Kostendruck und Konkurrenz Bayer schließt Standort in Frankfurt

Aktualisiert am 13.05.2025 Von Sarah Junker 2 min Lesedauer

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Der Bayer-Konzern reagiert auf den anhaltenden globalen Kostendruck im Agrarchemie-Sektor und baut seine Strukturen konsequent um. Im Zuge der strategischen Neuausrichtung der Division Crop Science will das Unternehmen den Standort Frankfurt bis Ende 2028 schließen. Diese Entscheidung trifft rund 500 Beschäftigte.

Die Zentrale des Agrargeschäfts von Bayer (Division Crop Science) in Monheim, Deutschland.(Bild:  Bayer AG)
Die Zentrale des Agrargeschäfts von Bayer (Division Crop Science) in Monheim, Deutschland.
(Bild: Bayer AG)

Hintergrund der Maßnahme sind wachsende Herausforderungen durch asiatische Hersteller von Pflanzenschutzmittel-Generika, die mit Überkapazitäten und niedrigen Preisen den internationalen Markt unter Druck setzen. Bayer plant, sich künftig stärker auf strategische und innovative Technologien zu konzentrieren, um sich im globalen Wettbewerb zu behaupten.

Forschungszentrum in Monheim wird ausgebaut

Der Frankfurter Standort im Industriepark Höchst beherbergt derzeit sowohl Produktionskapazitäten für Herbizidwirkstoffe und -formulierungen als auch Forschung und Entwicklung. Nicht alle Arbeitsplätze sollen hier vollständig entfallen: Teile der Produktion sollen an Dritte verkauft oder in das europäische Formuliernetzwerk integriert werden. Die F&E-Aktivitäten werden in den kommenden Jahren schrittweise an den Standort Monheim am Rhein verlagert, wo Bayer bereits die Forschung für Insektizide und teilweise für Fungizide konzentriert. Monheim soll als führendes F&E-Zentrum weiter ausgebaut werden.

Effiziente Produktionsstätte in Dormagen

Auch der Standort Dormagen wird im Rahmen der Neuausrichtung modernisiert. Künftig soll dort verstärkt auf die Herstellung hochwertiger, differenzierender Wirkstoffe gesetzt werden. Die geplante Umstrukturierung betrifft rund 200 Stellen in der Wirkstoffproduktion und Formulierung und soll sozialverträglich umgesetzt werden.

Widerstand von Gewerkschaften und Betriebsrat

Die geplanten Maßnahmen stoßen auf großen Widerstand von Gewerkschaften und Betriebsrat. Die Industriegewerkschaft IGBCE und der Gesamtbetriebsrat der Bayer AG sprechen von einem historischen Einschnitt, da erstmals in der Unternehmensgeschichte ein deutscher Standort aufgegeben würde. Sie fordern eine transparente Prüfung von Alternativen und kritisieren die wachsende Belastung der Beschäftigten durch ständige Umstrukturierungen.

Bayer verweist hingegen auf die Notwendigkeit dieser Schritte im Rahmen eines Fünfjahresplans, der die Entwicklung innovativer Pflanzenschutzmittel und den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit sichern soll. Frank Terhorst, Leiter Strategie und Nachhaltigkeit der Division Crop Science, betont dabei das klare Bekenntnis zum Standort Deutschland – auch wenn dies tiefgreifende Veränderungen notwendig mache.

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