E-Learning E-Learning statt Präsenzkurs
Ein interaktives E-Learning-Computerprogramm für GMP-Schulungen ersetzt Inhouse-Seminare oder externe Schulungen. Unser Praxisbericht zeigt, wie die Lernmodule Anfängern, Fortgeschrittenen oder Profis GMP-Kenntnisse vermitteln.
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„Wir haben anspruchsvolle Kunden und müssen mit unseren Produkten strenge Vorgaben erfüllen“, erläutert Dr. Peter Weidner, Geschäftsführer bei Acila. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt u.a. Reagenzien und Hilfsstoffe für die Endotoxinbestimmung, Probengefäße sowie mikrobiologische Nährmedien für Krankenhäuser und die Pharmaindustrie. Außerdem validiert und testet das Unternehmen im Kundenauftrag Prüfmethoden für Arzneimittel und Medizinprodukte im Rahmen der mikrobiologischen Qualitätskontrolle nach EN ISO- und Arzneibuchvorschriften.
Für die zwölf Mitarbeiter in Mörfelden-Walldorf bedeutet dies ein Arbeiten im GMP-regulierten Umfeld und entsprechende Schulungen, um das Wissen auf dem neuesten Stand zu halten. Während Peter Weidner früher Inhouse-Seminare organisierte oder seine Mitarbeiter zu externen Schulungen schickte, damit sie dort das nötige GMP-Wissen erwerben und vertiefen konnten, setzt er inzwischen das E-Learning-Computerprogramm GMP:READY ein.
Die verschiedenen, gemeinsam von Provadis Partner für Bildung und Beratung sowie Maas & Peither GMP-Verlag entwickelten Lernmodule, vermitteln Anfängern, Fortgeschrittenen oder Profis GMP-Kenntnisse, schaffen Bewusstsein und passen sich dabei außerdem dem individuellen Tempo des Lernenden an. Übungen und ein Abschlusstest helfen den Anwendern, ihre Fortschritte zu überprüfen. Mit einem Einstiegstest kann jeder Nutzer außerdem zu Kursbeginn den eigenen Wissensstand ermitteln und gezielt die Inhalte lernen, die er noch nicht beherrscht.
Besonders nützlich ist die Speicherung von individueller Bearbeitungszeit und Trefferquote bei der Beantwortung der Fragen, die das Lernprogramm bei jeder Anwendung vornimmt. Mit dieser automatischen Dokumentation der Schulungen behielten Weidner und der für die Mitarbeiterfortbildung zuständige Leiter des Qualitätsmanagements Helmut Tullius nicht nur den Überblick über den Lernerfolg der einzelnen Mitarbeiter, sondern konnte auch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA überzeugen: Bei einer GMP-Inspektion im Zuge eines laufenden Genehmigungsverfahrens bewerteten die Experten im Bereich Mitarbeiterschulungen die GMP-Unterweisung als vorbildlich.
Gehirnstrukturen anlegen
Die stille Arbeit mit dem Computerprogramm ohne Ablenkung durch einen Kursleiter oder andere Kursteilnehmer, wie sie in Präsenzkursen immer gegenwärtig ist, hält Peter Weidner für einen unschlagbaren Vorteil des E-Learning-Programms: „Der Kurs hilft, Strukturen im Gehirn zu legen.“ Auf die könne der Lernende bei Bedarf immer wieder zurückgreifen. In konventionellen Kursen dagegen ließen sich die Teilnehmer stattdessen viel eher nur berieseln, ohne die Inhalte zu verarbeiten und zu verinnerlichen. Die Zeit, die die Beschäftigung mit dem Programm in Anspruch nimmt, sieht er daher als „gut investiert im Vergleich zu einer Schulung, bei der man nur Papier mit nach Hause nimmt.“
In den Augen des Geschäftsführers ist es deswegen auch nicht tragisch, dass es keinem seiner Mitarbeiter auf Anhieb gelang, GMP:READY Basiswissen ohne einen einzigen Fehler zu absolvieren – denn nur aus Fehlern lernt man. Außerdem kann jeder Benutzer den Kurs erneut absolvieren, auch wenn dieser gemäß GMP-Richtlinien alle bisher erzielten Ergebnisse aufzeichnet und sich nicht mehr zurücksetzen lässt. Der Vorteil der Dokumentationspflicht: In jedem neuen Durchgang wiederholt das Programm vor allem die Inhalte, bei denen der Benutzer zuvor Fehler gemacht hat. So kann jeder Nutzer gezielt die eigenen Wissenslücken schließen und sich alle Inhalte des Programms nach und nach in seinem eigenen Lerntempo aneignen.
Die Autorin ist Redakteurin bei Dr. Holger Bengs Biotech Consulting in Frankfurt.
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