Digitalisierung Digitalisierung in der Prozessindustrie: Warum geht es nicht voran?

Von Anke Geipel-Kern 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Zehn Jahr Digitalisierung in der Prozessindustrie und die Branche hinkt immer noch hinterher. Qualitativ bessere Prozesse, aber kaum zusätzlicher Effizienzgewinn, Datensilos trotz Bemühungen um durchgängigen Datenfluss und auch der Change-Prozess bleibt oft im Ansatz stecken – das Urteil namhafter Experten ist eher mittel. Droht die digitale Transformation zum Rohrkrepierer zu werden?

Impressionen des Smart Process Manufacturing Kongresses 2023(Bild:  Bausewein)
Impressionen des Smart Process Manufacturing Kongresses 2023
(Bild: Bausewein)

Digitalisierungs-Leuchttürme, Praxisbeispiele, Used Cases aus der Großchemie und dem Mittelstand – seit Jahre ist das der Stoff des Smart Process Manufacturing Kongress. Von BASF über Bayer, Covestro, Dow, Evonik bis hin zu Wacker, Osram, Siemens, um nur einige Unternehmensnamen zu nennen – mehr als 400 Referenten standen in den letzten Jahren auf der Kongressbühne, berichteten über ihre Digitalisierungsprojekte und plauderten aus dem digitalen Nähkästchen.

Klar wurde dabei immer wieder: Die digitale Reise der Prozessindustrie ist kein Sprint sondern die Langstrecke. Doch langsam entpuppt sich der viel zitierte Marathon eher als Iron Man und Ernüchterung macht sich breit. Das zeigte sich auch in der Diskussion des Eventbeirats des Smart Process Manufacturing Kongress Anfang des Jahres als es um Schwerpunkthemen und Ausrichtung des Kongresses 2024 ging.

Werden Sie Referent:in beim Smart Process Manufacturing Kongress 2024

Smart Process Manufacturing Kongress

Sie haben ein Praxisbeispiel oder konkretes Projekt aus der Prozessindustrie, das Sie beim Smart Process Manufacturing Kongress vom 24. - 25. September 2024 präsentieren möchten? Dann reichen Sie ab sofort Ihren Vortrag ein! Auch interdisziplinäre Projekte mit Bezug zur Prozessindustrie sowie Tandemvorträge von Zulieferern und Betreibern sind willkommen.

Besser ja – Effizienter, na ja

Die Zeiten werden härter und angesichts der Dauerkrisen warnten die Expertinnen und Experten davor, einfach die „Pausentaste“ zu drücken und das Bestreben um mehr digitale Prozesse erst mal ad acta zu legen. Vor allem die Frage nach der Effizienz treibt die Expertinnen und Experten um. Macht Digitalisierung Prozesse wirklich messbar effizienter, fragte etwa Andreas Bamberg, Executive Director bei Merck in Darmstadt. Tenor der Debatte: Digitalisierung schafft Qualitätsgewinn, Transparenz und mehr Integration. Der Nutzen scheint deutlich schwieriger zu beziffern, auch weil die Prozessindustrie bereits hochautomatisiert ist und zusätzliche Datenintegrationsprojekte zunächst hohen Mehraufwand bedeuten.

Dass Digitalisierung nicht bei den Prozessen stehen bleiben darf, sondern sich auch Verhaltensweisen ändern müssen, ist eigentlich schon seit Jahren ein Dauerbrenner, kocht aber gerade bei der Diskussion um Effizienzgewinne wieder hoch. Es reift nämlich die Erkenntnis, das es auch neue Verhaltensregeln- und formen braucht, um Digitalisierung dauerhaft zu etablieren. Stichwort Changemanagement.

Und vor allem müssten Prozesse vorher sauber definiert sein, sagte einer der Beiräte. Es sei immer noch Usus, schlechte analoge Prozesse einfach in digitale umzuwandeln. Und dann wundere man sich, dass die Technik es auch nicht richte.

Gute Daten – schlechte Daten

Ähnlich Herausforderungen erwartet die Managerinnen und Manager – immer noch – wenn es um Projekte zum Datenmanagement geht. Wie schaffen wir es gute Daten zu bekommen, mit denen Use Cases gefüttert werden können, bringt es einer der Diskussionsteilnehmer auf den Punkt. Und immer noch eine Baustelle: Durchgängiges Datenmanagement, ganz gleich ob es um Daten aus Bestandssystemen geht, die im Unternehmen in den unterschiedlichsten Formaten herum dümpeln oder um Greenfieldanlagen, bei denen es jede Menge gute Vorsätze gibt, aber Datenmodelle schon während des Projekts nicht mehr aktuell gehalten werden.

Als spannendes neues Feld kristallisierte sich das Thema Building Information Modeling (BIM) in der Prozessindustrie heraus. Hier gibt es bereits einige Pilotprojekte von Merck, BASF und Evonik. Ein neuer Ansatz sind Mixed-Reality-Umgebungen in denen BIM- und R&I-Modellen bereits in der Phase des Pre-Engineering verfahrenstechnischer Anlagen zusammengeführt werden.

Ganz neue Möglichkeiten zur Vernetzung

Mit zwei Hot Topic Sessions erweitert der Smart Process Manufacturing Kongress in diesem Jahr sein Themen- und Teilnehmerspektrum noch einmal deutlich: Safety – Security – Digitalisierung – Energie- und Ressourceneffizienz. Diese Themenfelder sollten in der Prozessindustrie längst nicht mehr voneinander getrennt betrachtet werden. Safety & Security und Energie- & Rohstoffeffizienz. Digitalisierungs- Safety&Security- sowie Energieexperten bietet sich damit die einzigartige Möglichkeit, sich enger zu vernetzen, auszutauschen und voneinander zu lernen.

Teilnehmer können zwischen den Vorträgen der parallelen Hot-Topics Safety & Security bzw. Energie wechseln. Partner und Teilnehmer profitieren von der begleitenden gemeinsamen Ausstellung an beiden Tagen sowie einem gemeinsamen Netzwerkabend am 24. September.

(ID:49894041)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung