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Der Untersuchungsablauf einer probabilistischen Risikoanalyse (PRA) oder QRA (quantitative Risikoanalyse) soll hier exemplarisch erläutert werden (vgl. [2]).
1. Ereignisabläufe
Die Ereignisabläufe befassen sich mit Szenarien. Diese beschreiben Versagensmöglichkeiten betrieblicher Komponenten und die Ermittlung der zugehörigen erwarteten Häufigkeiten (Beispiel: Ausfall der Kühlmittelpumpe und als Folge Erhöhung der Temperatur und des Drucks in einem chemischen Reaktor).
2. Merkmale
Die Merkmale beschreiben die Grundlagen für Auswirkungen des Szenarios. Bei Stofffreisetzung beispielsweise, wie viel Stoff wo in welchem Aggregatzustand freigesetzt wird.
3. Expositionsabläufe
Die Expositionsabläufe beschreiben die Einwirkung des schädigenden Faktors auf den Menschen. Im Falle einer Explosion beispielsweise, wie viele Menschen an einem Ort welchem Druck ausgesetzt werden.
4. Schaden und Risiko
Im Schritt Schaden und Risiko wird zuerst der Schaden eines Störfalls ermittelt. Dies kann die zu erwartende Anzahl Toter oder Verletzter, aber auch der wirtschaftliche Schaden sein. Um das Risiko zu ermitteln, werden der Schaden und die erwartete Eintrittshäufigkeit miteinander in Beziehung gesetzt.
Dies veranschaulicht, wie komplex die Risikoabschätzung ist.
Im ergänzenden Whitepaper wird das Risiko durch eine Stofffreisetzung unter die Lupe genommen.
Literatur
[1] Funktionale Sicherheit in der Prozessinstrumentierung mit Einstufung SIL; Fragen, Beispiele, Hintergründe; process Automation, Siemens, Broschüre, 2007
[2] Hauptmanns, U., Herttrich, M. und W. Werner: Technische Risiken - Ermittlung und Beurteilung – Berlin und Heidelberg 1987
* Der Autor ist Juniorprofessor für Brand- und Explosionsschutz an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.
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