Hammermühle Druckstoßfeste Hammermühle für hohe Schüttdichten
Harte und grobkörnige Substanzen fein zu zermahlen und ihnen dadurch nicht nur eine hohe Schüttdichte zu verleihen, sondern sie auch gut löslich zu machen – diese Ansprüche sind in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie keine Seltenheit. Und damit noch nicht genug, häufig soll dieser Prozess auch noch in einem explosionsgeschützten System stattfinden. Druckstoßfeste Hammermühlen können in so einem Fall der Industrie aus der Klemme helfen.
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Vorne gelangt eine harte, kristalline oder faserige Substanz in die Hammermühle MFH-6 hinein, hinten kommt ein feines Pulver heraus. Wie das gelingt? Da steckt das Geheimnis im Detail: Die aus nur einem Werkstück gefertigte Mahlkammer besteht aus rostfreiem Edelstahl mit einer Oberflächengüte von Ra<0,8 mikrometer. Es kommen nahezu keine polierten Schweißnähte mit dem zu mahlenden Produkt in Berührung. Diese Oberflächenbeschaffenheit verhindert, dass das Produkt an der Mühle anhaftet. Dadurch lässt sich das System einfach reinigen.
Einseitige Angelegenheit
Die Zerkleinerung übernimmt ein einseitig gelagerter Rotor, mit direkter, getriebefreier Übertragung der Kraft vom Motor auf die Achse. Je nach Beschaffenheit des Ausgangsproduktes und der des gewünschten Endergebnisses, kann der Anwender in der Produktion die Schnitt- oder Hammerseite einsetzen. Auch die Ausführung des Rotors ist variabel: Verschliffen und poliert für die Pharmaindustrie oder gebürstet für andere Branchen. Rotor und Sieb sind durch die Bauweise der Mühle leicht zugänglich. Und außerdem: Es entsteht nur sehr wenig Wärme bei dem Mahlvorgang, so dass auch wärmeempfindliche Produkte problemlos zu handhaben sind. Sollte es sich jedoch um sehr sensible Substanzen handeln, sorgt ein Kühlsystem dafür, dass auch diese sich wohlfühlen.
Kein Anlagenbetreiber möchte seinen Rohstoff oder sein Produkt außerhalb des Produktionsprozesses sehen, noch möchte er sein Produkt durch unerwünschte Bestandteile kontaminiert wissen. Dank des dichten und geschlossenen Systems zwischen Produktzufuhr und Hammermühle sind derart unerfreuliche Vorkommnisse ausgeschlossen. Dichtungen aus FDA-konformen, reibungsarmen Kunststoffen wie Silikon oder PTFE tun ihr übriges, die Funktionsfähigkeit des Mahlprozesses sicherzustellen. Die Produktzuführung erfolgt über Triclamp-Anschlüsse an die Mühle.
Unter Druck
Damit den Anwendungen der Hammermühle auch in explosionsgefährdeten Bereichen keine Grenzen gesetzt sind, steht sie auch in druckstoßfester Ausführung zur Verfügung. Sie ist nach der EU-Explosionsschutznorm Atex zertifiziert und besitzt eine relative Druckstoßfestigkeit von 10 bar. Bei dieser Version dosiert ein druckstoßfestes Schaufelrad die Zufuhr des Rohproduktes und den Austritt des zerkleinerten Stoffes.
Das gesamte Zerkleinerungssystem bleibt dank der Trägheit des Schaufelrades auch in diesem kritischen Bereich des Zerkleinerungsprozesses gegenüber einem Druck von bis zu 10 bar resistent. Neben dem passiven Explosionsschutz steht gleichfalls der aktive durch die Inertisierung der Mahlkammer mit Stickstoff zur Verfügung.
Aus dem Leben gegriffen
Es sei jedoch nicht nur die graue Theorie der Hammermühle erwähnt, sondern auch reale Anwendungen. Bei einem Pharmaunternehmen steht die Mühle im Anschluss an einen Schmelzextruder. Eine Zellradschleuse führt die sehr harte Substanz dem Mahlsystem dosiert zu. Das Unternehmen arbeitet mit der Messerseite des Rotors, um den Feinanteil minimal zu halten. All das spielt sich in einem explosionsgeschützten System ab. Vorteilhaft ist für den Anwender, dass er nur die Frontabdeckung der Mühle öffnen muss, um Sieb und Rotor zu erreichen und zu reinigen.
Auch in Hersteller von Milchpulver und Proteinen konnte Vorteile entdecken. Durch den Einsatz des Mahlsystems nahm die Schüttdichte und damit das spezifische Gewicht seines Produktes deutlich zu. Die Folge: Es passt mehr Produkt in die Gebinde, die Wechselzeiten reduzieren sich und gleichzeitig sinken die Transportkosten.
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