Absauganlage Absauganlage ermöglicht sicheres Mischen in der Ex-Zone

Autor / Redakteur: Sabine Mühlenkamp / Gabriele Ilg

Absaugungen vermeiden explosible Atmosphären sehr wirksam. Schwierig wird es jedoch, wenn die Produkte und deren Zusammensetzung häufig wechseln, etwa wenn große Staubpartikel und feinste Stäube zusammen kommen. Hier lässt sich die Gefahr nur durch eine maßgeschneiderte Anlage minimieren.

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Vom Zyklonabscheider durch Nassabscheider und Reststaubfilter: Diesen Weg nehmen die explosiblen Stäube im Ratinger Werk von Almamet.
Vom Zyklonabscheider durch Nassabscheider und Reststaubfilter: Diesen Weg nehmen die explosiblen Stäube im Ratinger Werk von Almamet.
(Bild: Ruwac)

Was haben Leichtmetalle wie Magnesium und Aluminium mit Holz, Tierfutter, Kaffee und Kakao gemeinsam? All diese Werkstoffe bzw. Lebensmittel sind entzündlich, wenn sie in Staubform und in einem gewissen Mischungsverhältnis mit Luftsauerstoff vorliegen.

Aus diesem Grund muss das Ratinger Werk von Almamet Vorkehrungen dagegen treffen, dass bei der Produktion anfallende Stäube in die Umgebung gelangen. Denn zum Produktspektrum des Unternehmens gehören Mischungen aus Magnesium- und Aluminiumpulvern mit anderen Bestandteilen wie Kalziumkarbid. Diese Mischungen nutzt die Stahlindustrie als Reduktions- und Entschwefelungsmittel. Darüber hinaus produziert Almamet u.a. auch Pulver aus Magnesium-Legierungen, die bei der Herstellung von Feuerfestprodukten zum Einsatz kommen.

Da die Mischungen, die Almamet an die Stahlwerke liefert, meist kundenspezifisch zusammengesetzt sind, müssen die Produktionsanlagen entsprechend flexibel sein. Über Förderschnecken werden die jeweils benötigten pulverförmigen Ingredienzien – bis zu sechs auf einmal – in eine Mischanlage transportiert, die das gewünschte Endprodukt erzeugt und in ein 1200-kg-Gebinde abfüllt.

Maßgeschneiderte Anlage

Eine maßgeschneiderte Absauganlage gewährleistet nun, dass beim Mischen und Abfüllen keine explosible Atmosphäre entsteht – und sorgt auch dafür, dass es im Umfeld der Anlagen sauber bleibt. Direkt an der Mischanlage wird der abzuführende Staub zunächst in einen rund zwei Meter hohen Zyklon geleitet. Dieser dient als Vorabscheider und scheidet bereits einen Großteil der Partikel ab, indem er den staubbeladenen Luftstrom gezielt verwirbelt. Eine Wanne unterhalb des Zyklons nimmt dann die abgeschiedenen Partikel sicher auf.

Die jetzt noch im Luftstrom befindlichen Leichtmetallstäube gelangen umgehend in einen Nassabscheider vom Typ 250 AM. Er leitet die entzündlichen Stäube durch eine Flüssigkeit und macht sie somit unschädlich. Ihm vorgelagert sind zwei Reststaubfilter; ein Entgasungsventil verhindert zudem das Entstehen entzündlicher Atmosphären im Sauger selbst.

Als dritte, separate Einheit gehört das Antriebsaggregat zu der von Ruwac projektierten Absauganlage. Sie bringt den Unterdruck auf, der nötig ist, um das eventuell explosionsgefährdende Staub-Luft-Gemisch vom Hauptmischer durch den Zyklon und den Nassabscheider zu saugen. Die Antriebsleistung wurde so ausgelegt, dass sowohl gröbere Staubpartikel als auch sehr feine Leichtmetallstäube, die ebenfalls beim Mischen freigesetzt werden, zuverlässig abgesaugt werden.

Fazit: Die Betriebsleitung des Almamet-Werkes in Ratingen ist mit der Anlage sehr zufrieden. Messungen haben ergeben, dass mehr als 99 Prozent der explosiblen Stäube zuverlässig absorbiert werden. Und obwohl die Anlage individuell projektiert und gefertigt wurde, besteht sie nach wie vor aus Standardkomponenten des Ruwac-Baukastensystems. Das bürgt für ein lange Lebensdauer bei minimalem Wartungsaufwand. Einen echten Sauger von der Stange setzt Almamet dennoch zusätzlich ein. Mit einem mobilen Industriesauger vom Typ DS 1220 M, natürlich ebenfalls in Staub-Ex-Ausführung (für Zone 22), wird regelmäßig die Halle gereinigt, in der sich die Mischanlage befindet.

Powtech: Halle 6, Stand 320

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