Druckmittler

Druckmittler schützen Messgeräte in schwierigen Umgebungsbedingungen

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Das Verdrängungsvolumen der Übertragungsflüssigkeit durch die Membran wird durch deren mechanische Eigenschaften eingeschränkt. Bei einem Manometer erhöht sich das Volumen des Bourdon-Rohrs mit Erhöhung des Drucks. Dies ist auch der Fall bei Drucksensoren, wobei hier die Volumenänderung jedoch geringer ist. Die Volumenänderung des Messfühlers und die Ausdehnung der Übertragungsflüssigkeit muss durch eine Bewegung der Druckmittler-Membran kompensiert werden.

Daher muss die Eignung eines Druckmittlers für ein Messinstrument unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren berechnet werden. Diese sind der zu messende Druck, das vom Messinstrument absorbierte Volumen, das Totvolumen des Messinstruments, die Rohrlänge zwischen Druckmittler und Messinstrument sowie die maximale und minimale Umgebungs- und Flüssigkeitstemperaturen. Kompatibilitätstabellen berücksichtigen diese Faktoren für die meisten Anwendungen.

Anwendungsspezifische Herausforderungen

Je nach Anwendung und Prozessmedium sind bestimmte Einschränkungen in der Ausführung und Installation des Druckmittlers zu beachten. Für Anwendungen mit Sauerstoff oder Chlor darf als Druckübertragungsflüssigkeit des Druckmittlers nur Fluorkohlenwasserstoff (LRS4) verwendet werden, der weder mit Sauerstoff noch mit Chlor reagiert. Dadurch ist die Sicherheit des Messgeräts auch im Falle eines unvorhergesehenen Versagens der Membran gewährleistet. Messinstrumente für Lackieranwendungen (insbesondere in der Automobilindustrie) müssen gänzlich frei von silikon- oder fetthaltigen Substanzen sein. Hier wird die Füllflüssigkeit LRS7 (Glyzerin und Wasser) eingesetzt.

Wenn Kapillarleitungen gemeinsam mit Druckmittlern eingesetzt werden, beeinflusst dies die Eigenschaften der Druckübertragung und erfordert gewisse Vorsichtsmaßnahmen. Die Reaktionszeit ist verzögert und hängt von der Länge und dem Durchmesser der Kapillarleitung sowie von der Druckübertragungsflüssigkeit, der Temperatur, dem Druck und dem verdrängten Volumen ab. Während des Einsatzes ist die Kapillarleitung vor Erschütterungen zu schützen. Auch darf sie keine engen Biegungen aufweisen. Um bei einer Differenzdruckmessung die Temperaturauswirkungen so gering wie möglich zu halten, sind die beiden Kapillarleitungen so zu montieren, dass sie in gleicher Weise durch die Umgebungstemperatur beeinflusst werden.

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