Energie- und Rohstoffeffizienz Chemieabfälle zur Dampferzeugung nutzen
Chemische Abfälle statt Erdgas – Mit einer neuen Rückstandsverbrennungsanlage spart das Chemieunternehmen Angus Energiekosten und profitiert von kürzeren Stillstandszeiten. Wir haben die technischen Details der neuen Feuerungsanlage.
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Ibbenbüren – Angus Chemie hat zehn Millionen-Euro in eine neue Feuerungsanlage investiert, deren Prinzip auf der Rückgewinnung von Reststoffen der chemischen Produktion für die energetische Verwertung beruht. Statt Erdgas für die Dampferzeugung einzusetzen, werden hierfür bisher ungenutzte Abfälle verwendet.
Gestiegene Herstellungskapazitäten und der Wunsch nach einer effizienteren Rückstandsverbrennung bewogen das Unternehmen zu diesem Schritt. Konzipiert wurde dieses technologische Verfahren von dem Bremer Unternehmen Saacke, die die komplette Anlage nun nach nur knapp zweijähriger Bauzeit fristgerecht und pünktlich an den Kunden übergab.
Die neuartige Anlage umfasst einen vorgeschalteten Brenner, zwei Brennkammern für ein zweistufiges Feuerungskonzept, einen Sattdampfkessel, eine Staubfilteranlage sowie einen 30 Meter hohen Kamin. Sie verfügt über eine Leistung von elf Megawatt und unterschreitet deutlich die für diese Anlagengröße gültigen Emissionsgrenzwerte.
Erhöhte Effizienz, geringere Emissionen
Henning Saacke, Beiratsvorsitzender des Bremer Familienunternehmens, veranschaulichte im Rahmen der symbolischen Schlüsselübergabe an einem Beispiel, wie gezielt effizientere Prozesse in den Neubau integriert wurden: „Bisher musste Angus mindestens alle sechs Wochen beide Brenner abschalten und die Kessel reinigen. Erst nach drei Tagen Stillstand konnte die Anlage unter hohem Energieverbrauch wieder hochgefahren werden. Nun erfolgt dies vollautomatisiert während des laufenden Betriebs. Als Anbieter von ganzheitlichen Systemen und Komplettanlagen aus einer Hand sind es genau diese Kleinigkeiten, die am Ende ein für den Kunden sinnvolles Ganzes ergeben.“
Saacke-Projektleiter Bernhard Rieger legte in seiner Rede den Schwerpunkt auf technische Details wie etwa die besonders emissionsarme Feuerung: „Dank der zweistufigen Verbrennung können wir die Stickstoffkonzentration jederzeit sicher unter 100 mg/m³ und damit weit unter den gesetzlich vorgeschriebenen 200 mg/m³ halten. Bei optimaler Reststoffzusammensetzung sind sogar 40 bis 50 mg/m³ ohne Sekundärmaßnahmen möglich.“
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