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Explosionsentkopplung Die Explosion eingrenzen und umleiten

Autor / Redakteur: Mariana Bunse / Wolfgang Geisler

Für eine Explosion mit verheerenden Folgen braucht es nicht viel: In Luft aufgewirbelter Staub und eine Zündquelle können ausreichen. Sollte es dazu kommen, muss die Explosion zum Schutz von Mitarbeitern, Anlagen und Umwelt eingegrenzt und abgeleitet werden.

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Abb. 1: Die Explosionsschutzklappe dient der Entkopplung und Eingrenzung von Explosionen in Prozessanlagen. Mit anlaufendem Explosionsdruck schließt die Klappe die zuführende Leitung.
Abb. 1: Die Explosionsschutzklappe dient der Entkopplung und Eingrenzung von Explosionen in Prozessanlagen. Mit anlaufendem Explosionsdruck schließt die Klappe die zuführende Leitung.
(Bild: Brilex)

Aufgewirbelt kann schon eine ein Millimeter dünne Staubschicht explosionsgefährlich werden. Sollte die Explosion dann in eine Rohrleitung laufen, wird es tückisch, weil die Flammenausbreitung sich hier im Vergleich zu kubischen Behältern deutlich beschleunigt. Bereits nach fünf bis sechs Metern Rohrstrecke können die Detonationsgeschwindigkeiten zum Bersten der Rohrleitung führen. Kommen derartige Explosionen an der Absaugstelle an, kommt es häufig zu Sekundärexplosionen, gegen die Mitarbeiter und Anlagen durch geeignete Maßnahmen geschützt werden müssen.

Die Rückschlagklappe

Bei Absauganlagen wie z.B. an Werkzeugmaschinen geht man davon aus, dass ein Zündfunke an der Maschine entsteht. Aufgrund der geringen Staubbeladung hier bzw. in der Absaugleitung kann die Explosion als solche noch nicht an dieser Stelle, sondern erst im Filter entstehen.

Zur Entkopplung von Filtern eignet sich die Rückschlagklappe. Die Funktionsweise ist simpel und effektiv: Bei Anlauf einer Staubexplosion schlägt die Klappe zu, verschließt die Rohrleitung, stoppt Druck und Flammen und schützt so die Mitarbeiter und die Restanlage.

Explosionsschlote

Explosionsschlote, auch Entlastungsschlote oder Bersttöpfe genannt, sind wahrscheinlich die ursprünglichste Variante zur Entkopplung von Staubexplosionen. Sie können eine mögliche Flammen- und Druckwellenausbreitung über Rohrleitungen verhindern oder deren Auswirkung auf ein ungefährliches Maß reduzieren.

Erstmalig 1980 in der Literatur beschrieben, fanden sie häufigen Einsatz im Anlagenbau aufgrund ihrer preiswerten Bauweise, vor allem auch wegen des systembedingten, bidirektionalen Schutzes: Egal ob die Explosion von der Aufgabe-/Absaugstelle oder vom Filter kommt, am Explosionsschlot erfolgte eine zuverlässige Druckentkopplung.

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