Branchenstudie Vorsichtiger Optimismus im Chemiesektor für 2024

Quelle: Kearney 3 min Lesedauer

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Wie sieht der Branchentrend im Chemiesektor für das laufende Jahr und die kommenden Monate aus? Und wie sind die Prognosen für Fusionen und Übernahmen im Chemiesektor? Darüber berichtet der diesjährige Report „Chemicals M&A: deal activity remains sluggish but rebound signs are there“ von Kearney.

Nach einem fünfjährigen Abwärtstrend gibt ein Bericht von Kearny Anlass für vorsichtigen Optimismus in der Chemiebranche.(Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Nach einem fünfjährigen Abwärtstrend gibt ein Bericht von Kearny Anlass für vorsichtigen Optimismus in der Chemiebranche.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Der „Chemicals M&A Report 2024“ von Kearney zeigt: In den nächsten anderthalb Jahren wird ein Anstieg bei Fusionen und Übernahmen im Chemiesektor erwartet. Über 50 % der befragten Führungskräfte der Branche prognostizieren dabei eine steigende Bedeutung von M&A auch zum Erreichten von Nachhaltigkeitszielen. Expertinnen und Experten von Kearney haben die globalen Aktivitäten in der Chemieindustrie unter Berücksichtigung verschiedener Themen wie Nachhaltigkeit, das makroökonomische Umfeld nach der Pandemie und das Hochzinsumfeld untersucht. Europa bleibt demnach ein herausfordernder Ort für M&A-Geschäfte.

Zuletzt gingen Europas M&A-Transaktionen im Chemiesektor von 41 % im Jahr 2022 auf 26 % im Jahr 2023 zurück, während der Deal-Anteil in Asien und Nordamerika stieg. „Das Interesse an M&A und Portfoliooptimierungen im Chemiesektor nimmt wieder zu“, stellt Tobias Lewe fest, Kearney-Partner und Co-Autor des Chemicals M&A Report 2024. „Wir gehen davon aus, dass zeitnah eher kleine bis mittelgroße Deals dominieren werden als die Mega-Deals, die wir in der Vergangenheit gesehen haben.“ Nach dem durch starke Marktverunsicherung sowie eine Verschlechterung der Kostenposition für die Chemie in Europe verursachten Rückgang ausländischer Investitionen, wird Europa weiterhin für Außenstehende ein herausfordernder Ort für M&A-Geschäfte bleiben, so Lewe. Seine Prognose: „Generell werden Deals weiterhin teuer sein, da die Bewertungskennzahlen und Deal-Multiples weiterhin relativ hoch sind.“

Anhaltspunkte für eine Zunahme der M&A-Aktivitäten

Die neue und 10. Ausgabe des Chemicals M&A Report untersucht die verschiedenen Faktoren, die laut Prognose von Kearney zu einer schrittweisen Zunahme der M&A-Aktivitäten in den nächsten zwölf bis 18 Monaten führen werden. Dazu gehören weiterhin strenge regulatorische Rahmenbedingungen für Unternehmen und umweltbezogene Selbstverpflichtungen der Unternehmen selbst, verbunden mit dem Überdenken ausgewählter Portfoliobestandteile oder gar einzelner Standorte. Dieser Veränderungsdruck trifft auf gefüllte Investitionskassen auf Seiten von u.a. Private-Equity-Investoren (PE). Nach einem fünfjährigen Abwärtstrend geben folgende Punkte, so der Bericht, Anlass für vorsichtigen Optimismus:

  • Starke Zuversicht der Führungskräfte, dass die M&A-Aktivitäten zunehmen werden (51 %)
  • Neue Chancen durch die Pläne der großen Chemiekonzerne, sich in den kommenden Monaten umzustrukturieren
  • Analyse der Top-Deals des letzten Jahres, angetrieben durch Konsolidierung, Größe und vertikale Integration
  • Grundlegende Veränderungen in der Branche, wie zum Beispiel: Nachhaltigkeitsbedingter Druck durch Regierungspolitik und Aktionäre; Ausbau neuer nachhaltiger, den CO2-Fußabdruck reduzierender Produkte; Umstellung auf innovative, kundenorientierte Modelle in den Bereichen Recycling, erneuerbare Energien und Spezialitäten
  • Regulierungen und wachsende Nachfrage nach nachhaltigen Produkten als wesentlicher Deal-Treiber
  • Weiterer Anstieg von Fusionen und Übernahmen erwartet

Fusionen und Übernahmen aufgrund von Dekarbonisierung, die im Jahr 2022 auf nur drei Prozent des Transaktionswerts zurückgingen, stiegen bei den damit verbundenen Transaktionswerten um 200 % – es wird erwartet, dass der Anstieg anhält. „Für Fusionen und Übernahmen im Chemiebereich war es ein Jahr des Comebacks nach geopolitischem Druck, hohen Zinssätzen und der daraus resultierenden Zurückhaltung bei der Umsetzung von Dekarbonisierungsplänen“, resümiert Lewe. „Maßnahmen zur Erreichung von Dekarbonisierungszielen sollten im kommenden Jahr wieder eine höhere Priorität genießen. Führungskräfte aus der Chemiebranche, mit denen wir gesprochen haben, gehen davon aus, dass strategische Investoren bei der Geschäftsabwicklung schneller vorankommen als PE-Investoren, da hohe Zinssätze zu einer Zunahme von Desinvestitionen und Ausgliederungen von Vermögenswerten führen werden.“

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