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Wartung und Instandhaltung – Potenziale heben
Das große Potenzial zur Reduktion dieser Kosten ist bekannt und nicht neu. Es ist jedoch aufgrund fehlender Instrumentierung der Maschinen heute weder erfassbar noch bewertbar. Darüber hinaus haben im Rahmen der heutigen Arbeitsorganisation Instandhalter keine Zeit diese Potenziale in einem aufwändigen Vorgehen zu erfassen. Bislang wurden daher Populationslisten anhand des Alters der Komponenten studiert und klassifiziert.
Dieses Vorgehen bedingt zwei wesentliche Nachteile und Aufwände. Erstens ist die Zusammenstellung und Auswertung dieser Listen trotz der Unterstützung etwaiger Instandhaltungssysteme aufwändig und zweitens ist darin die Unsicherheit enthalten, etwaige alte, jedoch sehr effiziente Maschinen, blind zu ersetzen. Im Ergebnis führt dies zu Investitionen ohne wesentlichen Kapitalrückfluss.
Der heutige Kundenprozess und das Problemfeld sind demnach klar umrissen. Diese Lücke kann durch Einsatz eines mobilen Endgerätes und einer App in Form eines IoT-basierten Services einfach geschlossen werden.
KSB hat zu diesem Zweck eine mobile Applikation, den KSB Sonolyzer, entwickelt, welcher typische Eigenschaften einer derartigen Lösung umfasst:
- Es wurde eine bestehende Infrastruktur (mobile Endgeräte inkl. verbauter Sensorik) eingesetzt und nicht neu entwickelt (kein Produktansatz).
- Es wurde ein neuer IoT-Service (Potenzialanalyse) darauf aufbauend entwickelt, der den Anwender bei seiner täglichen Arbeit schnell und einfach unterstützt.
- Es wurde ein agiles Vorgehen bei der Entwicklung genutzt, sodass die Lösung in kürzester Zeit verfügbar war.
Einfacher Service für komplexe Anforderungen
Mithilfe dieser App ist der Instandhalter nun in der Lage im Rahmen des routinemäßigen Instandhaltungsrundgangs innerhalb von 20 Sekunden Potenziale zu identifizieren.
Im Zusammenspiel des Komponenten-know-hows und IoT-Technologien wurde auf diese Weise ein einfacher Service geschaffen. Ausgehend von dieser digitalen Erfassung der Maschine in Form des digitalen Zwillings kann nun ein Optimierungsprozess in vier Schritten gestartet werden, der den Anwender zur optimalen Systemlösung führt.
Ist es nun also notwendig für die zukünftige Wertschöpfung Produkte herzustellen? Es wird auch weiterhin notwendig sein, Produkte herzustellen, jedoch wird sich eine Verschiebung der Wertschöpfung in Richtung kundenorientierte Services ergeben. Insofern stellt die Digitalisierung für Komponentenhersteller bei richtiger Herangehensweise eine sehr große Zukunftschance dar.
Literaturhinweise:
[1] Collins, Jim: Good To Great: Why some companies make the leap and others don’t; Harper Collins Books; 2001.
[2] Paulus, Th; Zeibig, S.: Controlling & Industrie 4.0 aus Sicht eines Maschinen- und Anlagenbauers; Controlling (27) 2015, S. 504-509.
[3] Seiter, M; Bayrle, C.; Berlin, S; David, U.; Rusch, M.; Treusch, O.: Roadmap Industrie 4.0: Ihr Weg zur erfolgreichen Umsetzung von Industrie 4.0; Fallbeispiel KSB; tredition; S.93-106; 2016.
* Der Autor ist Projektleiter Startup Industrie 4.0 bei der KSB AG, Frankenthal.
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