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Spektrometrische Sonde und weitere Highlights
Ein neues Produkt, dass Endress vorstellt, ist Stip-Scan, eine spektrometrische Sonde zur Flüssigkeitsanalyse mit einer neuen TOC-Sonde. Anforderung des Kunden, in diesem Fall staatliche Stellen in China, legten Wert darauf, dass die häufigen Kalibrier-Zyklen nicht zusätzlich das Wasser belasten. So wurde unter Hochdruck an einer neuen Lösung gearbeitet: Statt Flüssigkeiten, werden nun Gläser mit unterschiedlichen Eigenschaften zur Kalibrierung des optischen Systems genutzt. Nach nur knapp sechs Monaten konnte der Betreiber in China beliefert werden.
Gänzlich neue Anwendungen erhofft sich Endress durch eine Minderheitsbeteiligung an einem Hightech-Unternehmen aus dem Bereich der Durchflussmessung. Die Experten des Unternehmens Integrated Sensing Systems (ISSYS) entwickeln Mikrosensoren für Coriolis-Durchflussmesser. Das Ziel ist, neue Anwendungen beispielsweise im pharmazeutischen Umfeld zu erarbeiten, mit denen dann sehr kleine Massenströme gemessen und somit dosiert werden können. Eine andere denkbare Anwendung liegt in der Halbleiterindustrie bei der Messung von Spurengasen.
Bei einem anderen Investment, rund um das britische Unternehmen MHT Technology, hat Endress und Hauser gleich die Merheit erworben, um die Kompetenz auf dem Gebiet der Tankstandmessung und Tanklagerautomatisierung weiter auszubauen. MHT mit Sitz im nordenglischen Richmond wird mit seinen 18 Beschäftigten jedoch weiter selbstständig am Markt auftreten.
Künftige Chancen für Endress+Hauser
Michael Ziesemer, zweiter Mann an der Unternehmensspitze erläutert in welchen Märkten sich auch künftig Chancen für den Messgerätehersteller bieten: „Russland, dessen Wirtschaft sehr stark von Rostoffen abhängig ist, ist regelrecht abgestürzt aber auch rasch aus dem Tal heraus gekommen. In China war der Einbruch weniger ausgeprägt. Die Erholung hat dank massiver staatlicher Eingriffe noch früher eingesetzt.“ Indien, Korea, der Nahe Osten, Südostasien sowie Lateinamerika entwickelten sich laut Ziesemer positiv. „Alles in allem schlug sich Endress+Hauser besser als die Branche der Prozessautomatisierung, die um 16 Prozent schrumpfte. Wir haben Marktanteile gewonnen“, sagte Ziesemer.
Dabei geholfen, Marktanteile zu gewinnen, hat auch die Entscheidung, das Geschäft über die eigentliche Instrumentierung hinaus auf die Gebiete Dienstleistungen und Automatisierungslösungen auszuweiten. „Wir sind auch im Jahr 2009 in beiden Bereichen bemerkenswert gewachsen. Unsere Dienstleistungen - von Kalibrierungen über Wartungsverträge bis hin zur vollständigen Übernahme der Instandhaltung - erlauben unseren Kunden, sich auf ihr Kerngeschäft zu konzentrieren.“ Auch die nahtlose Integration von Feldgeräten in Leitsysteme habe gerade bei großen Projekten immer häufiger den Ausschlag für Aufträge gegeben.
Investitionen in Krisenzeiten
„Ich denke, vieles haben wir in der Krise auch richtig gemacht, so haben wir im vergangenen Jahr unsere Oberfläche zu Markt und Kunden weiter vergrößert.“ In Indien konnte gleich eine doppelte Einweihung gefeiert werden: In Aurangabad hat E+H zwei Produktionen für Durchfluss-, Füllstand- und Druckmessung eingeweiht. Hier werden auf knapp 20.000 Quadratmetern Messgeräte gefertigt, geprüft und kalibriert. Die Temperaturmesstechnik hielt Einzug in das südafrikanische Benoni, wo ein neues Gebäude mit 1200 Quadratmetern bezogen wurde. In Shanghai wurde ein 2700 Quadratmeter großes Logistkzentrum errichtet. Doch auch in Europa wurde investiert. In Breslau, Polen, hat Endress und Hauser ein Neubau für 80 Arbeitsplätze bezogen. Nach nur knapp 16 Monaten Bauzeit ist in Stahnsdorf bei Berlin die Produktion von Silizium-Drucksensoren angelaufen. 8,5 Millionen Euro sind hier auf 3000 Quadratmertern Fläche investiert worden, nachdem die alte Produktion in Teltow nach einer Brandstiftung völlig zerstört worden war. Der Bereich Flowtec erweiterte im elsässischen Cernay sein Werk um einen Bau im Wert von 1,3 Millionen Euro.
Obwohl in diesem Jahr ein Umsatzwachstum von 10% und eine Umsatzrendite von fast 10% erreichbar bleibe, mahnte Endress abschließend zur Vorsicht: „Die Ursachen der Wirtschaftskrise sind im Grundsatz nicht beseitigt.“ Die weitere Entwicklung sei von vielen Unsicherheiten bestimmt. „2009 war schwierig – aber auch 2010 wird auch nicht leicht werden“, ist der Firmenchef überzeugt. „Wir erwarten, dass uns die Krise noch eine Weile begleiten wird.“
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