In einer neuen Serie beleuchtet PROCESS die einzelnen Bereiche der chemischen Industrie in China. Zum Auftakt der Reihe geht es um die Düngemittelindustrie, die sich hin zur Herstellung hochwertiger Produkte transformiert.
Mit dem Format „China Market Insider“ berichtet PROCESS regelmäßig über den chinesischen Chemie- und Pharmamarkt.
Peking/China – Chinas Markt für Düngemittel und ihre Produktion ist trotz der Coronakrise derzeit sehr stabil. Die Gesamtproduktion von Stickstoff-, Phosphor- und Kaliumdünger lag im vergangenen Jahr bei 53,958 Millionen Tonnen, was einem nur leichten Rückgang von 0,9 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Diese Informationen finden sich in der Datenbank des Fachmediums Zhongshang Qingbao Wang.
Die negative Auswirkung der Coronakrise und des in China nur vorübergehend verhängten landesweiten Lockdowns blieb auf das erste Quartal 2020 beschränkt, Damals war der tägliche Output plötzlich um 20.000 Tonnen auf 125.000 Tonnen gefallen. In der am härtesten betroffenen Provinz Hubei, in dessen Hauptstadt Wuhan sich das Virus zuerst ausbreitete, war die Produktion in den ersten drei Monaten des letzten Jahres vorübergehend um 80 bis 90 % reduziert worden. Die Pekinger Zentrale hatte aber kurz darauf die landesweiten Lockdowns wieder beendet und erklärt, das Coronavirus unter Kontrolle zu haben.
„Nach dem April normalisierte sich die Düngemittelproduktion wieder Schritt für Schritt”, berichtet der Chinesische Industrieverband der Petrochemischen Industrie CPCIA. Dazu habe auch beigetragen, dass die „Covid-19-Epidemie zu einer Steigerung der Nachfrage für Chemiedünger geführt hat”, berichtet der Verband. Seit dem Ausbruch der Epidemie hätten viele Länder ihr Augenmerk wieder besonders auf die Frage der Nahrungsmittelsicherheit gelegt und Maßnahmen zur Steigerung der Getreideproduktion unternommen.
Die aktuelle Marktsituation für Düngemittel sei daher „gut und die Preise sind stabil“, schreibt CPCIA. Um den Jahreswechsel habe der Preis für Harnstoff ab Fabrik in der Volksrepublik 1800 chinesische Yuan (rund 231 Euro) pro Tonne gelegen. Monoammoniumphosphat kostete rund 2,050 Yuan (rund 263 Euro), Diammoniumphosphat rund 2,300 Yuan oder 295 Euro, Kaliumchlorid etwa 2,100 Yuan (269 Euro) und Kaliumsulfat 2,700 Yuan (346 Euro) pro Tonne.
Die Prognose für das laufende Jahr 2021 sei ebenfalls gut. „2021 wird das Jahr sein, in dem die Welt gegen das Coronavirus kämpft, und effektive Nahrungsmittelversorgung wird weiterhin Vorrang haben”, analysiert der chinesische Chemieverband. China, der weltgrößte Produzent, hat im vergangenen Jahr 26,29 Millionen Tonnen Chemiedünger exportiert, 3,1 % mehr als im Jahr davor.
Die Importe von Chemiedünger nach China sind 2020 um 18,4 % im Jahresvergleich gefallen, was Marktbeobachter auf die erfolgreiche Umstrukturierung der chinesischen Düngemittelindustrie zurückführten. Mehr und mehr chinesische Unternehmen hätten begonnen, hochwertige Düngemittel zu produzieren, die früher nur über den Import zu beschaffen waren, heißt es.
Basischemikalien wie Chemiedünger sind immer noch für rund 70 % der chemischen Industrieproduktion Chinas und für rund 80 % ihrer Profite verantwortlich, doch seit 2015 setzt die Pekinger Zentrale eine „Nullwachstumspolitik für Chemiedünger und Pestizide“ um. Es sollen weniger, dafür aber hochwertigere Kunstdünger produziert und in der Landwirtschaft Chinas eingesetzt werden.
Unter dem Banner der „landwirtschaftlichen Modernisierung“ ist der Einsatz traditioneller Chemiedünger in China daher bereits seit drei Jahren in Folge von den Staatsplanern immer weiter reduziert worden. Die Rückgänge sowohl beim Einsatz wie bei der heimischen Produktion von traditionellem Stickstoff-, Phosphor- und Kaliumdünger werden von der staatlichen Propaganda als Erfolge gefeiert. Im aktuellen, 14. Fünfjahresplan wird hingegen die Ausweitung der Produktion von „Mehrwert-Düngemitteln“ (auf Englisch: „value-added fertilizer“) mit genauen Zielvorgaben gefördert. Gemeint sind damit alle hochwertigen Spezialdünger, die auf den Feldern bei verringerter Menge höhere Erträge garantieren.
Manche dieser Mehrwert-Dünger enthalten zusätzliche Nährstoffe wie Huminsäuren, Proteoglykane oder Aminosäuren. Die landwirtschaftlichen Erträge liegen angeblich um durchschnittlich 14 bis 17 % höher als bei herkömmlichen Kunstdüngern. Die jährliche Gesamtproduktion solcher Mehrwert-Dünger hat in China innerhalb kurzer Zeit rund zehn Millionen metrische Tonnen erreicht. Diese Kapazität sei „weltweit führend“, schreibt die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua. In den kommenden Jahren wird dies ein Sektor mit überdurchschnittlich hohem Wachstum bleiben.
Stand: 08.12.2025
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Im aktuellen Fünfjahresplan wird vorgegeben, dass China innerhalb der nächsten fünf Jahre die Jahresproduktion von Mehrwert-Harnstoff und Mehrwert-Mehrnährstoffdünger auf jeweils 20 Millionen Tonnen steigern wird, die von Mehrwehrt-Ammouniumphosphat auf zehn Millionen Tonnen. „30 % aller herkömmlicher Kunstdünger werden dann in Richtung Mehrwehrt modifiziert sein”, schreibt die Chemiezeitung Zhongguo Huagong Xinxi.
* Henrik Bork, langjähriger China-Korrespondent der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Rundschau, ist Managing Director bei Asia Waypoint, einer auf China spezialisierten Beratungsagentur mit Sitz in Peking. „China Market Insider“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Vogel Communications Group, Würzburg, und der Jigong Vogel Media Advertising in Beijing.