EU-Austritt rückt näher Brexit: Verunsicherung in der Chemiebranche hält an
Auch, wenn das britische Unterhaus für das Austrittsabkommen mit der EU gestimmt hat, bleibt ein harter Brexit möglich. Um diesen zu verhindern, müssen jetzt schnellstmöglich Verhandlungen über das zukünftige Verhältnis von EU und Vereinigtem Königreich beginnen, fordert der VCI.
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Frankfurt am Main – Das britische Unterhaus hat dem Austritt aus der Europäischen Union zum 31. Januar 2020 zugestimmt. Nach Inkrafttreten des Brexit-Abkommens will Premierminister Boris Johnson bis Ende 2020 ein Freihandelsabkommen mit der EU aushandeln.
Wolfgang Große Entrup, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Chemischen Industrie (VCI), hofft, dass nach dem Go aus dem britischen Parlament auch die EU alle Restzweifel beseitigen werde, indem sie das Austrittsabkommen ebenfalls zügig ratifiziere.
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Zeit- und Handlungsdruck bestehe auch beim nächsten Schritt: Es müssten jetzt schnellstmöglich Verhandlungen über das zukünftige Verhältnis zwischen Brüssel und London beginnen. Großbritannien sollte möglichst eng mit der EU und ihrem Binnenmarkt verzahnt bleiben. Die Überlegung Boris Johnsons, eine Übergangsfrist auszuschließen, könne die Verhandlungen in die Sackgasse führen, so Große Entrup. „Kein Szenario sollte frühzeitig ausgeschlossen werden.“
Wenn sich die EU und das Vereinigte Königreich nicht rechtzeitig auf ein Abkommen einigen können, würde der harte Brexit nach aktuellem Verfahrensstand Anfang 2021 Realität. Große Entrup warnt daher, dass ein ungeregelter Brexit trotz intensiver Vorbereitungen ein schwerer Schlag für die Branche wäre. Das Vereinigte Königreich ist der achtgrößte Handelspartner und einer der wichtigsten Märkte in der EU für die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie. Die Verflechtung ist sehr groß, nimmt seit 2015 aber ab. Exporte und Direktinvestitionen sind rückläufig, die Bedeutung als Produktionsstandort nimmt ab. Dagegen steigerte Großbritannien die Bestände seiner Direktinvestitionen in der deutschen Chemie.
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