Biotin-Produktion DSM und Solvias erhalten Sandmeyer-Preis für neues Verfahren zur Biotin-Produktion

Redakteur: Manja Wühr

Für ihr neues Verfahren zur Biotin-Produktion hat die Schweizerische Chemische Gesellschaft (SCG) die Entwickler von DSM Nutritional Products und Solvias mit dem Sandmeyer-Preis geehrt.

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Bern/Schweiz – Das herkömmliche Verfahren zur Biotin-Produktion ist relativ aufwändig, viele Prozessschritte und Hilfsstoffe sind notwendig. So benötigt DSM im „alten“ Verfahren ein chirales Hilfsreagenz in stöichiometrischen Mengen zur asymmetrichen Ringöffnung des Anhydrids zum Halbester. Zusätzlich werden stöichiometrische Mengen Base benötigt, NaOH oder LiOH. Das chirale Hilfsreagenz kann zwar teilweise wiederverwendet werden, die Aufarbeitung ist aber aufwändig. Zudem erfolgt die Reduktion des Halbesters mit komplexen Hydriden (Borhydrid). Schließlich benötigt das Unternehmen stöichiometrische Mengen Säure, um das Lakton zu generieren. Als Konsequenz entsteht mindestens ein Äquivalent Salz als Abfall. Wegen des Borats, das auch als Abfall anfällt, entsteht de facto deutlich mehr Abfall.

Kernpunkt des von DSM und Solvias entwickelten Verfahrens ist die Verwendung eines speziellen Katalysators, der einen Syntheseschritt komplett erübrigt sowie den Einsatz erheblicher Mengen von Hilfsstoffen unnötig macht. „Wir benötigen nur noch einen Katalysator und Wasserstoff als Gas; keine Basen, keine Säuren, keine komplexen Hydride, keine Hilfsstoffe, kein aufwendiges Recycling des Hilfstoffes mehr und praktisch kein Abfall mehr; und kommen direkt in einem Schritt vom Anhydrid zum Lakton“, erklärt Dr. Reinhard Karge das neue Verfahren. Er ist Director Chemical Process Research bei DSM Nutritional Products. Hierbei sei das Verhältnis Katalysator zu Anhydrid etwa 1:5000 bis 1:10 000.

Hintergrund Biotin

Biotin ist notwendig für das Zellwachstum. Ein Mangel zieht schwere Erkrankungen nach sich und kann zu Hautentzündung und Haarausfall führen. Es wird daher auch als Vitamin H bezeichnet (H steht für Haut).

Biotin wird heute zahlreichen Nahrungsmitteln zugesetzt. Da es Haare und Fingernägel stärkt, findet es sich in Vitaminpräparaten und Kosmetika. Als Zusatz in Tiernahrung fördert es die Hufbildung bei Nutztieren (z.B. Pferden und Kühen) und den Fellglanz bei Haustieren.

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