Drehkolbenpumpen

Einfache Wartung ohne Demontage sorgt für zuverlässige Klärschlammförderung

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Derartige Lecks und Verschmutzungen waren beispielsweise in einer kleinen Kläranlage in Nordrhein Westfalen ein wiederkehrendes Problem, in der Schlamm mittels herkömmlicher Drehkolbenpumpen aus der Vor- beziehungsweise Nachklärung zur Voreindickung und zum Faulturm geführt wurde. Da der Raum, in dem die Pumpe installiert war, wenig Platz bot, gestaltete sich jede Reinigung und Wartung der undichten Pumpen schwierig. Anfang 2014 wurden daher T.Envi-Pumpe eingebaut, die schon allein durch ihre sehr kompakte Bauform zusätzlichen Platz frei machte. Seitdem fördern die Aggregate 20 bis 100 m³/h Überschussschlamm mit Korngrößen von bis zu 3 mm und einer Viskosität zwischen 100 und 200 mPas zuverlässig mit 2 bar zur Nachbehandlung. Vor allem aber muss das Pumpengebäude nicht mehr ständig vom Öl gesäubert werden.

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Einfache Reinigung ohne umständliche Demontage

Die Reinigbarkeit war auch bei der Entwicklung der T2-Pumpenreihe ein wichtiges Kriterium. Um derartige Arbeiten zu erleichtern, lässt sich die gesamte Front einfach abnehmen, so dass man freien Zugang zum Innenraum hat. Die Kolben können unabhängig voneinander aus- und eingebaut werden, eine am Gehäusedeckel außen integrierte Einstell- und Montagelehre hilft hier bei der richtigen Positionierung. Die Kolbenfixierung erfolgt außerhalb des Pumpenraums.

Ebenso leicht lassen sich die in Cartridge-Bauweise ausgeführten Dichtungen auswechseln. Zur Montage werden sie einfach auf die Drehkolbenwelle geschoben. Zudem kann der Elastomer-Gehäuseeinleger als Ganzes entfernt und ersetzt werden, sollte er abgenutzt sein. Durch den intelligenten Aufbau muss die Pumpe bei keiner dieser Arbeiten zu irgendeinem Zeitpunkt aus der Rohrleitung ausgebaut werden. Das „Full Service in Place“ Konzept spart zeitlichen Aufwand und Kosten und stellt sicher, dass die Förderung möglichst schnell weiterlaufen kann.

Das war auch für eine Kläranlage im Münsterland ausschlaggebend. Dort sollte Belebtschlamm mit zwei Prozent TS-Gehalt und Korngrößen bis 20 mm zur Zentrifuge gefördert werden. Unwägbarkeiten wie Feststoffe und Fasern führten jedoch immer wieder zu Problemen, wonach die verwendete Exzenterschneckenpumpe umständlich demontiert und instand gesetzt werden musste. Um dies zu vermeiden, wurde sie durch eine T.Envi ersetzt. Größe und genaue Konfiguration der Pumpe passten die Experten von Netzsch dabei in Abstimmung mit dem Planerbüro und dessen Erfahrungen an das konkrete Einsatzfeld an. So reichte bei dieser Anwendung eine kleinere Bauform aus, die seither 15 bis 30 m³/h des schwierigen Schlamms unauffällig und störungsfrei fördert.

* Der Autor ist Leiter Geschäftsfeld Umwelt & Energie, Netzsch Pumpen & Systeme, Waldkraiburg.

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