API 682: Standard für Gleitringdichtungen API 682 – Welche wesentlichen Neuerungen bringt die 4th Edition?
Fast sechs Jahre Arbeit stecken in dem aktuellen Update des Gleitringdichtungs-Standards API 682, der mit der 4th Edition demnächst in Kraft tritt. Der Standard gibt bei Beschaffung und Betrieb von Dichtungs- und Versorgungssystemen für Zentrifugalpumpen im Öl- und Gasbereich sowie in der (Petro-)Chemie weltweit den Ton an.
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Das American Petroleum Institute (API), beschäftigt sich seit 1924 mit technischen Standards. Einzelne Standards – auch das Regelwerk API 682 für Gleitringdichtungen und Dichtungsversorgungssysteme – sind so populär geworden, dass sie mittlerweile in branchenfremden Anwendungen referenziert werden. Da dies nie so gedacht war, weisen die Autoren der Neuauflage schon im Vorwort darauf hin, um was es bei API 682 tatsächlich geht: Um Dichtungssysteme in Pumpen der Öl & Gas- und (Petro-)Chemieindustrie.
Typisch für den API-Standard 682 ist, dass er permanent von Praktikern aktualisiert wird. Weitere Besonderheit der API 682 ist, dass sie normativ nicht nur eine einzige technische Lösung zulässt. So listet das Regelwerk neben bewährten und getesteten Standardlösungen (Defaults), auch bewusst Alternativen (Options) – und lässt selbst maßgeschneiderte Lösungen (Engineered Solutions) zu.
Eindeutige Spezifikation der Gleitringdichtung
Die Zielvorgabe der API 682 ist ein Dauerbetrieb des Dichtungssystems von mindestens drei Jahren (25 000 Betriebsstunden unter Einhaltung der gesetzlich vorgegebenen Emissionswerte bzw. bei max. ‚Screening Value’ von 1000 ppm vol, EPA Methode 21), erhöhte Betriebssicherheit und vereinfachte Wartung.
Überarbeitet wurde mit der 4th Edition das Produkt-Codierungs-System. Fortgeführt werden die bewährten Klassifizierungs-Parameter „Category“, „Arrangement“ und „Type“. Neu ist das Hinzufügen von präzisen Angaben zu Materialauswahl und Wellendurchmesser. Damit wird der Code aussagekräftiger und es ist eine eindeutige Spezifikation der Gleitringdichtung und deren Fahrweise gewährleistet.
Mehr Präzision bei der Auswahl
Um mehr Präzision in die Bestimmung des Dichtungs-Arrangements zu bringen, wird in der 4th Edition erstmalig ein Schema nach dem „Risk & Hazard-Code“ eingeführt. Ausgangspunkt ist hier das Fördermedium, dessen reales Gefahrenpotential in „Material Safety Data Sheets“ durch „Risk & Hazard-Codes“ exakt erfasst und beschrieben ist. Schnell und sicher ist bei dem Auswahlschema erkennbar, ob eine einfachwirkende Dichtung (Arrangement 1) ausreicht – oder eine Doppeldichtung mit Sperrdrucksystem notwendig ist.
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