Automatisierung modularer Anlagen

Dima hilft dem modularen Anlagenbau auf die Sprünge und ist bereit für die Praxis

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Wie geht es mit Dima-MTP in der Chemiebranche weiter?

Hempen: ZVEI und Namur arbeiten ja sehr intensiv an der weiteren Spezifizierung. Und auch wir haben parallel Dima weiter entwickelt. Wir können nun an unserem Anlagendemonstrator, die durch Dima entstehenden Vorteile ganz konkret vorführen. In eine prototypische Version des Engineeringtools „e!Cockpit“ haben wir wichtige Funktionen integriert, beispielsweise das Zustandsdiagramm für Dienste und auch Bedientemplates für Pumpen und Ventile. Wir zeigen, wie der MTP eines Moduls vollständig aus dem Programmcode einer SPS heraus erzeugt und die Visualisierung automatisch generiert wird. Und auch der Modultausch ist durch Einlesen des MTP in das Prozessleitsystem in wenigen Sekunden möglich. Eine Programmierung ist nicht mehr nötig. Mittlerweile haben wir zwei große Chemieunternehmen als Pilotkunden gewonnen und setzen gerade mit Evonik eine kundenindividuelle Lösung um, die wir demnächst in einem PROCESS-Webinar vorstellen werden.

Momentan arbeiten deutsche Gremien an Dima-MTP: Wann erfolgt der Schritt in die internationalen Märkte?

Hempen: Über einen weiteren, in 2016 im VDI/VDE/GMA gegründeten, Arbeitskreis haben wir die nationale und internationale Standardisierung bereits in Angriff genommen. Wir brauchen schnell einen internationalen Standard, um die MTP-Methodik in den relevanten Ländern und bei den relevanten Kunden platzieren zu können. Wir streben aus diesem Grund die IEC-Normierung an. Wir wissen, dass Kunden aus dem Öl/Gasbereich z.B. Exxon Mobile seit einem Jahr an modularen Konzepten arbeiten, um Anlagen mit modularem Engineering sehr schnell planen und bauen zu können. Deshalb sind wir mit Exxon in Kontakt, um darzulegen, dass es eine Lösung in Europa gibt.

Wago hat – was oft übersehen wurde – seit vielen Jahren mit „e!Cockpit“ eine eigene Leitsystemsoftware. Verschafft Dima Wago als Automatisierungsunternehmen eine höhere Wahrnehmung?

Hempen: Das ist so und das sehen wir in realen Zahlen. Unsere Kunden im In-und Ausland kennen uns als Weltmarktführer für Interfacetechnik. Seit 22 Jahren arbeiten wir an unserem Automatisierungssystem und verzeichnen ein stetiges Wachstum, aber erst der Schritt, unser Wago-Automatisierungssystem als Basis für Dima zu etablieren und zu verwenden, hat uns als Automatisierungsunternehmen wirklich sichtbar gemacht. Wir sind gerade bei den großen Endkunden auf eine große Akzeptanz gestoßen ebenso wie bei den Modulherstellern. Hier hat die Dima-Methodik wie ein trojanisches Pferd gewirkt und uns zu einer größeren Wahrnehmung verholfen.

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Modularisierung wird oft in einem Atemzug mit Industrie 4.0 genannt. Wie zahlt Dima auf Industrie 4.0 ein?

Hempen: Eine Kernforderung wandlungsfähiger Produktionssysteme ist die Modularität und bei Industrie 4.0 geht es um Wandlungsfähigkeit, die mit modulare Konzepten erreicht werden kann. Eine weitere Voraussetzung ist, dass Intelligenz von der übergeordneten Steuerung in die nachgeordneten Ebenen wandert. Dima verlagert große Teile der Steuerungs- und Regelungsintelligenz in die Module und ist damit ein wichtiger Baustein für die Integration von Industrie-4.0-Konzepten in der Prozessindustrie.

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