Fälschungssicherheit Eindeutige Authentifizierung ohne Markierung bei Pharmaprodukten

Redakteur: Gerd Kielburger

Produktfälschungen verursachen jährlich Schäden in Milliardenhöhe und können, z.B. bei Medikamenten, Gesundheit und Leben gefährden. Alle bisherigen Strategien zur Fälschungserkennung beruhen auf offener oder versteckter Kennzeichnung der Produkte.

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Produktfälschungen verursachen in der Pharmaindustrie nicht nur Milliardenschäden, sie können dabei auch lebensbedrohliche Auswirkungen für den Patienten haben. In Zusammenarbeit mit Ingenia Technology Ltd. bietet Bayer Technology Services jetzt ein hochmodernes Verfahren für die Erkennung und damit Vermeidung von Produktfälschungen an. ProteXXion ist eine innovative Lösung, mit der verschiedenste Objekte anhand ihrer Oberfläche eindeutig und fälschungssicher authentifiziert werden können, ohne dass irgendeine zusätzliche Kennzeichnung dieser erforderlich ist. Die Produkte werden automatisch direkt in der Produktion erfasst und können jederzeit in der nach gelagerten Supply Chain durch den Einsatz mobiler Lesegeräte eindeutig verifiziert werden.

Spezielles Abtastverfehren erfasst mikroskopische Oberflächenstruktur

Hierzu wird die so genannte „Laser-Surface-Authentication“-Technologie (LSA) genutzt. Diese kann den individuellen Fingerabdruck eines Gegenstandes, d.h. dessen natürliche Oberflächenstruktur, registrieren und wieder erkennen. Ein spezielles Abtastverfahren, das auf dem „Laser-Speckle-Phänomen“ beruht, erfasst dabei die mikroskopische Oberflächenstruktur. Hierbei wird die diffuse Streustrahlung der Oberfläche unter verschiedenen Winkeln relativ zum einfallenden Strahl gemessen. Die vom Scanner erfassten Oberflächenmerkmale sind einzigartig – wie ein Fingerabdruck oder eine DNS-Sequenz. Auch eine moderate Abnutzung oder Veränderung der Objekte beeinträchtigt die Erkennung nicht. Die Wahrscheinlichkeit, dass zwei Objekte den gleichen „Fingerprint“ aufweisen, liegt bei 10-²° bis 10-¹°°. Das vom Scanner aufgezeichnete Sig-nal enthält dadurch eindeutige Informationen über die Identität des Gegenstandes. Die Oberflächenmerkmale können aufgrund ihrer komplexen Struktur nicht künstlich erzeugt werden.

Ohne Einfluss auf Produktion

Alle Scaninformationen können in einer Datenbank abgelegt und mithilfe einer Such- und Vergleichssoftware in Sekundenschnelle abgerufen werden. Der Umfang der IT-Systemtechnik kann dabei sehr flexibel an die notwendige Anzahl von Objekten und Standorten angepasst werden. Für die Speicherung eines Scans sind nur 125 bis 750 Bytes notwendig. Damit können die Daten vieler Millionen Produkte auf einer herkömmlichen Festplatte gespeichert werden. Objekte auf Fertigungsstraßen können mit einem statischen Scanner bei Geschwindigkeiten von bis zu 4 m/s erfasst werden. Deshalb wird der Produktionsprozess durch den Einsatz der Technologie in seiner Geschwindigkeit nicht eingeschränkt. An der Verpackungslinie sind lediglich geringfügige Modifikationen erforderlich. Die Vorteile sind eine absolute Fälschungssicherheit bei geringen Kosten sowie die Möglichkeit die Echtheit eines bereits erfassten Produkts an jedem Punkt der Supply Chain zu verifizieren. Die Kosten für den Betrieb der Technik sind gering, da anders als bei den üblichen Verfahren keine Herstellkosten für Sicherheitsmerkmale anfallen. Bei herkömmlichen Markenschutz-Technologien wird eine sichere Lieferkette für Sicherheitsmerkmale benötigt. Dies entfällt beim Einsatz von ProteXXion, da hier die Oberfläche der Produktverpackung selbst zum Sicherheitsmerkmal wird. Die Technologie ist für alle nicht reflektierenden Oberflächen wie Papier, Pappe, Kartonagen, Kunststoff und zahlreiche Metalle geeignet. ProteXXion umfasst neben der Authentifizierungstechnik auch Beratung und Konzeption über Projektmanagement sowie Anpassung der Verpackungslinie bis hin zur Installation und Wartung des Systems. kib

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