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TDI-Gasphasenphosgenierung

Ein Wunderstoff kehrt heim: Gasphasentechnologie bringt TDI zurück

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Zirkelschluss für TDI

Nach mehrjähriger Erprobung in Dormagen erfolgte die erste industrielle Anwendung des Verfahrens ab 2011 in Caojing, China. Jetzt holt Bayer die moderne TDI-Technologie des Konzerns heim: Als europäischer Standort konnte sich Dormagen unter anderem gegen das belgische Antwerpen durchsetzen, heißt es aus Firmenkreisen: „Diese Investition ist auch ein Bekenntnis zum Standort Deutschland“, bekräftigte Dekkers. Damit schließt sich der Kreis für Bayer: 1953 hatte die Firma die weltweit erste Großanlage für TDI mittels Basenphosgenierung in Betrieb genommen.

In Dormagen löst die neue TDI-Produktion eine Anlage ab, die seit 1964 erfolgreich betrieben wurde, erklärte Patrick Thomas, Vorstandsvorsitzender von Bayer Material Science. Dabei spart die neue Technologie nicht nur Lösungsmittel, sondern auch bis zu 60 % Energie gegenüber dem herkömmlichen Verfahren.

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Auch wenn die Investitionsentscheidung nun schon Jahre zurück liegt, sieht Bayer-Chef Dekkers seine Werkstoffsparte so gut gerüstet für einen Alleingang. Die Leverkusener wollen sich künftig ausschließlich auf Pharma, Life-Science und Agrar-Chemie konzentrieren und Material Science als eigenständige Firma an die Börse bringen. Immerhin unterscheidet sich das Geschäft grundlegend: So sind bei BMS, im Gegensatz zum schnelllebigen Pharmabusiness weniger Forschung und Produktinnovation, als vielmehr effiziente Produktionsprozesse gefragt. Genau hier will BMS mit der Gasphasentechnologie punkten. Geht es nach Bayer, ist TDI der „Stoff, aus dem die Schäume sind“, so Dekkers. Gerade wenn es ums Energiesparen geht, sei es beim Leichtbau oder zur Gebäudedämmung, seien Hochleistungsschäume auf TDI-Basis gefragt. Das Material ist also aktueller denn je – und nach 80 Jahren noch lange kein altes Eisen.

* * Der Autor ist Redakteur der PROCESS

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