Chaos Engineering
Chaos Engineering: Der Stresstest für die Produktion

Von Roman Spitzbart, VP EMEA Solutions Engineering bei Dynatrace 4 min Lesedauer

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Chaos Engineering rüttelt die Produktion kräftig durch – für einen guten Zweck, natürlich. Unterstützt von KI werden Belastungsszenarien kontrollierbar und der Betrieb kann vom reaktiven Troubleshooting in Richtung präventive Prozessresilienz kommen.

Chaos Engineering in der Prozessindustrie? Was bisher undenkbar schien, wird durch KI möglich.(Bild:  Dynatrace)
Chaos Engineering in der Prozessindustrie? Was bisher undenkbar schien, wird durch KI möglich.
(Bild: Dynatrace)

In Chemie-, Pharma- oder Lebensmittelanlagen laufen kontinuierliche oder batchbasierte Prozesse mit engen physikalischen und regulatorischen Toleranzen. Steuerungssysteme, Sensorik, Leitsysteme, Historian-Datenbanken und IT-Plattformen sind eng miteinander verknüpft. Gleichzeitig nehmen Cloud-Anbindungen, Remote-Monitoring und zentrale Datenanalysen kontinuierlich zu. Diese Vernetzung steigert Transparenz und Effizienz, erhöht jedoch zugleich die Abhängigkeiten innerhalb der Gesamtarchitektur. Bereits geringste Abweichungen können Produktqualität, Anlagensicherheit oder Compliance beeinträchtigen. Druckverläufe, Temperaturprofile oder Durchflussraten bewegen sich häufig in engen Grenzbereichen.

Klassisches Monitoring meldet lediglich Grenzwertüberschreitungen einzelner Messpunkte. Es zeigt jedoch nicht, wie sich Störungen entlang komplexer Prozessketten kausal ausbreiten. Welche Wechselwirkung entsteht zwischen Steuerungsebene, IT-Infrastruktur und Cloud-Komponenten? Welche Abweichung wirkt sich tatsächlich sicherheits- oder qualitätsrelevant aus? Prozessstabilität erfordert daher mehr als reine Alarmierung. Sie erfordert eine kontrollierte Validierung unter realistischen Belastungsbedingungen.