Mikroverkapselung von ätherischen Ölen

Eine Frage der Gasführung

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Mit der erzielten Umgestaltung des Gesamtprozesses wurde eine Variation der Ölkonzentration in der Granulatorzuluft gewährleistet. Die geschlossene Gasführung bietet die Möglichkeit der Bereitstellung eines verbesserten Zuluftzustandes mit verringerter Luftfeuchtigkeit und erhöhter Ölkonzentration. Hiermit können in der geschlossenen Gasführungsvariante (Kreislaufbetrieb) bei vergleichbaren Prozessparametern um bis zu zehn Prozent höhere Ölwiederfindungsraten im Verkapselungsprozess im Vergleich zur offenen Gasführungsvariante erreicht werden. Der Ölverlust mit der Prozessluft wird durch den Einsatz eines Kondensators im Kreislauf und einem vergleichsweise niedrigen Abgasmassenstrom um bis zu 99 Prozent reduziert.

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Der gesetzlich vorgeschriebene Grenzwert für flüchtige organische Verbindungen wird durch den alleinigen Einsatz eines Kondensators für beide Gasführungsvarianten nicht eingehalten. Durch den erstmaligen Einsatz einer heterogen-katalytischen Abluftreinigungsanlage für die Aufbereitung der verunreinigten Abluft aus dem Verkapselungsprozess wird der Grenzwert um bis zu 50 Prozent unterschritten.

Heterogen-katalytische Abluftreinigung

Im Vergleich zur konventionellen thermischen Verbrennung der Verunreinigungen bei Temperaturen bis zu 900 °C wird die Aufbereitung der Abluft mit der heterogen-katalytischen Abluftreinigung bei einer Temperatur von 250 °C ohne den zusätzlichen Einsatz von Brennstoff realisiert. Da nur in den Kreislauf eingebrachte Gasmengen aus dem System abgeführt und aufbereitet werden müssen, ist der Energie- und Materialaufwand für die Abluftreinigung bei gleichbleibender Granulationsleistung wesentlich geringer. Der aufzubereitende Abluftstrom im Kreislaufbetrieb ist rund 95 Prozent kleiner als im Durchluftbetrieb.

Aus energetischer Sicht bietet der Kreislaufbetrieb eine günstigere Möglichkeit der Einbindung einer Abluftreinigungsanlage zur Einhaltung des gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerts. Hieraus ergibt sich neben dem geringeren Energieaufwand ebenfalls ein geringerer apparativer Aufwand für die heterogen-katalytische Oxidation von ätherischen Ölen im geschlossenen Kreislaufbetrieb.

* Der Autor ist Verfahrensingenieur im Bereich Process Technology Food, Feed & Fine Chemicals bei Glatt Ingenieurtechnik, Weimar.

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