Abwasserreinigung Biologische Reinigung von Abwässern aus Raffinerien und Chemieanlagen

Redakteur: Manja Wühr

Das Märkische Werk hat ein neues biologisches Verfahren zur Abwasserreinigung entwickelt – Automatic Chemostate Treatment.

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Halver – Neben den typischen Abwässern aus Raffinerien, Chemieanlagen und Tanklagern ist das Verfahren insbesondere auch in der Lage, stark salzhaltige und hoch belastete Abwässer zu behandeln. Es lässt sich in vorhandene Anlagen integrieren und wird durch eine aufwändige online-Analytik vollautomatisch geregelt.

Das Konzept hinter der Technologie besteht in der Isolation einer geeigneten Mikroorganismen-Population angepasst auf das zu behandelnde Abwasser. Ähnlich dem Prinzip des Chemostaten stellt sich im Bioreaktor ein Gleichgewicht zwischen Nahrungsangebot und Mikroorganismen Population ein. Dabei arbeitet das System mit einer sehr viel geringeren Schlammkonzentration als das konventionelle Belebtschlammverfahren. Dadurch erreicht das Verfahren laut Entwickler folgende Vorteile:

  • es fällt nur eine geringe Menge an Überschussschlamm an;
  • der produzierte Überschussschlamm ist frei von Schadstoffen;
  • geringer Platzbedarf für den Bioreaktor;
  • arbeitet in vielen Fällen auch ohne Vorklärung oder Nachklärung;
  • kein Verbrauch teurer Chemikalien;
  • stabil gegenüber Zulaufschwankungen;
  • separate Behandlung von kritischen Abwasserströmen möglich.

Professor Eugene Rosenberg (PhD der Universität Columbia/USA, Prof. an der Universität Tel Aviv) hat das Verfahren mitentwickelt: „Wegen der geringen Konzentration der Mikroorganismen im Bioreaktor werden keine Flocken wie beim konventionellen Belebschlammverfahren gebildet. Vielmehr können die einzelnen Mikroorganismen sich frei bewegen, was die aktive Oberfläche extrem erhöht. Durch die online Prozessteuerung der zugeführten Nährstoffe, pH-Wert, Sauerstoff, Temperatur etc. werden die Mikroorganismen stets in einem Zustand höchster Stoffwechselaktivität gehalten. Dies führt zu hohen Stoffumsatzraten bei geringer Produktion von Überschussschlamm.“

Von der Pilot- bis zur Großanlage

Ed Urquhart, Managing Director von Märkisches Werk, ergänzt: „Je nach Abwasserzusammensetzung kann auf einzelne Verfahrensschritte wie Flotation, separate Nitrifikation, Nachklärung und überdimensionierte Belebungsanlagen verzichtet werden. Sehr interessant ist auch die separate Behandlung von kritischen Teilströmen. Dies führt zu erheblichen Kosteneinsparungen in den Bereichen Investition, Betrieb und Entsorgung von Abfallschlamm. Anlagen, die an der Kapazitätsgrenze arbeiten oder die geforderten Ablaufwerte nicht erreichen, können kostengünstig nachgerüstet werden. Das Märkische Werk bietet hierfür alle Dienstleistungen angefangen bei Labor- und Pilotversuchen bis hin zu Planung, Installation und Finanzierung der Großanlagen sowie deren Betrieb an. Wir verfügen auch über mobile Anlagen, die kurzfristig und temporär vor Ort einsetzbar sind, um z.B. gespeichertes Abwasser in Tanks oder separate Abwasserströme zu behandeln. Hierfür bieten wir auch einen Komplettservice an“

Abwasser aus der organischen Chemieindustrie und Pharmaindustrie

Neue Felder der Anwendung sind die Abwasserbehandlung in der organischen Chemieindustrie, Pharmaindustrie und Lebensmittelindustrie. Ein guter Abbau von Phenol und Polyaromaten (PAK) konnte bereits nachgewiesen werden. Das firmeneigene Labor ist in der Lage, den Prozess und die Auswahl der Mikroorganismen auf verschiedenste Abwässer und deren Inhaltsstoffe maßzuschneidern. Dazu wird Kundenabwasser im Labor einem Abbautest unterzogen, aus dem dann genaue Aussagen zur Leistung und den Kosten für eine Großanlage folgen.

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