Und übrig bleibt ölfreies Abwasser Aufbereitung von Druckluftkondensat mit Öl-Wasser-Trennern

Redakteur: Manja Wühr

Für die Kondensataufbereitung gelten immer schärfere gesetzliche Regelungen. Gleichzeitig sollen die Kosten in einem wirtschaftlichen Rahmen bleiben. Für die dezentrale Aufbereitung bietet eine neue Generation von Öl-Wasser-Trennern eine saubere Lösung.

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Von der Prozessanlagenregelung über die Steuerung von Ventilen, Schiebern und Klappen bis hin zu pneumatischen Prüf- und Kontrollverfahren − Druckluft ist in weiten Teilen der Chemieproduktion nicht mehr weg zu denken. Doch einen Nachteil hat die Sache: Bei der Herstellung von Druckluft entsteht Kondensat, das verunreinigt ist. Es enthält Mineralölaerosole, unverbrannte Kohlenwasserstoffe, Staub und Schmutzpartikel aus der Ansaugluft, Kühl- und Schmiermittel aus dem Kompressor sowie Rost, Abrieb, Dichtungsmittelreste und Schweißperlen aus dem Leitungsnetz. Doch das Hauptproblem im Kondensat ist Öl.

Obwohl in vielen Fällen das Kondensat aus ölgeschmierten Kondensatoren je nach Jahreszeit nur zu etwa einem Prozent aus Öl besteht, betrachtet der Gesetzgeber dieses Kondensat als ölhaltiges Abwasser. Als solches darf es gemäß dem Wasserhaushaltsgesetz nicht ohne weiteres in die Kanalisation eingeleitet werden. Das heißt, das Kondensat muss entweder fachgerecht entsorgt oder vor Ort aufbereitet werden.

Der Filter macht den Unterschied

Die weiter entwickelte Baureihe von Öl-Wasser-Trennern, Öwamat, des Herstellers Beko erfüllt die gesetzlichen Auflagen zur Einleitung des gereinigten Wassers in das kommunale Abwassersystem. Für die Aufbereitung gelangt das ölhaltige Kondensat zunächst unter Druck in die neu entwickelte Druckentlastungskammer. Dort wird der Überdruck abgebaut, ohne dass es zu Verwirbelungen im nachfolgenden Trennbehälter kommt. Mitgeführte grobe Schmutzpartikel werden in einem herausnehmbaren Auffang zurückgehalten. Bei den Modellen mit Freiölabscheidung setzt sich das Öl im Trennbehälter durch Schwerkrafttrennung an der Oberfläche ab. Es wird in den überlaufsicheren Ölauffangbehälter geleitet.

Das so vorgereinigte Kondensat strömt nun durch den neu konstruierten oleophilen Vorfilter, der eine deutlich vergrößerte aktive Filterfläche aufweist. Von innen nach außen durchströmt, bindet er die verbliebenen Öltröpfchen und nimmt zudem in der Filterkammer aufschwimmendes Öl auf. Herzstück ist der Hauptfilter mit Kartuschentechnik: Er enthält keine Aktivkohle, sondern ein effektiveres Material, wie es der Hersteller formuliert, ohne weitere Details zu verraten! Hier sollen letzte Ölanteile zuverlässig zurückgehalten werden. Übrig bleibt Wasser, das direkt in die Kanalisation eingeleitet werden darf.

Alles im Griff

„Auch der beste Filter muss irgendwann gewechselt werden. Das war bei den bisherigen Öl-Wasser-Trennern nicht so einfach. Musste man doch den Hauptfilter mit beiden Händen bis auf den Boden drücken. Dabei steckte das Wartungspersonal oft bis zum Hemdsärmel im Kondensat“, erklärt Thomas Buschmann, zuständiger Produktmanager bei Beko. Ein Austausch mit Griffbügeln sorgt nun für trockene Hände. Gleichzeitig hilft die neue Konstruktion den Filter korrekt einzusetzen. Erst wenn die Griffbügel einrasten, sitzt der Filter richtig. Der verbrauchte Hauptfilter verbrennt laut Buschmann rückstandsfrei.

Doch nicht nur das Wartungspersonal soll von der neuen Baureihe profitieren. Je nach Bautyp kann das neue Gerät gegen-über seinem Vorgänger ein Leistungsplus von 90 bis 124 Prozent aufweisen. Ein Beispiel: In unseren Breitengraden leistet der Öwamat 6 einen Durchsatz von 22 m³/min. Die neue Version soll 45 m³/min schaffen – also mehr als das Doppelte. Die neue Baureihe wird es ab Mai 2007 in fünf Größen und mit Behältervolumina von 10 bis 228 Litern geben.

Fazit: Gesetzliche Auflagen machen eine sachgerechte Entsorgung des Druckluftkondensates unumgänglich. Für die dezentrale Aufbereitung vor Ort kann die neue Generation der Öl-Wasser-Trenner eine platzsparende und wirtschaftliche Alternative sein. Darüber hinaus verfügt sie über die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik, Berlin. Eine eigene wasserrechtliche Genehmigung ist nicht nötig. Der Betrieb unterliegt lediglich der Anzeigepflicht bei der zuständigen Wasserbehörde.

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