zurück: „2009 war zweifellos eines der schwierigsten Jahre in der Geschichte von Endress und Hauser. Unsere weltweite Präsenz mit Vetrieb und Produktion und die breite Aufstellung in den Branchen hat uns zwar geholfen, dennoch mussten wir erstmals einen Umsatzrückgang verkraften.“ So sank der Umsatz im Jahr 2009 um 9,5% und das Betriebsergebnis brach um mehr als 46% ein. Dennoch so betont Endress habe man ein wichtige Ziel erreicht, nämlich die Gruppe insgesamt profitabel zu halten. „Auch ein weiteres wichtiges Ziel konnten wir erreichen: möglichst niemanden zu verlieren. Alle Mitarbeiter sollten an Bord sein, wenn es wieder aufwärts geht.“

Maßnahmen in und nach der Krise

„Aufwärts“ bedeutet für Endress und seine Führungsmannschaft das Niveau des Jahres 2008 anzupeilen, doch nicht mit einem „einfach weiter so“: „Was uns in die Krise hinein geführt hat, bringt uns ja nicht wieder hinaus. Und obwohl es in dieser volatilen Welt keine zuverlässigen Prognosen gibt, müssen wir auf die ersten schwachen Signale achten.“ In der Krise komme es zudem darauf an, Chancen und Risiken rechtzeitig zu erkennen und das Unmögliche zu denken. Dass Endress und Hauser seine Lektionen aus der Krise gelernt hat, darauf legt der Firmenchef großen Wert und zählt gleich eine Reihe kleinerer und größerer Maßnahmen auf.

So sei mit Gewohnheiten gebrochen und auf Reisen verzichtet worden. Der Vertrieb habe sich auf seine Stärken besonnen, Mitarbeiter Arbeitszeitkonten abgebaut, Werksferien genommen und ausgelagerte Tätigkeiten wieder selbst duchgeführt. Auch wurden Löhne eingefroren und die Gesellschafter hätten verzögerte sowie verringerte Dividenden-Zahlungen erhalten. Auch sei mit Allianz-Partnern enger zusammen gearbeitet worden und schlussendlich die Neubesetzung des Executive Boards überdacht worden (siehe hierzu auch Bildergalerie).

Das Umdenken hat zudem Früchte getragen in Form von neuen Produkten und kürzeren Entwicklungszeiten - lesen Sie welche auf den folgenden Seiten.

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