Dennoch hat das Konzept auch Nachteile: Nicht nur, dass das Volumen aufgrund der geringeren Stabilität der Beutel auf etwa 1000 Liter beschränkt ist, auch sind die sogenannten Leachables und Extractables – also alle Substanzen, die aus dem Kunststoff des Beutels in das Prozessmedium migrieren können – bekannte Schwachstellen des Einwegreaktors.
Auf dem Weg in die Zukunft
Hat der Einwegreaktor bei Laborprozessen die Nase vorne, fühlt sich das Edelstahl-Skid in der Produktion am wohlsten, erklärt Tobias Eitel, Geschäftsführer von Bilfinger Industrietechnik Salzburg. Damit dass so bleibt, engagieren sich die Österreicher in Sachen Forschung und Entwicklung: So entwickelt ein gemeinsames Projekt mit der Universität für Bodenkultur Wien eine Softwareplattform für eine QbD-/PAT-konforme Biopharma-Produktionsplattform. Im Fokus: das Verständnis für die Qualitätsfaktoren von Bioprozessen. Von der Modellierung zum Soft-Sensor soll die Plattform bei Entwicklung und Optimierung von Pharmaprozessen helfen.
Die Flexibilität alternativer Prozessdesigns kombiniert mit der Sicherheit und Sauberkeit bewährter Edelstahl-Reaktoren: Diese Vision soll mit dem Bilfinger-Baukasten Wirklichkeit werden. Dabei wollen die Salzburger in einem Modulkonzept die Vorzüge der Serienproduktion mit kundenspezifischen Anforderungen kombinieren, indem der Betreiber sich seine Anlage aus fertigen Modul-Bausteinen zusammenstellen kann. Dass ermöglicht geringe Vorlauf- und Lieferzeiten, da ein Großteil der Planungs- und Entwicklungsarbeit bereits erledigt wurde. Auch CIP- und SIP-Konzepte können so eingeplant und vorinstalliert werden.