Standortbetreiber fordert klare Weichenstellung Bundesministerin Katherina Reiche besucht Chemiestandort Leuna

Quelle: Infraleuna 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Beim Besuch von Bundesministerin Katherina Reiche am Chemiestandort Leuna wurde deutlich, wie groß der Handlungsdruck in der chemischen Industrie ist. Standortbetreiber Infraleuna fordert angesichts steigender Energiepreise, wachsender Regulierung und sinkender Auslastung klare politische Weichenstellungen.

Besuch der Bundesministerin Katherina Reiche am Chemiestandort Leuna: Pressefoto vor dem Hauptgebäude am Chemiestandort Leuna mit Dr. Christof Günther, Geschäftsführer von Infraleuna, Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt sowie Sven Schulze, Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt(Bild:  Infraleuna)
Besuch der Bundesministerin Katherina Reiche am Chemiestandort Leuna: Pressefoto vor dem Hauptgebäude am Chemiestandort Leuna mit Dr. Christof Günther, Geschäftsführer von Infraleuna, Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt sowie Sven Schulze, Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt
(Bild: Infraleuna)

Im Rahmen ihrer Sommerreise besuchte die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina Reiche, den Chemiestandort Leuna. In Begleitung von Dr. Reiner Haseloff, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt sowie Sven Schulze, Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt, wurde die Bundesministerin von Dr. Christof Günther, Geschäftsführer des Standortbetreibers Infraleuna, empfangen.

In einem ausführlichen gemeinsamen Gespräch informierte sie sich über die Lage der Chemieindustrie sowie über die jüngsten Entwicklungen am Chemiestandort Leuna.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Dabei wurde abermals deutlich: Die chemische Industrie steht unter massivem Druck. Dies betrifft alle großen Chemiestandorte Deutschlands und jüngst auch das mitteldeutsche Chemiedreieck. Hier hat Dow die Stilllegung von Produktionsanlagen an den Standorten Schkopau (Sachsen-Anhalt) und Böhlen (Sachsen) beschlossen. Schon vor dieser Entscheidung war die Lage äußerst angespannt. Die Rahmenbedingungen haben dazu geführt, dass viele Chemieanlagen im Land derzeit unter 70 % ausgelastet sind – teils deutlich darunter. Auch in Leuna ist die Situation ernst, selbst wenn der Standort punktuell von Stillständen an anderen Orten profitiert. Auch in Leuna laufen Kostensenkungsprogramme, und die Unsicherheit bleibt hoch.

Die Branche verzeichnet bereits das fünfte Quartal in Folge mit Beschäftigungsrückgang – eine Entwicklung, wie sie die chemische Industrie in den letzten 20 Jahren nicht erlebt hat. Die Standortverantwortlichen in Leuna warnten: Ohne industriepolitisches Handeln drohe ein weiterer stiller Rückbau zentraler industrieller Wertschöpfung in Deutschland.

„Die chemische Industrie ist systemrelevant — und gleichzeitig an einem kritischen Punkt angekommen“, erklärt Dr. Christof Günther. „Wenn wir zentrale Produktionsketten, industrielle Wertschöpfung und damit auch hunderttausende Arbeitsplätze erhalten wollen, braucht es jetzt entschlossene politische Weichenstellungen.“ Als Betreiber des Chemiestandorts Leuna, einem der größten Chemiestandorte Deutschlands, beobachtet er die Entwicklung mit großer Sorge — aber auch mit Gestaltungswillen. Gemeinsam mit Industriepartnern wird der Standort konsequent transformiert: von fossilen Strukturen hin zu einer nachhaltigen, biobasierten Chemie.

Ein Leuchtturmprojekt dieser Entwicklung ist die Ansiedlung des Unternehmens UPM Biochemicals, welches die Bundesministerin nach dem Austausch mit der Infraleuna besuchte. Hier erfolgt derzeit in Leuna die Inbetriebnahme einer weltweit einzigartigen Bioraffinerie auf Basis von Laubholz — ein Projekt, das nicht nur CO2-Emissionen reduziert, sondern auch eine neue Wertschöpfungskette eröffnet. Neben der Produktion biobasierter Grundstoffe entstehen Kapazitäten für Forschung, Entwicklung und Folgeinvestitionen.

„An Innovationen mangelt es hier nicht. Es mangelt nicht an der Bereitschaft, sich dieser Veränderung zu stellen. Aber für eine Veränderung braucht es Zeit, es braucht vor allem das nötige Kapital. Es braucht Verständnis dafür, dass Chemie, dass die chemische Industrie für die Bundesrepublik Deutschland ein ganz wesentlicher Sektor ist“, erklärt Katherina Reiche.

Doch der Weg in die industrielle Zukunft sei kein Selbstläufer. „Wenn wir die Transformation wirklich wollen, müssen wir Energie bezahlbar machen, das Angebot ausweiten, Bürokratie abbauen, Investitionen erleichtern und Steuern wettbewerbsfähig gestalten. Sonst riskieren wir die Abwanderung zentraler Industrien aus Deutschland“, warnt Günther.

Der Besuch der Bundesministerin bot Gelegenheit, diese Anliegen direkt zu adressieren und zugleich die Erfolge der Standortentwicklung sichtbar zu machen.

(ID:50499632)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung