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Auch die Agrarwirtschaft im Reich der Mitte soll sich neue, effiziente Technologien zunutze machen. Daher sollte der Bereich Düngemittel (167 Milliarden Euro im Jahr 2025) seinen zweiten Platz der umsatzstärksten Segmente im Chemiemarkt beibehalten. Der Umsatzanstieg ist jedoch weniger mengen-, sondern stärker qualitätsgetrieben. Anbieter können zum Beispiel speziell abgemischte Präparate bereitstellen, die individuell, exakt an die Beschaffenheit der jeweiligen Böden und der verwendeten Saatgüter angepasst sind.
Mit Spezialchemikalien punkten
Obwohl die Analyse der Roland Berger-Experten ein stabiles Wachstum in China in Aussicht stellt, verlangsamt sich die positive Entwicklung im Vergleich zu den Boom-Jahren zwischen 2010 und 2015. Dieses Abflauen kann für Unternehmen in der Chemieindustrie auch zu einem verschärften Wettbewerb und höheren Preisdruck führen.
Gelingt China die im Fünfjahresplan angestrebte Transformation seiner Wirtschaft, eröffnen sich aber für internationale Konzerne neue Chancen. "Die Nachfrage geht weg von Massenware hin zu Spezialchemikalien wie Pestiziden, Elektronikchemikalien und Spezialpolymeren. Hier entstehen neue Möglichkeiten für internationale Anbieter. Um diese Chancen zu nutzen, können internationale Anbieter etwa Allianzen mit chinesischen Firmen bilden, die sich schon stark auf dem Markt positioniert haben", so Steffen.
Darüber hinaus können Firmen auch mit digitalen Innovationen punkten. "China hat schon im Frühjahr 2015 seinen Aktionsplan Internet Plus angekündigt. Auch für die chemische Industrie ist dieser Fokus auf vernetzte Produktion und datengetriebene Geschäftsmodelle von Interesse", erklärt Frank Steffen. "Die digitale Transformation bringt den Unternehmen Vorteile bei Produktivität und Effizienz - wollen Anbieter auf dem umkämpften chinesischen Markt bestehen, dürfen sie sich diesen Entwicklungen nicht verschließen."
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