Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie Chemiewerk für Raketenbau im Iran attackiert

Quelle: dpa 4 min Lesedauer

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Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

05.04.2026

Tel Aviv/Teheran (dpa) *01:44 Uhr – Israels Armee: Chemiewerk für Raketenbau im Iran attackiert

Die israelische Luftwaffe hat im Iran nach Armeeangaben einen Industriekomplex zur Herstellung von Chemikalien für die Waffenproduktion bombardiert. Es sei in Mahschahr im Südwesten ein Gelände mit einer von zwei zentralen Anlagen zur Herstellung von Materialien für Sprengstoffe, ballistische Raketen und andere Waffensysteme attackiert worden, teilte die Armee mit. Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor unter Berufung auf das Gouverneursamt von drei Einschlägen berichtet.

Getroffen wurden demnach die Petrochemieunternehmen Fadschr 1 und 2, Ridschal und Amirkabir, hieß es. Es sei sehr wahrscheinlich, dass es Todesopfer und Verletzte gegeben habe. Mahschahr ist eine Hafenstadt in der iranischen Provinz Chusesten nahe der Grenze zum Irak.

Unterdessen kam Israel in der Nacht erneut unter Beschuss aus dem Iran. Eine Rakete sei in Südisrael in ein unbewohntes Gebiet eingeschlagen, zitierte die «Times of Israel» das Militär.

Niemand sei verletzt worden. Während des Tages waren in Vororten von Tel Aviv Wohnhäuser Medienberichten zufolge bei Raketenbeschuss stark beschädigt worden. Vier Menschen wurden verletzt. Zugleich sei eine Drohne der mit dem Iran verbündeten Huthi-Miliz aus dem Jemen abgefangen worden.

02.04.2026

Schönebeck (dpa/sa) *13:03 Uhr – Neues Anlagenbauzentrum soll in 15 Regionen Europas liefern

Das irische Ingenieur- und Bauunternehmen Mercury hat in Schönebeck bei Magdeburg ein neues Anlagenbauzentrum eröffnet. «Von hier aus werden künftig Engineering-Lösungen und vorgefertigte Systeme entwickelt und gefertigt, die an Projektstandorte in insgesamt 15 Regionen Europas geliefert werden», hieß es in einer Mitteilung. Die Anlage umfasse rund 13.000 Quadratmeter Produktionsfläche. Das Investitionsvolumen liege bei 25 Millionen Euro.

In Schönebeck würden modulare Baugruppen gefertigt, darunter Rohrleitungssysteme aus Kohlenstoff- und Edelstahl, Sprinkleranlagen sowie Infrastrukturen für hochreine Prozesse. «Die Vorfertigung ermöglicht effizientere Projektabläufe, eine höhere Präzision und Sicherheit sowie eine Reduzierung von Baustellenaufwand und Ressourcenverbrauch», hieß es weiter.

Mercury-CEO Eoin Vaughan erklärte: «Durch die Bündelung von Engineering, Vorfertigung und digitaler Projektabwicklung an einem Standort stellen wir sicher, dass Qualität und Effizienz über alle Projektphasen hinweg gewährleistet sind.»

Für Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) zeigt die Investition, «dass unser Bundesland als Standort für eine moderne Produktion und industrielle Wertschöpfung zunehmend an Bedeutung gewinnt».

Dresden/Magdeburg/Erfurt (dpa) *11:11 Uhr – Verbände pochen auf Stopp der CO2-Abgaben für Betriebe

Wirtschaftsverbände aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fordern angesichts steigender Energiepreise eine grundlegende Neuausrichtung der deutschen Energiepolitik. Neben kurzfristigen Maßnahmen seien vor allem strukturelle Entlastungen notwendig, teilten die Arbeitgeber- und Wirtschaftsverbände Sachsen-Anhalt (AWSA), die Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft (VSW) und der Verband der Wirtschaft Thüringens (VWT) mit.

Unternehmen und Verbraucher litten unter einer «immer weiter nach oben bewegenden Preisspirale bei Kraft- und Brennstoffen». Diese sei nicht nur auf internationale Faktoren zurückzuführen, sondern auch Folge nationaler Entscheidungen, die Energie verteuerten.

Die Verbände sprechen sich dafür aus, die nationale CO2-Abgabe für Verkehr, Gebäude und kleinere Betriebe auszusetzen. «Der Staat muss strukturelle Lösungen schaffen», hieß es. Auch der CO2-Aufschlag bei der Lkw-Maut solle bis zur Einführung des zweiten europäischen Emissionshandelssystems (ETS 2) gestoppt werden.

«Unsere Betriebe brauchen planbare, verlässliche und vor allem spürbare Entlastungen. Denn nur so können Investitionen wieder ermöglicht und das Wachstum erneut in Gang gebracht werden», sagte AWSA-Präsident Marco Langhof.

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Zugleich betonen die Verbände die Bedeutung des bestehenden europäischen Emissionshandels als zentrales Klimaschutzinstrument. Die nationalen CO2-Vorgaben bewerten sie dagegen kritisch. «Das nationale CO2-Bepreisungssystem ist ökonomisch ineffizient und belastet einseitig», sagte VSW-Präsident Jörg Brückner. Es fehle an ökologischer Treffsicherheit und marktwirtschaftlicher Logik. Kritik äußerten die Verbände auch an der seit Ende 2023 geltenden CO2-Komponente der Lkw-Maut. Diese habe die Kosten im Straßengüterverkehr deutlich erhöht.

Zudem verwiesen die Verbände auf geopolitische Spannungen, etwa im Nahen Osten, die den Preisdruck verstärkten. Anfang März hätten die Kraftstoffpreise in Deutschland bei über zwei Euro pro Liter gelegen und damit über dem Niveau vieler anderer Industrieländer.

Nur mit einer konsistenten und wettbewerbsfähigen Energiepolitik ließen sich «Klimaschutz, wirtschaftliche Stärke und soziale Stabilität dauerhaft miteinander in Einklang bringen», betonte VWT-Präsident Hartmut Koch.

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