Kreislaufwirtschaft Circular Economy: Neue Aufgaben für die Verfahrenstechnik

Ein Gastkommentar von Dipl.-Ing. Katja Wendler ist Fachbereichsleiterin Rohstoffe beim DECHEMA e.V 2 min Lesedauer

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Produktkreisläufe schließen – das ist Ziel einer Circular Economy. Klassische Verfahrenstechnik spielt hier eine entscheidende Rolle. Ein neues Statuspapier der Dechema nimmt unter die Lupe, welche Verfahren es schon gibt und was noch entwickelt werden muss.

Dipl.-Ing. Katja Wendler ist Fachbereichsleiterin Rohstoffe beim DECHEMA e.V(Bild:  DECHEMA / Sven Langer)
Dipl.-Ing. Katja Wendler ist Fachbereichsleiterin Rohstoffe beim DECHEMA e.V
(Bild: DECHEMA / Sven Langer)

Wie schließt man Produktkreisläufe? Wie sorgt man dafür, dass Produkte am Ende ihrer Nutzungsdauer gesammelt werden, wie müssen sie gestaltet sein, damit sie sich leicht in ihre Bestandteile zerlegen lassen, und wie lassen sich neue Produkte daraus aufbauen? Wie schließt man Materialkreisläufe? In welchen Mischungen liegen einzelne Stoffe vor, wie weit müssen diese Gemische aufgetrennt werden, genügt eine Schmelze oder ist es sinnvoller, auch Moleküle aufzuspalten, um zum Beispiel Verunreinigungen zu entfernen?

Mit dem Statuspapier „Circular Economy – Die Perspektive von chemischer Technik und Biotechnologie“ rückt die Dechema diese Fragestellungen ins Rampenlicht, und zwar aus dem Blickwinkel der Verfahrenstechnik.

Egal, ob man die Circular Economy aus Produkt- oder aus Materialsicht betrachtet, Verfahrenstechnik spielt eine ganz wesentliche Rolle für ihre Umsetzung. Und mittendrin finden sich die guten und vermeintlich alten Grundoperationen: Zerkleinern, Klassieren, Umgang mit Schüttgütern, Schmelzen, Extrahieren, Adsorbieren, Destillieren, Kristallisieren und viele, viele mehr. Aber auch chemische und biologische Umsetzungen werden gebraucht, ob für die Herstellung definierter Pyrolyse-Öle aus Kunststoffen oder die Rückgewinnung von Metallen aus Halden, Aschen oder Schlacken.

In den Gremien der Dechema, bei Veranstaltungen und im Rahmen eines umfangreichen Redaktionsprozesses wurden diese Aspekte gesammelt, geordnet und von einem interdisziplinären Autorenteam aufbereitet. Ein Fazit: Für die Umsetzung einer Circular Economy besteht in verschiedensten Bereichen Forschungsbedarf – selbst bei schon lange eingesetzten, ausgereiften verfahrenstechnischen Schritten. Aber auch jenseits des einzelnen Trennverfahrens können Verfahrenstechnik und Biotechnologie neue Lösungen zur Verfügung stellen, beispielsweise in Form flexibler modularer Anlagenkonzepte oder moderner Analysemethoden. Diese Lösungen müssen eingebunden sein in systemische Ansätze, um die Komplexität der vielen miteinander verwobenen Kreisläufe besser zu erfassen. Und es bedarf eines gesellschaftlichen Dialogs über den Einsatz von Ressourcen, die Rolle des Konsumenten und die politischen Regularien. Mit dem nun vorliegenden Papier leistet die Dechema einen Beitrag, um diesen Dialog auf der Grundlage des technisch Machbaren zu führen.

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