Länderreport Kroatien

Chemieindustrie auf dem Balkan Teil 3 – Kroatien

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Schiffbau mit schlechten Aussichten

Die Liefermöglichkeiten an den bis 2011 vom Staat stark subventionierten Schiffbau trüben sich ein. Die vier staatlichen Großwerften müssen bis zum EU-Beitritt Kroatiens am 1.7.13 gemäß älterer Regierungsentscheidungen über Privatisierungen umstrukturiert werden, sonst stehen laut dem EU-Beitrittsvertrag Insolvenzverfahren an.

Bis zum Frühjahr 2012 konnte eine entsprechende Lösung nur für Brodosplit und die bereits profitable Werft Uljanik gefunden werden. In Kraljevica ist ein Konkursverfahren eingeleitet worden. In den Büchern der Werften standen Anfang 2012 noch Aufträge für 980 Mio. US$. Bis 2016 müssen sie EU-Vorgaben zufolge bei Lackierarbeiten modernste Technik zum Einsatz bringen. Die macht größere Investitionen und Umstellungen erforderlich.

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Arzneimittelmarkt

Die kroatische Nachfrage nach Arzneimitteln dürfte als Folge der anstehenden Budgetkonsolidierung verhalten bleiben. Dem Marktforschungsinstitut Espicom zufolge werden zwei Drittel des Marktbedarfs durch Importe gedeckt. Der Arzneimittelmarkt wuchs 2011 noch leicht um 3,8 % auf 4,6 Mrd. Kuna (K; rund 612 Mio. Euro; Devisenkurs am 19.4.12: 1 Euro = 7,51 K).

Die Ausgaben der öffentlichen Einheitskrankenkasse HZZO für rezeptpflichtige Medikamente sollen jedoch 2012 und 2013 nur noch bei jeweils rund 3 Mrd. K. liegen. Der bevorstehende EU-Beitritt bringt schon Mitte 2013 mehr Schutz für Originalmedikamente sowie einen automatischen Marktzugang für rund 700 EU-weit zugelassene Arzneimittel.

Bedeutendes Wachstumspotenzial gibt es noch bei OTC-Produkten. Deren Verbrauch steht aber noch im Zeichen einer weiterhin schwachen Kaufkraft. Das OTC-Segment erreichte zuletzt mit einem Marktanteil von 10,5% noch bei Weitem nicht das Niveau anderer neuer EU-Mitgliedsstaaten.

Generell ist das Geschäft mit Arzneimitteln in Kroatien mit hohen Außenständen und langen Zahlungsfristen der Krankenhäuser belastet. Die überfälligen Schulden der Kliniken summierten sich Ende März 2012 auf 3,1 Mrd. Kuna. Bei Kosmetika liegt der Verbrauch mit 50 Euro pro Kopf und Jahr weit unter dem EU-Mittel (130 Euro).

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