BASF BASF unter neuer Führung – Kurt Bock gibt erste Stellungnahmen ab
Ab diesem Freitag wird Kurt Bock die Zügel des weltweit größten Chemiekonzerns BASF übernehmen. Im Vorfeld der Stabsübergabe sprach der Manager mit Journalisten über die Konzernstrategie, die Bedeutung Asiens für die Chemiebranche und seine Führungsrolle bei BASF.
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Ludwigshafen – Momentan ist Kurt Bock im Vorstand der BASF für das US-Geschäft und die Finanzen zuständig, am 6. Mai wird er vor den Augen von über 7000 Aktionären den Vorstandsvorsitz übernehmen. Eine grundlegene Richtungsänderung wird angesichts des Führungswechsels allerdings nicht erwartet: "Stabswechsel drückt das ganz gut aus", zitiert ihn hierzu die Nachrichtenagentur Reuters.
So oder so stellt sich Bock bei Amtsantritt zahlreichen Herausforderungen. Allen voran muss BASF um die Marktführerschaft kämpfen, wie Camelot Management Consultants in einer aktuellen Marktprognose betont. Demnach könnte sich der Mittlere Osten in den kommenden Jahren zum Dreh- und Angelpunkt der Chemieindustrie entwickeln, davon würde der saudische Konkurrent Sabic maßgeblich profitieren.
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Wachstumsmarkt Asien
In Asien gilt es, am Marktwachstum auch weiterhin teilzuhaben. In dieser Region erwartet Bock in den kommenden Jahren mehr als die Hälfte des Wachstums in der Chemieindustrie. Der Konzern will in Asien bis 2020 seinen Umsatz jährlich um sieben bis acht Prozent auf dann 20 Milliarden Euro steigern. Im vergangenen Jahr waren es etwa 11,6 Milliarden Euro. (Insgesamt sollen die Erlöse des Konzerns bis 2020 auf mehr als 90 Milliarden Euro klettern.) Langfristig will BASF vor Ort rund 70 Prozent seines Asien-Umsatzes auch produzieren. 2010 waren es noch 56 Prozent gewesen.
"Wir würden gerne mehr in Asien akquirieren. Das ist aber leichter gesagt als getan", so der zukünftige Firmenchef gegenüber Reuters. In China wehte auch aus einer anderen Richtung Gegenwind: Mit mehr als zwei Jahre musste BASF laut wiwo.de sehr lange auf die Genehmigung der Pekinger Zentralregierung für ein neues Werk im Städtchen Changshou warten. Grund für die lange Verzögerung war der Widerstand von Umweltschützern. Die BASF will vor Ort 860 Millionen Euro investieren und ab 2014 jährlich 400 000 Tonnen MDI herstellen. Ende März gaben die Behörden nun endlich grünes Licht für das Projekt.
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