Automation im Dialog „Wir wollen jetzt natürlich mehr!“
Anbieter zum Thema

„Wir wollen nicht wissen, dass es dem Gerät schlecht geht, sondern warum es ihm schlecht geht“, brachte es Sven Seintsch, Prüflabor MSR- und Analysentechnik bei Bilfinger Berger, anlässlich einer Podiumsdiskussion auf den Punkt. Große Hilfe bei der Suche nach der Ursache leistet die Namur-Empfehlung 107, die erstmals 2005 erschienen ist und mittlerweile von vielen Geräteherstellern implementiert wurde. „Unabhängig davon, ob es sich um ein Gerätedisplay oder um die Ansicht im Leitsystem handelt, jeder verwendet die gleiche Symbolik und kann auf einen Blick beurteilen, in welchem Status sich das Gerät befindet“, lobte Seintsch die Umsetzung. Vier Statussignale (Ausfall, Funktionskontrolle, Wartungsbedarf oder außerhalb der Spezifikation) geben wertvolle Hinweise auf die Fehlerursache. „Die NE 107 hat uns sehr früh als Leitfaden für die Geräteentwicklung gedient“, bekräftigte Stefan Erben, Samson.
Jetzt gehe es darum, die bestehenden Möglichkeiten auszuschöpfen und Erfahrungen zu sammeln. Schließlich gibt es immer noch Fehler, die das Gerät alleine nicht detektieren kann. Ein typisches Beispiel ist eine Ablagerung am Messrohr, die sich für das Messgerät nur durch eine Drift bemerkbar macht. Hier kommt die Erfahrung der Betreiber und des Wartungspersonals zum Tragen, mit deren Hilfe sich erst die Ursache ermitteln lässt. Dr. Jochen Müller, Endress + Hauser, wünscht sich daher mehr Anwender, die sich mit Diagnose beschäftigen. „Viele Möglichkeiten bleiben ungenutzt“, so die Bilanz aus seiner Praxis. Dagegen lobt Joachim Zobel, Novartis Pharma, die bisherigen Bemühungen: „Wir haben heute einen guten Weg gefunden, viele Detailinfos über die Geräte ins Leitsystem zu transportieren. Jetzt wollen wir natürlich mehr!“
Hauptforderung aller Diskussionsteilnehmer: Die Leitsystemhersteller müssen sich öffnen und eine automatische Weiterleitung der Informationen ins Leitsystem ermöglichen. Bisher ist nur der Informationsfluss aus den Geräten standardisiert. „Uns fehlt eine standardisierte Schnittstelle, mit der die Diagnoseinformationen unabhängig vom Hersteller an das Asset-Management- oder Leitsystem weitergeleitet werden können“, bekräftigte Erben. Große Hoffnungen setzen Anwender und Gerätehersteller auf die vorausgegangene Einigung bei der FDI-Standardisierung. „Der dort angefangene Dialog zwischen Herstellern und Anwendern sollte auch bei der Frage nach einer einheitlichen Schnittstelle in Richtung Leitsystem weiter fortgeführt werden“, forderte Zobel.
(ID:34261120)